Brauerei Bauriedl
Tradition trifft Computer

Vermischtes
Eslarn
24.08.2016
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Die geschmückten Festwagen der Brauerei Bauriedl waren vor 80 Jahren eine Bereicherung für viele Veranstaltungen. Repro: gz

Das Braugewerbe ist ein uraltes Handwerk, das die Brauerei Bauriedl seit ihrem Bestehen nach dem Bayerischen Reinheitsgebot bewahrt. Der Eslarner Familienbetrieb ist zudem ein bedeutender Werbeträger für den Ort.

Die Braukunst hat in der Brauerei Bauriedl seit 1874 Tradition. Bei Wettbewerben gab es trotz weltweiter Konkurrenz bereits einige Erfolge. Die größten waren die Goldmedaille für das Hefeweizen und eine Silbermedaille für das Märzen. "Die Auszeichnungen zeigen, dass sich unser Qualitätsbewusstsein, unsere traditionelle handwerkliche Brauart und unser Bestreben, hochwertige und geschmackvolle Biere nach dem Reinheitsgebot zu produzieren, auszahlen. Dies findet beim Kunden und in der internationalen Expertenwelt großen Anklang", freut sich Brauer Josef Bauriedl.

Bier trägt in Maßen - nicht in Massen - zur Gesundheit bei. "Zwei Halbe pro Tag sind besser als eine Halbe, aber sechs Halbe sind für die Gesundheit nicht unbedingt dreimal so gut wie zwei Halbe." Mit diesem Spruch weist der heutige Besitzer auf die Wirkung des Gerstensafts für den Körper hin. Dafür sorgen vor allem die naturbelassenen Inhaltsstoffe wie Gerste, Weizenmalz, Wasser, Hopfen und Hefe. Die Rezepturen stammen noch aus der Gründerzeit der Brauerei um 1874.

"Historischer Trunk"


Der "historische Trunk" war bereits bei den Hofmarksherren überaus beliebt. So ließ Freiherr Ritter Hieronymus Stöckl von Rottach zu Eslarn bereits um 1567 unterhalb des Herrenhauses am Schlossberg ein Brauhaus errichten und stellte dort braunes Bier her. 1874 baute Johann Bauriedl auf dem jetzigen Brauereigelände am Fuße des Schlossbergs eine Brauerei.

Nachdem er mit 47 Jahren gestorben war, übernahm 1901 Josef Bauriedl den Besitz. Die Hochzeit mit Katharina Raum, Tochter eines Hopfenhändlers aus Hersbruck, war für die Brauerei eine sinnvolle Vereinigung. Um 1930 kostete eine Mass 50 Pfennig. Das mag heute traumhaft billig erscheinen, doch damals war das fast ein Stundenlohn. Am 30. September 1942 übergab Josef Bauriedl im Alter von 80 Jahren die Brauerei an seinen Sohn Hans.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die amerikanische Regionalverwaltung einen Treuhänder zur Führung ein. Nach dem plötzlichen Tod von Hans Bauriedl am 9. Februar 1947 musste dessen Ehefrau Anna Verantwortung übernehmen. Da der älteste Sohn Fritz im Krieg an der Front gefallen war, übergab sie den Betrieb am 13. Februar 1958 ihrem zweiten Sohn Karl.

Verheerendes Inferno


Ein Großbrand am 18. Oktober 1965 erschütterte den Familienbetrieb. Der heutige Besitzer Josef Bauriedl erlebte das Inferno als Jugendlicher. Die Feuerwehr konnte an diesem Kirchweihmontag weder das Sudhaus noch angrenzende Gebäudeteile retten, so dass erst sechs Monate nach dem Wiederaufbau wieder gebraut werden konnte. Wegen gesundheitlicher Probleme übertrug Karl Bauriedl die Geschäfte am 2. Februar 1988 seinem Sohn, dem heutigen Besitzer.

In den vergangenen Jahren wurde die Brauerei ständig modernisiert, die Tanks und Reifung instand gehalten, eine neue Abfülltechnik installiert und 1998 ein neues Sudhaus gebaut. Eine Bereicherung bei Heimatfesten und anderen Veranstaltungen waren die schmucken Vierspänner. Bei Rundgängen weist Bauriedl auch stets auf das Herz hin, das neue Sudhaus mit einer computergesteuerten Anlage.

Am Samstag, 27. August, lassen der "Löwen"-Fanclub und am Sonntag, 28. August, der Schützenverein 1884 die Biergartenromantik wieder aufleben. Jeweils von 14 bis 19 Uhr besteht außerdem die Möglichkeit, bei einer Brauereibesichtigung näheres über die Bierherstellung und die Geschichte zu erfahren.
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