Nur ein Schwarz-Weiß-Foto bleibt

Obwohl ein Farbfilm in der Kamera war, gibt es vom Aufstellen des Kreuzes nur ein Schwarz-Weiß-Foto. Niemand konnte sich das erklären. Wenige Sekunden später brach das Kreuz in zwei Hälften. Repro: gz
Lokales
Eslarn
17.07.2015
1
0

Das Aufstellen des über sechs Meter hohen Kreuzes am Kalvarienberg war vor 30 Jahren mit geheimnisvollen Begebenheiten verbunden. Es erforderte sogar einen zweiten Versuch.

Das Holzkreuz und der Kreuzweg am Kalvarienberg, das "Eslarner Golgota", wurden 1985 auf Initiative der Kolpingsfamilie mit Unterstützung von Mitgliedern, Unternehmer, Landwirten und Pfarrangehörigen installiert.

Das Gebet und der Gesang nehmen auch beim Heimatfest einen wichtigen Stellenwert ein. "Wer singt, betet doppelt und Glaube ist, an das zu glauben, was man bis dahin nicht sehen kann. Die Belohnung dafür ist, das zu sehen, was man glaubt." Mit diesem Leitspruch von Kirchenlehrer Augustinus von Hippo lädt die christlich geprägte Gemeinde zu den kirchlichen Veranstaltungen anlässlich des Fests ein.

Diskussion in Versammlung

Der Name Kalvarienberg soll laut Geschichtsforscher von einem Waldhain abgeleitet, später mit Steinboß ersetzt und nach der Errichtung des Kreuzes wieder in Kalvarienberg umbenannt worden sein. Die Diskussion, ein Holzkreuz zwischen den Ortsteilen Steinboß und Zankeltrad an einer herausragenden Stelle aufzustellen, entfachte im Frühjahr 1985 in einer Generalversammlung der Kolpingsfamilie unter dem damaligen Vorsitz von Hans Grießl.

Zunächst wurde durch das vor Ort befindliche kleine Wäldchen mit Findlingen ein Kreuzweg angelegt. Auf die Suche nach geeigneten Steinen machten sich Landwirte, unter anderem Josef Zimmermann (Scheiterer) und Josef Forster (Nantl). Die römischen Zahlen und jeweils ein Kreuz in jeden Stein meißelte Steinmetz Reichenberger in Waidhaus und nach Fertigstellung installierten Landwirte mit einem Bulldog die Kreuzweg-Steine.

Am 2. November 1985 stand das Aufstellen des Kreuzes auf dem Programm. Beim Anheben durch den Autokran von Karl Forster (Stummerl) brach das Kreuz plötzlich auseinander. Und obwohl ein Fotograf das ganze dokumentierte, gab es unter den vielen Farbaufnahmen von diesem Moment aus unerklärlichen Gründen nur ein Schwarz-Weiß-Bild. Keiner der Anwesenden konnte sich das erklären.

Aus diesen Ereignis soll auch der Gedanke für den Bau der Steinboßkapelle der Familie Forster geboren worden sein. Nach erneuter Fertigstellung des Gipfelkreuzes folgte am 20. November das zweite - diesmal erfolgreiche - Aufstellen.

Einige Tage später zog bei eisiger Kälte ein Prozessionszug zum Kalvarienberg. Dekan Pfarrer Hugo Wagner segnete den Kreuzweg und das Kreuz. Nachdem das Holzkreuz errichtet war, hoffte die Kolpingsfamilie, einen geeigneten Herrgott zu bekommen. Nach 17 Jahren war es soweit: Willi Kleber schnitzte eine Jesusfigur aus Lindenholz. Die Einweihung folgte 2004 am Buß- und Bettag.

Neue Christusfigur

Da an die Figur nun restauriert werden musste, wurde der Korpus vom Kreuz genommen. Wegen des schlechten Zustands entschied sich das Kolpinggremium für die Anfertigung eines neuen Christus.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8666)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.