Wegweiser für Verirrte

Lokales
Eslarn
29.07.2015
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Die Pfarrkirche "Mariä Himmelfahrt" mit dem markanten Zwiebelturm und dem hohen Satteldach sieht man bereits von Weitem. Sie ist mit ihren kunstvollen sakralen Schätzen das Wahrzeichen von Eslarn. Auch beim Heimatfest kommt ihr eine besondere Bedeutung zu.

Denn die Glocken im fast 50 Meter hohen Turm läuten am Freitag, 31. Juli, um 18.20 Uhr die zehntägige Feier ein. Am Sonntag, 2. August, um 8.30 Uhr folgt der Festgottesdienst. Eine Gedenkmesse für Verstorbene beginnt am Montag, 3. August, um 10 Uhr.

Geschichte der Kirche

Die Pfarrei wurde erstmals 1326 urkundlich erwähnt. Der Ort "Eßlarn" wurde schon 1240 im Nordgau Bayern beschrieben und blickt daher auf eine 775-jährige Geschichte zurück. Die Pfarrei dürfte jedoch kaum jünger als der Ort sein, da das Gebiet vom Bistum Regensburg aus bereits im achten Jahrhundert organisiert wurde. Die erste Kirche soll aus Holz gewesen sein. In der Reformationszeit wechselte das Pflegeamt Treswitz, dem Eslarn angehörte, sieben Mal den Herrscher und damit die Religion.

Grab des Stifters erhalten

Der Ort besaß 1603 eine baufällige Kirche, die nach der völligen Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg um 1681 im Stil eines spätgotischen Steinbaus mit Holzdecke neu gebaut wurde. Das Grab des 1542 verstorbenen Stifters, Hofmarksherr Bernhard Stöckl, ist an der Nordwand erhalten.

Die jetzige Pfarrkirche, die mehrere mittelalterliche Vorgängerbauten hatte, wurde 1685 im Barockstil vollendet. Die Einweihung folgte 1689. Im Gotteshaus war von 1691 bis 1863 ein Türmerdienst installiert, der für die Kirchenmusik verantwortlich war, in die Region Ausschau nach Feuer hielt und für Verirrte im Winter Lichter auf dem Turm platzierte.

Von den Großbränden 1831 und 1895 blieb das Gebäude nicht verschont, so dass mit erheblichen Aufwand neue Aufbauten und Sanierungen notwendig wurden. Bei einer Erweiterung unter Leitung von Architekt Heinrich Hauberrisser wurden 1910 die beiden äußeren Treppentürme angebaut und 1927 der Turm mit einer Zwiebelhaube versehen. 1967 erhielt die Kirche einen rot-weißen Außenanstrich. Der Dengler-Altar wurde beseitigt und im Vordergrund des Presbyteriums ein neuer, freistehender Altarstein integriert.

Der neue Gnadenaltar an der Stirnseite wirkt auf die Betrachter wie eine phantasievolle Verschmelzung von Baum und Monstranz und ist ein für die Oberpfalz typischer Akanthusaltar aus dem 17. Jahrhundert. Zwei 1725 gestiftete Akanthusaltäre ergänzen das Bild.

Die Orgel stammt aus dem Jahr 1754, wobei die farbliche Gestaltung erst 1775 erfolgte. Zu einer Erneuerung des Werks kam es 1900. Vor dem Chorbogen hängt eine um 1700 entstandene Madonna im Rosenkranz, die 1916 erneuert wurde. An der linken Chorbogenwand steht zudem eine barocke Madonna.

Die vier Altäre in den Seitenkapellen stellen unter anderem Johannes den Täufer in der Wüste, die heiligen Laurentius, Stephanus und Anna, die ihrer Tochter Maria Unterricht im Lesen erteilt, dar. Die Rokoko-Kanzel mit dem biblischen Szenen und den vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes wurde 1759 angefertigt.

Die zunächst in einer Seitennische als sogenannte Engelsstangen aufgestellten 14 Zunftstangen von 1722 begrenzen seit Jahrzehnten beidseitig zum Mittelgang die Bankreihen und rückten dadurch mehr in das Blickfeld der Kirchenbesucher. Die Symbole erinnern an die seit dem 16. Jahrhundert durch Handwerker organisierten Zünfte.

Zunftsatzungen

Die älteste Satzung stammt von 1543 und betrifft die Schneider von Eslarn, Moosbach und Waidhaus. Ihr folgten 1631 die Handwerksordnungen für die Weißbäcker von Moosbach, Waidhaus, Burgtreswitz und Eslarn, 1677 für die Maurer und Zimmerer von Tännesberg, Moosbach und Eslarn, 1710 für die Tuchmacher von Tännesberg, Moosbach und Eslarn und 1772 für die Eslarner Müller, Metzger, Bäcker, Schuster, Schneider, Weber, Maurer, Zimmerer, Wagner, Schmiede, Schlosser, Schreiner, Glaser und Binder.

Der nördliche Kirchenvorplatz entstand 1921 nach dem Abriss des alten Rat- und Schulhauses. Das Gotteshaus wurde durch Sanierungen stets in gutem Zustand gehalten.
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