Bürger erfahren Pläne zur Umgestaltung
Tillyplatz mehr ins Zentrum rücken

Mit dieser Darstellung blickten Architekt Martin Gebhard und seine Partnerin Christine Meyer auf die Zukunft des Tillyplatzes. Repro: gz
Politik
Eslarn
29.07.2016
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Die Diplom-Ingenieure Martin Gebhardt und Christine Meyer (hinten, von links) stellten den Eslarner das Projekt am Tillyplatz vor. Bild: gz

Nach der Versetzung des Kriegerdenkmals und einer Verengung der Staatsstraße soll ein größerer Ort zum Verweilen und Feiern entstehen. Die Pläne präsentierten die Verantwortlichen in der Bürgerversammlung.

Die Grobplanung für das Projekt "Tillyplatz" stellten Diplom-Ingenieur Martin Gebhardt und seine Partnerin Diplom-Ingenieurin Christine Meyer anschaulich mit Bildern vor. Die Bürger beteiligten sich mit Vorschlägen und ablehnenden Aussagen ( Infokasten ).

"Ich freue mich über die stattliche Anzahl an Besuchern und werte dies als Engagement und Interesse an der Gemeindearbeit", erklärte Bürgermeister Reiner Gäbl. Nachdem keine Anträge eingegangen waren, stand die Neugestaltung des Tillyplatzes im Mittelpunkt. "Der Platz mit geschichtlichen Hintergrund wird im Rahmen des Städtebaus als zentraler Ort gesehen und soll aufgewertet werden", begründete der Rathauschef.

Eine staatliche Förderung von derzeit 60 Prozent werde laut Gebhardt nur bei einer verbesserten Neugestaltung gewährt. Auf Nachfrage bezifferte der Architekt die Gesamtmaßnahme der 4300 Quadratmeter umfassenden Planfläche auf rund 1,4 Millionen Euro. "Konkrete Zahlen können wir erst nach bekanntwerden der genauen Förderhöhe und der Bauausführung nennen", fügte Gäbl an.

Die Grobplanung entstand nach den Vorschlägen aus Marktrat, Bauausschuss sowie nach Gesprächen mit den Fachbehörden wie Denkmalamt, Straßenbauamt und Landratsamt. Als weiteren wichtigen Schritt nannte Gebhardt die Bürgerbeteiligung. Das Zeitfenster für eine Förderung bezeichnete er momentan als günstig. "Deshalb sollte man die Maßnahme auf dem Weg bringen und noch 2016 den Förderantrag an die Regierung einreichen, so dass 2017 der Förderbescheid erwartet und 2018 mit der Maßnahme begonnen werden kann." Sozusagen als Appetitmacher wurde auf die Umgestaltung in anderen Gemeinden hingewiesen.

Die Baumaßnahme in Eslarn sieht eine Verengung der Staatsstraße von 7,80 auf 6,50 Metern und zudem kleine "Baumtore" vor, wodurch sich der Experte eine Verkehrsberuhigung verspricht. Dagegen auf 5,50 Meter durchgängig verbreitet werde die derzeit verengte Heubachgasse, die nach einer Verlegung über die Staatsstraße direkt gegenüber in die Ludwig-Müller-Straße führen wird. Die notwendige Fläche für die Verlegung der Straße befindet sich bereits in Gemeindehand.

18 Parkflächen bleiben


Zudem sollen die Einmündungsbereiche der Gemeindestraßen mit einem Pflaster versehen werden, so dass nur die Staatsstraße asphaltiert bleibt. Durch das gesägte, gut begehbare Natursteinpflaster werde der Tillyplatz visuell vergrößert. Dagegen sollen die angedachten Stellflächen für Längsparker durch ein "gebrochenes" Pflaster hervorgehoben und entlang der Flächen nach unten gerichtete Laternen installiert werden. "Die Anzahl der 18 Parkflächen bleibt."

