Drei Mesnerinnen in Eslarn
Pfarrei startet in neue Ära

Pfarrer Erwin Bauer wies Roswitha Fürtsch, Agnes Härtl und Waltraud Karl (von rechts) in einige Mesner-Tätigkeiten ein. Bild: gz
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Eslarn
24.11.2016
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Die Pfarrei Eslarn hat zum ersten Mal eine Mesnerin. Tatsächlich sind es sogar drei Frauen, die sich bereit erklärt haben, sich das Amt zu teilen und die Tätigkeiten zu übernehmen.

(gz) Nach dem Besuch eines Mesnerlehrgangs in Regensburg übernahmen Roswitha Fürtsch, Agnes Härtl und Waltraud Karl seit Dienstag das Kirchenamt. Übereinstimmend wünscht sich das Frauentrio weitere Unterstützung. "Sollten sie vielleicht selber mit dem Gedanken spielen und Interesse am Mesnerdienst haben, dann können sich Frauen und Männer einfach im Pfarrbüro, Pfarrhaus oder unter Telefon 09653/340 bei mir melden", wirbt Pfarrer Erwin Bauer.

Viele Ehrenämter


Mit Beginn des neuen Kirchenjahrs und dem Ruhestand von Mesner Josef Egerer nach 41 Jahren startet die Pfarrei in eine neue Ära. Seit Dienstag stellen sich die 64-jährige Rentnerin Karl, die 60-jährige Fürtsch und die 44-jährige Härtl im Wechsel den Aufgaben. Die Frauen arbeiten seit Jahren ehrenamtlich in kirchlichen Organisationen mit und unterstützen den Geistlichen bereits als Lektorinnen und Kommunionhelferinnen. Zudem übernahm Härtl das Amt der Pfarrgemeinderatssprecherin und den stellvertretenden Vorsitz bei der Kolpingsfamilie. Unterstützung erhält die Verkäuferin und Hausfrau tatkräftig von Ehemann Klaus und ihren beiden Söhnen.

Stellvertretende Pfarrgemeinderatssprecherin und Vertreterin des Gremium in der Kirchenverwaltung ist die ehemalige Verwaltungsangestellte Karl. Die ledige Rentnerin übernimmt seit Jahren bei besonderen kirchlichen Anlässen kleinere Hilfsdienste. Ebenfalls in den Pfarrgemeinderat gewählt wurde die Hausfrau Fürtsch, die zudem aktiv im Vorstand des Katholischen Frauenbunds mitarbeitet. "Meinen Ausgleichssport, das Kegeln, werde ich weiterhin ausüben." Die drei Frauen wollen sich abwechselnd, anfangs zu zweit, um das Amt annehmen und sich gegenseitig helfen. Die vielen Aufgaben hat Härtl auf zwei DIN-4-Seiten zusammengefasst. "Wir müssen nicht nur die Kirche auf- und zusperren, in der Liturgie vor- und nachbereitende Dienste leisten, das Opfergeld einsammeln, verschiedene Glocken läuten und dem Pfarrer bei der Messe unterstützen, es ist viel mehr."

Die Betreuung einer Kirche gleicht den Aufgaben eines Hausmeisters, der verwaltet, instand hält und für Ordnung sorgt. "Wir wissen erst jetzt, was der Mesner leisten musste, und haben großen Respekt vor seinen Leistungen."

"Sehr große Fußstapfen"


Das Amt erfordert regelmäßige Präsenz an Wochenenden und Feiertagen und bei besonderen Anlässen, auch mal zu außergewöhnlichen Zeiten. "Es sind sehr große Fußstapfen, in die wir als Nachfolgerinnen treten müssen." In den vergangenen Tagen musste das Trio daher bei den Einweisungen die Schulbank in der Kirche drücken.
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