Marktrat Eslarn
Visionen für Eslarn

Stadtplaner Martin Gebhardt stellte in der Marktratssitzung am Dienstagabend die zehn Impulsprojekte des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts vor. Im Hintergrund ist das Logo "Eslarn 2030" zu sehen, bei dem das "S" als grünes Band den Namen des Markts besonders betont. Bürgermeister Reiner Gäbl (links) und Georg Zierer (rechts) hörten aufmerksam zu. Bild: bey
Politik
Eslarn
09.06.2016
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Der Entwurf des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) für Eslarn ist fertig. Diplom-Ingenieur Martin Gebhardt stellte in der Marktratssitzung am Dienstagabend zehn sogenannte Impulsprojekte vor.

Zweieinhalb Jahre intensive Arbeit, 30 Termine mit Bürgern, viele Gespräche und umfangreicher Schriftverkehr mit Behörden sowie eine große Bürgerversammlung im November zum Abschluss liegen hinter den Verantwortlichen. Auf 231 Seiten werden die Vorstellungen zur Entwicklung des Markts Eslarn bis 2030 beschrieben. Dieses Konzept werde in den nächsten zwei Jahrzehnten die Arbeit der Kommune "wie ein roter Faden" begleiten, sagte Bürgermeister Reiner Gäbl.

Nicht in Stein gemeißelt


Das Entwicklungskonzept dokumentiere die Attraktivität als "Wohn- und Arbeitskommune". Dennoch dürften die Inhalte des ISEK nicht als "in Stein gemeißelt" betrachtet werden. Es gebe immer noch genug Handlungsspielraum. Der wichtigste Aspekt aber sei, dass das ISEK die Grundvoraussetzung schafft, finanzielle Mittel von der Städtebauförderung erhalten zu können.

Nach der Vorstellung der Impulsprojekte warnte Gäbl davor, wieder alles "schlecht reden" zu wollen, auch wenn das ISEK vielleicht eine Art Vision sei. Aber diese Visionen seien eben auch notwendig, betonte das Marktoberhaupt. Ganz klar war die Ansage des Bürgermeisters an die Bürger: Die Kommune kann in keinem Fall private Initiativen ersetzen. Gebhardt stellte aus dem "ISEK 2030 Eslarn" die Vorhaben vor, bei denen die Wahrscheinlichkeit gemeindlichen Handels am größten sei. Mit dabei waren auch Maßnahmen, die längst bekannt und in Angriff genommen sind. Dazu gehört die Neugestaltung des Tillyplatzes mit der Beibehaltung des Kriegerdenkmals, wenn auch künftig auf einem Podest und kleiner örtlicher Verschiebung. Auch das Projekt Aussichtsturm Stückberg läuft bereits.

Auf der Wunschliste steht auch die Wiederansiedlung einer Apotheke, die nach Möglichkeit im Ortskern zu finden sein sollte. Nächste größere Maßnahmen wären die Umgestaltung der Brennerstraße sowie eine gestaltende und funktionale Aufwertung des Atzmannsees mit seinem Umfeld. Große Bedeutung maß Gebhardt dem Felsenkeller am Schlossberg bei, der künftig als "Kommun-Bier-Park" und in Nähe zum Kommunbrauhaus in den kommenden zehn Jahren "unbedingt eine positive Entwicklung erleben" sollte. Diese Notwendigkeit sah der Stadtplaner deshalb, weil der Tourismus für den nächsten Jahrzehnte ein Hauptfaktor in Eslarn sei.

Dazu rechnete Gebhardt auch das ehemalige Sägewerksareal am Loisbach in Verbindung mit einem ehemaligen Lokschuppen. In seiner Präsentation hat der Planer aus diesem Gebäude bereits ein Café werden lassen. Wegen der zurückgehenden Bettenzahl sieht der Experte auch einen Bedarf an Herbergen für Rad- und Wandertouristen.

Nicht in die Unendlichkeit sollte die Einrichtung eines Museums für Heimatkultur verschoben werden. Dazu wäre es günstig, wenn sich in der Ortsmitte ein Haus mit traditioneller Baukultur finden ließe. Zu guter Letzt wünschte sich Gebhardt die Ausweisung von Naturlehrpfaden mit geführten Wanderungen. "Die schöne Natur und Landschaft muss an den Mann und die Frau gebracht werden", betonte der Sprecher. Einstimmig nahm der Marktrat den Entwurf an.

Umbau der Grundschule


Gegen die 26. Änderung des Regionalplans Region Oberpfalz-Nord gab es keine Einwendungen, weil Eslarn davon nicht betroffen ist. Gleiches galt auch für die Änderungen in der Bauleitplanung der Stadt Oberviechtach. Für den Umbau der Grundschule vergab das Gremium Aufträge mit einer Gesamtsumme von rund 52 630 Euro. Bürgermeister Gäbl erklärte, dass mit diesen Ausgaben die Haushaltsansätze überschritten würden. Die Arbeiten werden in den Sommermonaten über die Bühne gehen.
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