Auf den erweiterten Flächen sollen Sitzbänke zum Verweilen einladen und Veranstaltungen abgehalten werden. Wichtig dabei sei die Barrierefreiheit. Der Leerstand bereite am Tillyplatz wenig Probleme, da die Gebäude bewohnt und baulich in einem guten Zustand seien. "Nur in Richtung Heubachgasse fehlt eine geschlossene Bebauung." Mit dem Ausbau dieser Gasse soll gleichzeitig ein Kanal verlegt und dadurch eine Entschärfung des Abwasserproblems vom Schellenbach in die Ortsmitte erreicht werden.

Versetzung zulässig


Nach Rücksprache mit dem Denkmalamt ist eine minimale Versetzung des Kriegerdenkmal, dass 1914 errichtet und unter Dankmalschutz steht, um vier Meter zulässig. Zudem soll das Ehrenmal gereinigt, überarbeitet und auf ein Podest mit Stufen gestellt werden. "Damit wird das Kriegerdenkmal aufgewertet und kommt besser zur Geltung", fügte Gebhardt an. Vorgeschlagen wurde als Rückendeckung zudem das Anpflanzen von vier kleineren Bäumen.

In der Grobplanung stecken laut Bürgermeister Gäbl viele Ideen. Mit der Umgestaltung soll der Innenbereich für die Zukunft attraktiver werden und den Anforderungen der Zeit nachkommen. Das derzeitige Förderprogramm gebe der Gemeinde eine große Chance. "So wie wir es uns leisten können, wollen wir Stück für Stück unseren Ort verschönern", beendete der Eslarner Rathauschef nach zwei Stunden die Bürgerversammlung.

Lärm und Verkehrsprobleme befürchtetNach der Vorstellung der Grobplanung für das Projekt "Tillyplatz" beteiligten sich viele Bürger an der Diskussion. Die Vorschläge reichten von totaler Ablehnung einzelner Maßnahmen bis zu ergänzenden Vorschlägen und anerkennenden Worten für das Vorhaben.

Eine auf die Staatsstraße vorgeschlagene ausgeweitete Bepflasterung lasse das Straßenbauamt laut Architekt Martin Gebhardt nicht zu. Durch möglichen Straßenlärm lehnen vor allem Anlieger das vorgesehene Pflaster ab und fordern eine Asphaltierung.

Andere konnten sich mit der Verengung der Staatsstraße überhaupt nicht anfreunden und fürchten durch "landwirtschaftliche Monsterfahrzeuge" vor allem im Begegnungsverkehr einige Verkehrsprobleme. Bereits um 5 Uhr preschen laut einem Anlieger größere, überbreite Fahrzeuge durch Eslarn und "man hört öfter starke Bremsgeräusche, die sich durch eine Verengung häufen werden".

Die vorgeschlagenen Bodenwellen werden nach Auskunft Gebhardts überwiegend nur in 30er-Zonen genehmigt. Eine Verengung entlang der Staatsstraße habe es durch die derzeitige Parksituation schon immer gegeben. "Mit der Verengung und der Erweiterung des Tillyplatzes sollen vor allem Kinder und ältere Bürger besser geschützt und nicht dem Durchgangsverkehr der Vorrang gegeben werden", stellte Bürgermeister Reiner Gäbl fest.

Den Vorschlag öffentliche Toiletten zu errichten, vertagte der Gemeindechef und verwies auf spätere Maßnahmen am Rathausplatz. Einen weiteren Festplatz am Kommunbrauhaus hielt ein Gemeinderat für nicht sinnvoll: "Der Platz soll keine Konkurrenz für vorhandene Plätze, sondern wie beim Maibaumaufstellung für Veranstaltungen dienlich sein."

Andere bezeichneten die Fläche ohne Bäume und Grünflächen für kahl, schlugen einen natürlichen Rahmen am Denkmal vor oder sprachen sich für die Beibehaltung des Denkmalstandorts aus. "Die Anmerkungen werden im Marktrat zur Diskussion gestellt", versprach Gäbl. (gz)


Damit wird das Kriegerdenkmal aufgewertet und kommt besser zur Geltung.Architekt Martin Gebhardt
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