Eslarnerin Barbara Karl feiert im großen Kreis 95. Geburtstag
Täglich zwei Schoppen Bier

Zum 95. Geburtstag von Barbara Karl (vorne, Mitte) wünschten ihre Kinder, Enkel und Urenkel mit Familien sowie viele Verwandte vor allem Gesundheit. Bild: gz
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Eslarn
01.03.2016
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Ein Schoppen Bier zu Mittag und am Abend - das scheint das Geheimrezept der 95-jährigen Barbara Karl für ihr hohes Alter zu sein. Mehr ließ sich die "Kuch-Wetl" an ihrem Geburtstag nicht entlocken.

Alles Gute, vor allem Gesundheit, und noch viele Jahre voller Freude mit ihrem Balkongärtchen wünschten die Kinder, Enkel und Urenkel mit ihren Angehörigen sowie Verwandte und Vereinsabordnungen. Die beliebte "Kuch-Wetl", wie die langjährige Unternehmerin hinter der Verkaufstheke oder in der Gaststätte im Volksmund genannt wurde, freute sich über die vielen Gratulanten.

Wiege in Eisendorf


Die Jubilarin erzählte ihren Gästen, darunter Bürgermeister Reiner Gäbl und Pfarrer Erwin Bauer, einige Episoden aus ihrer Kindheit und von Begebenheiten aus ihrer Lieblingslektüre "Der Neue Tag". Die Wiege von Barbara Mosberger stand am 28. Februar 1921 in Eisendorf, dem heutigen tschechischen Zelezna. Der Ort grenzte früher unmittelbar an den Eslarner Ortsteil Tillyschanz an. Die Kinder- und Jugendjahre verbrachte die Eisendorferin als jüngstes Kind von Anna und Wilhelm Mosberger mit ihren Geschwistern Willi und Josefa.

1942 heiratete sie den Eslarner Alfons Karl. Das Paar bekam die Söhne Norbert, Max, Heinz und Siegfried und Tochter Anneliese. Das Ehepaar übernahm die Gastwirtschaft an der Moosbacher Straße und baute in den folgenden Jahren eine gut frequentierte Metzgerei auf. "Derf's nu wos sa", erklang hinter der Theke im Metzgerladen die nette Stimme von Barbara Karl. Dabei drückte sie jedem Kind "a Radl Wurscht" in die kleine Hand.

Vor allem den Älteren dürften der "Kuch-Saal" und die tollen Tanzabende mit der "Kuchband" in Erinnerung geblieben sein. Der Saal war gleichzeitig eine Begegnungsstätte, wo viele ihre zukünftigen Lebenspartner kennengelernt haben. 1983 ging das Geschäft an Sohn Max über, der mit seiner Ehefrau Maria das Unternehmen um eine Discothek und einen Tanzsaal erweiterte. Heute bietet die Familie Karl noch Fremdenzimmer und für größere Festlichkeiten die Gaststätte oder den Saal an.

Schicksalsschläge


Ein schwerer Schicksalsschlag traf Barbara Karl mit dem Tod ihres Ehemanns Alfons 1971, ihres Sohns Siegfried 1995 und ihres Sohns Heinz 2015. Der ganze Stolz der Oma und Uroma sind die acht Enkel und acht Urenkel, die dem Gastraum bei der Geburtstagsparty so richtig Leben einhauchten.

Dem langjährigen Mitglied gratulierten der Katholische Frauenbund mit Vorsitzender Ida Brenner und Gertraud Reindl und dem ältesten Mitglied eine Abordnung der Arbeiterwohlfahrt mit Vorsitzenden Fritz Möstl, Monika Maier und Diana Radlböck. Glückwünsche kamen vom CSU-Ortsverband mit Marco Procher und schriftliche von Ministerpräsident Horst Seehofer sowie Landrat Andreas Meier.

Enormes Interesse zeigt die Eslarnerin bis heute beim Lesen ihrer Lieblingslektüre "Der neue Tag". Mit 95 Jahren geht die "Kuch-Wetl" alles ein wenig ruhiger an, genießt mittags und abends einen Schoppen Bier und vertieft sich ab Frühjahr in ihr Gärtchen auf dem Balkon.
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