Sanierungsmaßnahmen im Bereich der Schellenbachstraße liegen bei 2,8 Millionen Euro - Problem: ...
Anlieger befürchten hohe Kosten

Die Einladung zur Anliegerversammlung nutzten viele Hausbesitzer zur Information. Erläuterungen kamen von den Ingenieuren Günter Schwab und Albert Sollfrank sowie von Edeltraud Weimann. Bild: gz
Lokales
Eslarn
29.06.2015
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Das Fremdwasser in der Kläranlage führe zu Mehrkosten von rund 35 000 Euro. Die dringliche Baumaßnahme im Bereich Schellenbach, die auf 2,8 Millionen Euro geschätzt wird, ist aber auch wegen der schlechten Straßen und des maroden Wasser- und Kanalnetzes erforderlich. "Wir planen für die nächsten 50 Jahre", sagte Bürgermeister Reiner Gäbl in der Anliegerversammlung in der Turnhalle.

Gehweg lehnen Bürger ab

Der Markt plant von der Oberen Bachgasse in Richtung Schellenbachstraße und an sämtlichen Seitenstraßen eine Sanierung der Kanal- und Wasserleitung sowie der Straßen. Künftig soll ein separater Kanal das Regen- und Quellwasser von der Kläranlage fernhalten und getrennt vom Abwasser in oberirdische Gewässer abgeleitet werden. In der regen Diskussion lehnten die vielen Bürger einen Gehweg wegen der Kosten und engen Straßen ab. Außerdem befürchten die Grundeigentümer durch die Trennung von Abwasser und Fremdwasser hohe Eigenbeteiligungen. "Die Erlaubnis vom Landratsamt besteht zwar bis 2020, aber bis dahin muss die Forderung, dass Fremdwasser vom Abwasser zu trennen, erfüllt sein", stellte Gäbl fest.

Da aus anderen Baugebieten Fremdwasser in die Kläranlage gelange, werden 35 000 Euro an Mehrkosten verursacht. "Das Quellwasser gehört nicht in die Kläranlage, da es in der Anlage mehr Energie und Schäden verursacht, und zu einer geringeren Reinigung des Abwasser führt", erläuterte Dipl.-Ing (FH) Günter Schwab. Die Richtlinien gehen von 25 Prozent unvermeidbarem Fremdwasser aus. "In Eslarn liegen wir zwischen 50 und 60 Prozent."

Kanal droht einzubrechen

Laut vorliegenden Kamerabildern werde an manchen Stellen täglich etwa 50 Kubikmeter Fremdwasser in den Kanal geleitet. Deshalb sei auf jedem Grundstück eine Trennung von Abwasser und Fremdwasser erforderlich. Durch den Überbau mancher Hauskanäle sahen die Anlieger darin hohe Kosten auf sich zukommen.

Bei der Kanalüberprüfung wurde der schlechte Zustand des Kanals festgestellt, der stellenweise einzubrechen drohe. Aber auch die Wasserleitung müsse saniert werden. In die Planungen mit einbezogen werden der ehemalige Schellenbach, der verrohrt unterhalb des Wohngebietes durch ein Wiesengelände verläuft. Künftig soll der Bach vor dem Baugebiet im Fremdwasserkanal gefasst und über einen Regenrückhalteteich, der gegenüber der Einmündung der Hans-Schlemmer-Straße in die Schellenbachstraße im Wiesengelände errichtet wird, abgeleitet werden.

Den Zustand der seit 50 Jahren bestehenden Schellenbachstraße nahm Dipl.-Ing (FH) Albert Sollfrank unter die Lupe. "Durch das Verlegen der Leitungen werden über 50 Prozent der Straße beansprucht, so dass ein neuer Straßenbau fällig wird." Vorgeschlagen werden zur Asphaltierung optische Fahrbahnstreifen, da unter dem Pflaster alle Leitungen verlegt werden und bei Leitungsproblemen einfacher aufgegraben werden könne. Die Seitenstreifen sollen befahrbahr bleiben. Zudem sollen Wasserablaufrinnen für einen geordneten Abfluss des Regenwassers sorgen. Mit den 15-prozentigen Mehrkosten konnten sich die Anlieger nicht so anfreunden und sprachen sich für eine normale Teerdecke aus.

Die Erläuterungen zur Straßenausbausatzung übernahm Edeltraud Weimann von der Kommunalberatung. "Jeder Straßenzug wird separat abgerechnet und die alten Peitschenmasten gegen neuartige Lichtquellen ausgetauscht", sagte die Expertin. Der auf die Anlieger umgelegte Beitrag setze sich aus dem Straßenausbau, den Straßenbeleuchtungen und anteilig aus den Kosten für den Fremdwasserkanal sowie Maßnahmen auf den eigenen Grundstücken zusammen. Die Finanzierung der Leitungen für Wasser und Kanal in der Straße sowie für den Regenüberlaufteich übernehme die Gemeinde. Damit die Bürger einen Überblick über anfallende Kosten erhalten, bat Gäbl das Ingenieurbüro Zwick zwei Varianten zu errechnen und in der nächsten Gemeinderatsitzung vorzustellen.
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