Wütende Wildschweine

Lokales
Eslarn
21.03.2015
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Vor allem im Bereich "Büchelberg" gibt es viele Wildschäden, informierte Jagdvorsteher Karl Grießl in einer Versammlung der Jagdgenossenschaft Eslarn. Allein in den vergangenen fünf Monaten fielen knapp 4000 Euro an.

Die Jagdgenossenschaft begrüßte Rudolf Grundler als neuen Mitpächter des Jagdbogens B und dankte dem Allgemeinmediziner Dr. Werner Duschner aus Waidhaus, der aus beruflichen und zeitlichen Gründen aus dem Pachtverhältnis ausgetreten war, für die gute Zusammenarbeit. Der engagierte Fach- und Notarzt wird künftig als Mitbegeher die beiden jungen Jäger unterstützen.

Mit Wechsel einverstanden

Bei der Abstimmung waren 26 von 27 Jagdgenossen mit einer jagdbaren Gesamtfläche von 481,03 Hektar mit dem Pächterwechsel einverstanden. Einen detaillierten Kassenbericht legte Kassier Erhard Bauer-Pfannenstein vor. Anton Schmid bescheinigte ordentliche Buchführung. 2014 hatte Stefan Hierold als Mitpächter und Biberbeauftragter mit Dr. Duschner den Jagdbogen B übernommen. Schriftführer Wilhelm Karl erinnerte an die Wildschäden im Bereich Büchelberg und an eine Spende der Familie Kleber in Roßtränk für den Wegebau. Auf Schadenersatz verzichten Konrad Kleber, Hans Kleber, Michael Reindl (alle Eslarn) und Helmut Neuber (Pfrentsch). Heuer stehen die Verbissaufnahme und ein neuer Abschussplan für die kommenden drei Jahre an.

Laut Jagdvorsteher Karl Grießl habe es vor allem im Bereich "Büchelberg" viele Wildschäden gegeben. Allein in den letzten fünf Monaten fielen knapp 4000 Euro an. Darin nicht enthalten sind die Summen der Landwirte, die auf einen Schadenersatz verzichtet haben. Wegen der vereinbarten Deckelung werde bei Schäden über 1500 Euro auch die Kasse der Genossenschaft belastet. Die höheren Schäden resultieren aus der Tatsache, dass die Flächen der Landwirte immer größer werden. Grießl bat Landwirte, Jagdpächter und Jagdgenossen, miteinander zu reden um Irrtümer auszuräumen.

"Bei uns halten sich die Wildschäden noch einigermaßen in Grenzen", stellten die Forstbeamten Rudolf Stadler und Michael Forster fest. Ein Problem für eine starke Population der Wildschweine sieht Jägdpächter Eduard Forster im unberührten Grenzstreifen auf tschechischer Seite, wo sich die Schwarzkittel sicher unkontrolliert vermehren. Neu erstellt werden musste der Jagdkataster, der vom Vermessungsamt digitalisiert und bis Ende 2015 gültig ist.

Zur Sprache kam die Vergrößerung des Staatsjagdreviers um 150 Hektar von Pächter Dr. Hubert Reindl. "Hier sind auch Flächen der Jagdgenossenschaft betroffen." Siegfried Reindl plädierte für eine Abrundung mit dem Staatsjagdrevier beim "Brennerholz" und "Hanssimmerholz" und bat, das Thema nach Ablauf des Vertrags in die Verhandlungen aufzunehmen. Forstamtmann Rudolf Stadler gab dem wiederholten Ansinnen wenig Hoffnung auf Erfolg, nicht nur wegen der Unterschiede bei den Pachtpreisen und des Vertrags.

Über den Bogen A informierte Pächter Michael Forster. "Die Wildschweine verstecken sich in den großen Maisfeldern und verschwinden nach der Ernte wieder in Richtung Tschechien", beschrieb er die schwierigen Bedingungen. Auf etwa 70 Hektar Maisfeldern rund um Eslarn haben die Wildschweine eine große Auswahl. Durch die Nähe zum Wald sei die Jagd fast nicht möglich. Deshalb schlug Pächter Forster vor, zwischen Wald und Maisfeld einen 20 Meter breiten Streifen anzulegen.

Im Bogen A wurden 3 Wildschweine und 14 Rehe erlegt und damit der Abschussplan erfüllt. Da zwei Rehe dem Straßenverkehr zum Opfer fielen, sind die Jagdpächter im Übersoll. Zudem schossen sie 5 Füchse, 25 Enten sowie je 2 Stück Rot- und Sikawild. Da die Berufsgenossenschaft eine Jagdpacht als Betrieb führt, entstehen für die Pächter weitere Kosten. Davon sind auch die Landwirte betroffen, fügte Grießl an.

Haftpflicht im Gespräch

Über den Bogen B berichtete Duschner. Im Revier wurden 4 Rehe, 2 Rotwild, 4 Füchse und 1 Dachs erlegt. Sehr hoch nannte der Sprecher den Abschuss von 11 Sauen. Die Zunahme an Wildschäden sei auf das vermehrte Auftreten zurückzuführen. Keine Verbesserung versprach sich der Arzt mit der Einführung von Nachtsichtgeräten. Im Gespräch sei zudem eine Wildschaden-Haftpflicht.

Die Probleme wegen Wildschäden können laut Bürgermeister Reiner Gäbl nur gemeinsam und mit neuen Ideen, wie der Vorschlag auf einem Streifen zwischen Wald und Maisfeld, gelöst werden. Die Zusammenarbeit mit der Jagdgenossenschaft und den Jagdpächtern bezeichnete Gäbl als sehr gut. Die Gemeinde werde sich am Wegebau finanziell beteiligen. "Es geht nur miteinander und einen befahrbaren Weg braucht jeder, nicht nur die Bewirtschafter", fügte Grießl an.
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