Eslarner Viertklässler legen Nachschicht ein
Eine Fledermaus macht Schule

Der Fledermausexperte Markus Liebl aus Grafenwöhr zeigte den Kindern und Lehrerinnen anhand von Anschauungsmaterial verschiedene Fledermausarten. Bild: gz
Vermischtes
Eslarn
05.07.2016
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Eine Nachtschicht legten die Viertklässler der Eslarner Grundschule ein. Dabei machten sie sich auf die Suche nach einem besonderen Säugetier.

Zusammen mit Schulleiterin Bianca Ederer, Lehrerin Linda Wagner und Experten Markus Liebl suchten die Mädchen und Buben eine Fledermaus. "Der abgelagerte Kot deutet auf die Anwesenheit einer einzelnen Fledermaus hin", erläuterte der Fachberater nach dem Auffinden von deutlichen Spuren am Dachboden.

Die Viertklässler freuten sich in der Dämmerung auf die Exkursion im Schulhof. Sie spähten geduldig in Richtung des ausfindig gemachten Ausflugloches am Schuldach. Bevor die Dunkelheit hereinbrach, erzählte Liebl, der hauptberuflich als Postbeamter tätig ist, anhand von Bildern und einer mitgebrachten Fledermaus-Attrappe vieles über Lebensraum und Gewohnheiten.

Nach den Einblicken ins Leben der Fledermäuse, von denen im Landkreis rund 18 verschiedene Arten vorkommen, machten sich die Kinder auf die Suche nach dem ungewöhnlichen Gast. Beim Zerlegen der am Dachboden der Schule aufgefundenen trockenen Exkremente konnte Liebl von den ausgeschiedenen Nahrungsresten auf die Art schließen: das Große Mausohr.

Das Tier hat eine Flügelspannweite von rund 40 Zentimeter und ist die größte Fledermaus in Deutschland. Sie wiegt bis zu 40 Gramm, ist so groß wie ein Hamster und verspeist in der Nacht rund 300 Mücken, Nachtfalter und Käfer.

Während des Wartens flog im Pausenhof plötzlich eine Fledermaus über die Kinder hinweg. Liebl hielt mit seinem mitgebrachten Ultraschallrekorder die typischen Laute fest und machte sie hörbar. "Nach den Aufnahmen kann ich die Fledermaus auf vier Arten eingrenzen, so dass es sich um eine Zwergfledermaus, das Große Mausohr, den Großen Abendsegler oder die Nordfledermaus handeln könnte", stellte er fest. Ob eines dieser Tiere tatsächlich am Dachboden der Grundschule immer noch nächtigt, konnte der bestellte Landkreisbetreuer für Weiden, Neustadt/WN und Tirschenreuth den Kindern nicht eindeutig bestätigen.

"Ich hab mich an eurer Schule sehr wohl gefühlt", sagte Liebl zum Abschluss. Ederer überreichte dem Experten ein Geschenk. Und der Elternbeirat lud die kleinen und großen Nachtschwärmer zu einer deftigen Brotzeit ein.
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