Volkstrauertag als grenzüberschreitendes Versöhnungswerk
Dank für 71 Jahre Frieden

Weihbischof Dr. Josef Graf aus Regensburg sprach am Volkstrauertag vor dem Kriegermahnmal. Bild: fjo
Politik
Eslarn
14.11.2016
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Die Eslarner erinnern an die Zivilopfer, Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege sowie die Opfer des Nationalsozialismus. Weihbischof Dr. Josef Graf aus Regensburg und Pfarrer Erwin Bauer feiern den Friedensgottesdienst.

(fjo) Vereinsabordnungen hatten sich am Samstagabend mit dem "Bläser-Ensembles" auf den Weg zur Pfarrkirche gemacht. Die Teilnahme vieler Schüler aus Tännesberg, Moosbach, Eslarn und Weißensulz unter Organisation von Rektor Josef Rauch untermauerte das Gedenken zum Volkstrauertag.

"Noch immer beschämend"


Ersatz für den erkrankten Altbischof Frantisek Radkovsky aus Pilsen war Ruhestandspriester Hermann Schötz. Übergroße Bilder des Schreckens aus der Vergangenheit bis zur Gegenwart zeugten auf einer Leinwand vor dem Altarraum schweigend von Kriegen, Terror und Leid der Menschen. Am Ehrenmal auf dem Tillyplatz erinnerte Weihbischof Graf an die Zeit des Nationalsozialismus. Er fand dies "noch immer beschämend für unser Volk."

"Haben wir uns an Kriege nicht längst wieder gewöhnt, auch wenn wir nicht unmittelbar davon betroffen sind? Hungersnöte gehörten zu unserem Weltbild, ebenso wie die allgemeine Angst vor Seuchen durch Anschläge." Der Volkstrauertag sei aber auch Gelegenheit, für 71 Jahre Frieden und den Fall des Eisernen Vorhangs zu danken.

Zwei Schüler legten ein Gesteck vor dem Mahnmal nieder, bevor Charlotte Simon ein Gedicht von Bert Brecht vorlas. "Scheinbar können wir nicht mehr wertschätzen, was es heißt, seit über 70 Jahren in Europa friedlich zusammenzuleben. Die hasserfüllte, menschenverachtende und gewaltbereite Sprache - und nicht nur die Sprache, sondern auch die Taten - machen mir Angst", sagte Bürgermeister Reiner Gäbl.

Kranz niedergelegt


Aktive der Reservistenkameradschaft legten mit zweitem Bürgermeister Georg Zierer am Ehrenmal einen Kranz im Namen der Marktgemeinde, des VdK sowie und des Krieger- und Soldatenvereins nieder. Die stellvertretende Bürgermeisterin Kamila Císlerová aus Weißensulz wünschte sich einen "ewig währenden Frieden unter blauem Himmel zwischen beiden Völkern".

Oberleutnant Stefan Hänisch meinte: "Damit die Toten nicht schweigen, haben wir diesen Volkstrauertag." Bundeswehrsoldaten der 6. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 122 aus Oberviechtach legten im Anschluss einen Kranz nieder. Die Marktgemeinde lud zum Abschluss noch zum Empfang ins Pfarrheim ein.
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