Bauausschuss Eslarn
Grenzen neu vermessen

Diplom-Ingenieur Günter Schwab (in der gelben Schutzweste) schilderte Bürgermeister Reiner Gäbl (Zweiter von rechts) und den Bauausschussmitgliedern die Probleme beim Ausbau der Oberen Bachgasse. Bild: bey
Politik
Eslarn
06.10.2016
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Zwei Stunden frische Herbstluft durften die Mitglieder des Eslarner Bauausschusses am Mittwochnachmittag genießen. Das war aber der einzige positive Aspekt.

Die Ortsbesichtigungen waren mehr als nur ein Herbstspaziergang. Fast nur um die Rathausecke herum stellte Günter Schwab von der Firma Zwick-Ingenieure die Schwierigkeiten beim Ausbau der Oberen Bachgasse vor. Hier zeigte sich, dass es viele Anlieger in der Vergangenheit mit den Grundstücksgrenzen nicht allzu genau genommen und für eigene Interessen Gemeindegrund in Anspruch genommen hatten.

Im November fertig


Laut Schwab stoße aber auch die Forderung an die Hauseigentümer, aus den Grundstücken herausführende Draingeleitungen an den neuen Regenwasserkanal anzuschließen, auf Widerstand. Hier helfe nur die Forderung nach einer Dichtigkeitsprüfung, in der sich dann die wahre Ableitung zeige. Bürgermeister Reiner Gäbl regte an, die oft nicht mehr real existierenden Grundstücksgrenzen nach Abschluss der Arbeiten durch Neuvermessung wieder zu legalisieren. Die Arbeiten, zumindest bis zur Befahrbarkeit der Straße, sollen bis November abgeschlossen sein.

Im Friedhof im Bereich der Kapelle und des Mahnmals für Vertriebene stehen zwei schlanke, noch gewachsene Bäume. Sie sind nach übereinstimmender Meinung des Gremiums zu erhalten und werden nicht gefällt, zudem sie auch einen gesunden Eindruck hinterlassen.

In der Roßtränker Straße wird das Ortsschild auf Antrag von Wolfgang Kleber um rund 25 Meter versetzt. Bei der Sitzung im Rathaus stimmte der Ausschuss dem Ansinnen zu. Jetzt müsse nur noch die Frage der Verlängerung der Straßenbeleuchtung geklärt werden, meinte Gäbl.

Beim Mündungstrichter Neusiedlerweg zur Moosbacher Straße sind keine baulichen Veränderungen notwendig. Das erbrachte eine Berechnung durch einen Verkehrsexperten, der ermittelt hatte, dass sämtliche Fahrzeuge mit Anhänger die Strecke in beiden Richtungen passieren können, ohne fremdes Eigentum zu beschädigen. Besonders erfreulicher Nebenaspekt dieser Berechnung: Die das Ortsbild prägende Eiche braucht auch nicht gefällt werden.

In der Vergangenheit hatten sich Anwohner vehement beklagt, dass ihr Gartenzaun durch die Lastwagen, vor allem durch herausstehende Ladungsteile, in Mitleidenschaft gezogen werde. Vor dem Haus der Beschwerdeführer werden Verkehrsschilder "eingeschränktes Halteverbot" aufgestellt, so dass ein Be- und Entladen dort möglich ist, auch wenn das Grundstück der Beschwerdeführer dafür prädestiniert sei.

Auf der Straße Kreuth in Richtung Schönsee wird ein Verkehrsschild auf die Beschränkung auf 30 Tonnen und eine fehlende Wendemöglichkeiten hinweisen. Für die Verbesserung der Entwässerungssituation in der Zöllnerstraße will der Markt Kostenangebote einholen.

"Glasperlenfestival"


Der Rathauschef gab bekannt, dass es 2017 am Atzmannsee ein "Glasperlenfestival" eines privaten Veranstalters gibt. Bayerische Musikgruppen, Sänger oder Liedermacher treten auf. An zwei Tagen, jeweils von 13 bis 23.30 Uhr, soll auf zwei Bühnen ein buntes Programm geboten werden. Darüber hinaus wird es Verkaufsständen für Essen und Trinken geben.

Der Bauausschuss machte deutlich, dass gerade bei den vom Veranstalter zu zahlenden Gebühren ein Unterschied zu den örtlichen Vereinen, die beim "Glasperlenfestival" eingebunden werden sollen, erkennbar sein müsse.

Grundschule und deren AußenanlagenBei der Besichtigung der Grundschule und deren Außenanlagen einigte sich der Bauausschuss im Garten einen kleineren, nicht besonders "gut gewachsenen" Baum zu beseitigen. Die beiden prächtigen Bäume hingegen sollen laut der Vorstellung der zuständigen Sachbearbeiterin für Naturschutz beim Landratsamt Neustadt/WN ausgeschnitten werden.

Das nicht zu übersehende Totholz sollen "Baumkletterer" entfernen, so dass der Einsatz von Hebebühnen eingespart werden kann, sagte Bürgermeister Reiner Gäbl. Im derzeit brachliegenden Teil des Gartens zum östlichen Eingang hin, soll künftig eine behindertengerechte Auffahrt zum sogenannten Nord-Ost-Trakt angelegt werden.

Der seinerzeitige Rückbau des Verbindungstraktes sei aufwendiger als geplant gewesen, erinnerte Bürgermeister Reiner Gäbl. Eine Neugestaltung des Gartens für rund 200 000 Euro sei für den Markt Eslarn nicht realisierbar, betonte das Marktoberhaupt. Die notwendigen Mittel für die vertretbaren Arbeiten sollen im Haushaltsplan des nächsten Jahres eingestellt werden. Bei der Besichtigung der Räumlichkeiten war der erfolgreiche Einbau der zusätzlichen Geländer zu sehen, die eine Unfallgefahr ausschließen sollen.

Ebenfalls positiv nahm der Bauausschuss die Umgestaltung eines Klassenzimmers zum Zimmer der Schulleiterin und als Raum für das Sekretariat zur Kenntnis. Dort brachte auch der frisch abgeschliffene Parkettfußboden einschließlich seiner neuen Versiegelung regelrechte Freundlichkeit in die beiden Räume. (bey)
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