Potenzial für Tourismus nutzen

Lokales
Eslarn
11.11.2014
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Mit dem Entwicklungskonzept ISEK "Eslarn 2030" soll die Gemeinde ihre Möglichkeiten besser ausschöpfen. Zu den Kernpunkten zählen Tourismus und Neuansiedlung. Das Planungsteam hatte in der Bürgerversammlung aber noch weitere Themen auf Lager.

Das Planungsteam stellte in der Bürgerversammlung die in einem Workshop mit Gemeinderat und Bürgern erarbeiteten Kernthemen aus den Bereichen Städtebau, Gewerbe, Landschaft und Tourismus. 2015 soll der Gemeinderat das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) genehmigen.

Grenzöffnung als Chance

Das Team mit Professor Dr. Reiner Anselstetter, Dr. Wolfgang Weber, Architekt Martin Gebhard, Diplom-Ingenieur Werner Heckelsmüller und Landschaftsarchitektin Christine Meyer präsentierte Kernpunkte wie Bocklweg, Atzmannsee, Loisbachtal, Kurpark sowie die Situation der Betriebe vor. Die Ziele und die staatlichen Rahmenbedingungen für den Landschaftsplan beleuchtete Weber. Man sollte die Chance der Grenzöffnung durch Angebote wie Zoiglwirtschaft wirtschaftlich und für den Tourismus nutzen.

Mit dem Gebäudeleerstand, vor allem im Ortskern, haben viele Gemeinden zu kämpfen. Das Sanierungsgebiet wurde über das Zentrum hinaus gefasst und ist für die kommenden 15 Jahre ausgelegt. Die Neugestaltung des Denkmals am Tillyplatz stehe vorne an. Es soll aber nicht an nur verschoben und angehoben werden. Zur Sanierung wäre ein Abbau notwendig. Riesiges Potenzial habe der Schlossberg, der mit dem Kommunbrauhaus, der Privatbrauerei und dem Kurpark zu einem optimalen Ensemble verbunden werden könnte. Vorstellbar wären ein Biergarten mit Zugang zu einem Felsenkeller und kulturelle Veranstaltungen im "Kommun-Bier-Park". Dank des Seniorenheims, der Arbeiterwohlfahrt und der Arztpraxis biete sich die Gründung eines Sozialzentrums und die Verknüpfung zu einem Mehrgenerationenwohnen an.

Ausgeprägte Wirtschaft

Gestärkt werden sollten die Angebote für den Radtourismus. Einer Umgestaltung bedarf das Empfangszentrum am Bocklweg. Das weniger attraktive Sägewerks-Areal sollte sehenswerter gestaltet, am Lockschoppen ein Kiosk eingerichtet und die Radtrasse durch die Loisbachaue zum Kurpark geführt werden. Die Verlängerung des Bocklwegs und die Verbindung zum Kommunbrau-Brauchtum sprach auch Landschaftsarchitektin Meyer an. Genauso wichtig sei die Umleitung des Schwerverkehrs mit Anbindung der Gewerbegebiete und der beiden Staatsstraßen durch verkehrslenkende Maßnahmen über den Brückenweg. Mit einbezogen werde die sehr ausgeprägte Wirtschaft und der Einzelhandel. 210 kleinere und mittelständische Betriebe seien außergewöhnlich hoch. 693 Aus- stehen 315 Einpendlern gegenüber.

Das Landschaftsbild nannte Meyer einzigartig, "es sollte jedoch erlebbarer gemacht werden". Die Erschließung ehemaliger Grenzwege und Einrichtung eines Naturlehrpfads mit Kunst am ehemaligen Grenzübergang würde auf Tourismus und Bevölkerung anziehender wirken. Vorstellbar wären Besucherführungen durch das Naturschutzgebiet "Pfrentschweiher". Der Aussichtsturm könnte mit offenen Plattformen und einem Baumwipfelpfad aufgewertet werden. Am Wildpark soll ein Kiosk installiert die Marterln entlang der Wanderwege einbezogen werden. In die Direktvermarktung heimischer Produkte könne man Landwirte, Bäckereien, Metzgereien, Gaststätten, Imker, Jäger, Vereine und Privatanbieter einbeziehen. Für wichtig hielten Weber den Campingtourismus und Meyer vor allem die Umgestaltung des Atzmannsees zum Erlebnisbad mit einer naturbelassenen Seite.

10 000 Übernachtungen

Im Zusammenhang mit der Gästebefragung wies Weber auf 10 000 Übernachtungen im Jahr hin. Die Touristen hielten den Atzmannsee und den Kurpark für verbesserungswürdig und bemängelten die geschotterten Radwege vor allem im Waldbereich.

Den Einzelhandel beleuchtete Professor Anselstetter, der außer einer fehlenden Apotheke die Gesamtlage noch als zufriedenstellend bewertete. Oberstes Ziel müsse die Arzneimittelversorgung mit einer Apotheke und einem Drogeriemarkt bleiben. Den Umsatz von 4700 Euro pro Person wertete Weber im Vergleich zum Bundesdurchschnitt von 5500 Euro als nicht schlecht. Mit dem Ausbau der Freizeitanlage Atzmannsee zu einem Zentrum für Erholung und Freizeit soll eine Bade-, Zelt- und Campinglandschaft entstehen und mehr Gäste anziehen.
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