Wald birgt viele Schätze

Der stellvertretende Forstbetriebsleiter Hubert Schlamminger (links) und der Leiter des Forstreviers Vohenstrauß, Stefan Stangl, umklammerten den mit 230 Jahren ältesten Baum. Da staunte auch Revierleiter Rudolf Stadler (rechts ). Bild: gz
Lokales
Eslarn
18.09.2015
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Das Waldgebiet "Stückberg" bei Eslarn ist eines der ältesten Naturreservate in Bayern. Bei einer Begehung mit Forstleuten stand die biologische Vielfalt des Gebiets im Mittelpunkt.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) beteiligt sich in enger Kooperation mit den Staatsforsten am bayernweiten Aktionsjahr "Waldnaturschutz" und gibt Einblicke in die Vielfalt des Walds. Im Zuständigkeitsbereich der Bayerischen Forstverwaltung in Weiden/Pressath und des Forstbetriebs Flossenbürg ist vor allem das "Stückberg"-Areal ein Vorzeigeprojekt.

Der Forstbetrieb Flossenbürg erstreckt sich auf den Höhenzügen des Oberpfälzer Walds entlang der tschechischen Grenze von Bärnau bis Schönsee und zählt mit rund 16000 Hektar flächenmäßig zu den kleinsten in Bayern. Doch was die Schätze im Wald betrifft, nehmen Forstverwaltung und Forstbetrieb in der Region mit dem Naturwaldreservat "Stückberg" eine richtungsweisende Rolle ein.

In den vergangenen 28 Jahren siedelten sich dort viele Pflanzen und Tiere an, auf die der stellvertretende Forstbetriebsleiter Hubert Schlamminger mit Revierleiter Rudolf Stadler vom Forstbetrieb Flossenbürg und dem Leiter des Forstreviers Vohenstrauß, Stefan Stangl, bei einer Begehung aufmerksam machte. Der naturbelassene obere Stückberg ist in drei Waldzonen eingeteilt. Mächtige, rund 110 Jahre alte Buchen und Tannen kündigen als Vorboten das Naturschutzreservat an.

Der Zufall wollte es, dass zu Beginn des Streifzugs auf einem morschen Baumstamm der seltene Pilz "Ästiger Stachelbart" (Hericium Coralloides) auf sich aufmerksam machte. Die korallenähnliche Pilzart steht auf der Roten Liste, darf nicht gesammelt werden und sollte geschont bleiben. Insgesamt wurden am Stückberg inzwischen 108 Pilzarten nachgewiesen. Die zweite Zone bildete ein 220 bis 230 Jahre alter Baumbestand. "Hier steht die älteste Tanne mit 230 Jahren, einer Höhe von 54 Metern und einem Durchmesser von 1,07 Metern", erklärte Stadler.

Keine Holzentnahme

Zum unverfälschten Naturwaldreservat, in dem die Entnahme von Holz und sonstige wirtschaftliche Nutzung untersagt sind, sowie zum Aussichtsturm am Stückberg führen vom Wildpark Eslarn aus Waldwege. Der Forstbetrieb betreut das Reservat und übernimmt die Verkehrssicherungspflicht für Wanderer. "Bleiben Sie auf den ausgewiesenen Wegen, da durch die Unberührtheit der Waldlandschaft jederzeit auch Äste von den Bäumen fallen können", raten die Fachleute. Auf die bayernweite Aktionswoche "Waldnaturschutz" und auf das Naturwaldreservat am Stückberg weist auch ein Faltblatt hin, das bei den Gemeinden und Forststellen erhältlich ist.
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