Mit Glasfaser Weichen gestellt

Lokales
Eslarn
28.11.2014
12
0

Es kann losgehen. Der Marktrat entschied sich weitblickend für die Breitbandversorgung per Glasfaserkabel. Dies ist vor allem für Gewerbe und Industrie von unschätzbarem Wert. Auch das eine frohe Botschaft vor Weihnachten: Der Wasserpreis steigt nicht.

Der Marktrat votierte einstimmig für den Ausbau des Breitbandnetzes mit Glasfaserkabel im Kernort und im Gewerbe- und Industriegebiet. Damit verbunden ist der Einstieg in das Förderverfahren, bei dem der Freistaat Kosten bis zu 900 000 Euro zu 90 Prozent abdeckt. Durch die Entscheidung, mit Waidhaus interkommunal zusammenzuarbeiten, erhöht sich der förderfähige Betrag auf 950 000 Euro. Dies ist auch der Höchstbetrag, den das Gremium für die Breitbandversorgung bereitstellt.

Auch für Thomasgschieß?

In den nächsten Tagen wird sich entscheiden, ob ein Leerrohr nach Thomasgschieß für die Verlegung des Glasfaserkabels geeignet ist, womit auch dieser Ortsteil angeschlossen werden könnte. Bürgermeister Reiner Gäbl wertete die Einbeziehung des Gewerbe- und Industriegebiets als besonders wichtigen Standortfaktor. Es sei jedoch unmöglich, jedes Haus in jedem Gemeindeteil optimal zu versorgen.

Diplom-Ingenieur Günther Pichlmaier von der Firma Corwese erläuterte die Lage. So stelle die Telekom für das Kerngebiet Eslarn gegenwärtig 25 bis 50 Megabits zur Verfügung. Je weiter der Anschluss von der Vermittlungsstelle entfernt sei, umso schwächer werde die Leistung.

Nach dem Ausbau muss laut Günther Pichlmaier gewährleistet sein, dass bei jedem Anschluss mindestens 30 Megabits pro Sekunde erreicht werden. Bessere Verbindungsmöglichkeiten sind nur in unmittelbarer Nähe eines DSL-Anschlussmoduls möglich. Das Kabelprojekt sieht vor, das Internetsignal über Glasfaser an einen Kabelverzweiger und von dort aus über das DSLAM zum Endkunden zu führen. Abhängig von der Netzstruktur seien Abweichungen beim Anschluss möglich.

Der Bauernverband mit seinem Vorsitzenden Karl Grießl bat, die Sperrung des Auenwegs für den landwirtschaftlichen Verkehr nochmals zu überdenken. Dieser Zugang würde der Bewirtschaftung von Grundstücken mit einer Gesamtgröße von 95,3 Hektar dienen, schreibt die Organisation. Außerdem müssten die Bauern einen Umweg durch Wohngebiete nehmen, was einen höheren Zeitbedarf und eine Unfallgefahr darstelle. Es sei auch nicht ausgeschlossen, dass der Auenweg im Zuge der Flurbereinigung entstanden sei und die Teilnehmer dafür Grund abtreten mussten. Bei einem nochmaligen Ortstermin könnten die Probleme abgewogen werden, schrieb Grießl in seiner Stellungnahme.

Gäbl lehnte diesen Wunsch mit dem Hinweis auf eindeutige Aussagen der Fachbehörden ab. Es sei aber auch nicht nachvollziehbar, wo die von Grießl genannten 95,3 Hektar Nutzfläche herkommen. Die Ausweichstrecke durch das Wohngebiet sei für größere landwirtschaftliche Fahrzeuge nicht geeignet. Ein weiteres Gespräch ändere an der Gefahrensituation, die vom Auenweg ausgehe, nichts. Der Markt stehe bei Unfällen in der Haftung, erklärte der Gemeindechef. "Aber der Bauernverband kann jederzeit eine Haftungsfreistellung übernehmen", meinte Gäbl. Der etwa 300 Meter lange Umweg für die Landwirte sei zumutbar. Siegfried Wild unterstützte die Betrachtungsweise des Rathauschefs. Befürchtungen, auch bei der Benützung des vorgeschlagenen Umwegs könne es zum Begegnungsverkehr zwischen landwirtschaftlichen Fahrzeugen kommen, nannte Gäbl normal. Die Flurbereinigungs-Trassen seien seinerzeit nicht auf die heutige Größe von Traktoren und Maschinen ausgerichtet worden. Albin Meckl machte als ehemaliger Mitarbeiter des Sachgebiets Verkehrswesen beim Landratsamt einen gütlichen Vorschlag, den der gesamte Gemeinderat schließlich akzeptierte: Die überörtliche Verkehrsschau mit Vertretern der Regierung der Oberpfalz solle gebeten werden, die Gefahrenstelle zu besichtigen und ein Urteil abzugeben.

Einstimmig beschloss das Gremium, zehn beschädigte Straßenlampen zum Preis zwischen 1300 und 1600 Euro auszutauschen.

Erfreuliche Nachricht

Kämmerer Roland Helm stellte die Gebührenkalkulationen für die Abwasserbeseitigung für 2015 und 2016 sowie die Wasserversorgung für 2015 bis 2018 vor. Fazit: Für die Bürger Eslarns gibt es keine Veränderungen. Der Wasserpreis bleibt weiterhin bei 1,44 Euro, und die Entsorgung des Abwassers kostet ebenfalls weiterhin 2,78 Euro pro Kubikmeter.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2014 (8193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.