Viele Diskussionsbedarf bei Bürgerversammlung
Wirtshauskultur beim Heimatfest

Die Bürgerversammlung in der Schulturnhalle war gut besucht. Bild: gz
Politik
Eslarn
05.01.2016
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Die Eslarner nutzen die Bürgerversammlung, um einige Wünsche vorzubringen. Dabei entstand eine rege Debatte. Thema waren unter anderem eine Veranstaltung beim Heimatfest.

Die rund 60 anwesenden Bürger stimmten mit sieben Gegenstimmen zu, die beiden Anträge von Hans-Peter Utz als zusätzlichen Tagesordnungspunkt aufzunehmen. Darin forderte er eine grundlegende Sanierung und Schotterung eines unbefahrbaren Feldwegs an der Seeschmidstraße und am Heckermühlweg. "Der Weg wurde seit Jahren nicht mehr gepflegt und nur notdürftig saniert."

Der zweite Antrag betraf die Anpflanzungen und den schlechten Zustand eines Wegs bei Kreuth und Brunnenlohe. Bürgermeister Reiner Gäbl wies auf eine kürzlich mit dem Bauhof vorgenommene Besichtigung hin, wobei der beschriebene "erbärmliche Zustand" nicht bestätigt werden könne. Der Markt betreue 65 Kilometer öffentliche Wege, wobei die Feldwege für den landwirtschaftlichen Verkehr "insgesamt in einem ordentlichen Zustand sind". Bei einem Ausbau würden die Kosten zu 75 Prozent auf die Anlieger umgelegt und dies müsse man erst mit den Betroffenen erörtern.

Zoiglwirt widerspricht


Ein Zuschnitt der Büsche könne nur nach Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde erfolgen. Durch die Pflanzen müsse man mit dem Auto auf das Bankett ausweichen, erklärte der Antragsteller. Mit den Themen wird sich laut Gäbl der Marktrat weiter befassen.

Die Aussage, dass das Gartenfest von Albert Grießl im Zuge des Heimatfestes als Gegenveranstaltung gesehen werde, wollte der Zoiglwirt nicht so stehen lassen. Gäbl sah darin eher eine Ergänzung. Auch zweiter Bürgermeister Georg Zierer fand den Erhalt der Wirtshauskultur für wichtig, hielt aber auch Absprachen für erforderlich. So spielten an einem Tag die Blaskapelle "Die Eslarner" im Festzelt und die "Schlossberger" beim Gartenfest. Den Vorschlag von Grießl, künftig die örtlichen Musiker beim Heimatfest zu bündeln, hielten beide Bürgermeister für gut. Marktrat Siegfried Wild sah in Grießl bereits einen geeigneten Organisator.

Das schlechte Erscheinungsbild an der Grüngutanlage sprach Karl Schmid an. Die Entsorgung sollte "fachmännischer und kontrollierter" erfolgen, so könnte das Grüngut in einem Graben oder nur zu bestimmten Zeiten gesammelt werden. Laut Gäbl ist für die Entsorgung zwar der Landkreis zuständig, aber der Bauausschuss werde sich um die Angelegenheit kümmern.

Keine Vermarktung


Ein Dauerbrenner für Michael und Willi Zach scheint die Lizenzierung und Vermarktung des patentierten Kommunbiers zu sein. Die Brüder versprechen sich dadurch hohe Einnahmen und eine Entlastung des Gemeindehaushalts. Laut dem Rathauschef könne jeder Mitbrauen, wenn er die Steuern und Abgaben bezahle. Ein Interessent für eine Lizenzierung habe sich im Rathaus noch nicht gemeldet. "Wir brauen in der kostendeckenden Einrichtung aus Spaß und aus Brauchtum und nicht, um Einnahmen erzielen. Jeder kann sich als Bierbrauer einbringen", war die Antwort einiger Kommunbrauer. Sollte sich ein Vermarkter finden, könne sich dieser gerne melden.

Höhere Kanalgebühren wegen geplanter neuer KläranlageEine Pauschale von zwölf Kubikmeter bei den Kanalgebühren müssen künftig alle Haushalte in Eslarn zusätzlich zahlen, die Regenwasser zum Beispiel für die Toilettenspülung verwenden. Im Zusammenhang mit der Wasserversorgung wies Bürgermeister Reiner Gäbl auf massive Schwankungen der Quellschüttungen hin und unterstrich die Wichtigkeit der Investitionen von 1,1 Millionen Euro in einen zweiten Tiefbrunnen. Nachdem der erste Abschlag mit 65 Prozent bezahlt wurde, folge 2016 mit 35 Prozent die zweite und letzte Rate.

Derzeit liegen die Quellschüttungen bei 4,44 Liter, mit 2 Litern pro Sekunde deutlich unter dem Durchschnitt. Das Minus konnte durch die beiden Tiefbrunnen mit einer Förderung von 783 und 776 Litern pro Sekunde ausgeglichen werden. "Wenn wir die Baumaßnahme nicht durchgezogen hätten, würden wir jetzt auf dem Trockenen sitzen", fügte der Rathauschef an.

Wegen des Neubaus einer Kläranlage um 2020 empfahl Gäbl, in den kommenden Jahren die Gebühren anzuheben, um auf eine angesparte Reserve zurückgreifen zu können. Mit Blick auf den Haushalt sagte er, dass allein die Sanierung der Kanäle und der Straßen im Ortsteil Schellenbach sich auf drei Millionen Euro belaufen. (gz)
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