Faschingspredigz von Pfarrer Erwin Bauer
Heiterkeit macht Herzen weit

Pfarrer Erwin Bauer war für seine Faschingspredigt ausnahmsweise auf die 1759 angefertigte Rokoko-Kanzel gestiegen. Bild: gz
Vermischtes
Eslarn
09.02.2016
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Der Fasching machte am Sonntag auch vor der Pfarrkirche "Mariä Himmelfahrt" nicht Halt. Pfarrer Erwin Bauer baute in der Faschingspredigt eine Brücke vom närrischen Treiben zur Botschaft und Liebe Gottes. Der Zelebrant zeigte sich zu seiner öffentlichen Proklamation an die Kirchenbesucher ausnahmsweise auf der 1759 angefertigten Rokoko-Kanzel und reihte sich neben den vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes ein.

"Seid gegrüßt, ob nah ob fern, hier vorne säh' ich euch sehr gern, auch ist's vorne mehr live und wärmer, auf auf, ihr Hinter-Bänker-Schwärmer." Der Geistliche verpackte einiges in Gedichtform, was er einmal im Jahr offenlegen wollte und wählte die Faschingszeit als idealen Zeitpunkt. Dauerbrenner sind die Belegung der vorderen, beheizten Bänke, und der allgemeine Kichenbesuch.

Blick durchs Fernrohr


"Doch viele sind so weit weg, da hat auch das Fernrohr keinen Zweck." Mit einem Blick durch ein aufgebautes Fernrohr hielt Pfarrer Bauer Ausschau nach weiteren Kirchenbesuchern. "Der Herr ist's, der uns Freude schenkt, er der seine Kirche und unser Leben lenkt. Doch Gott sagt ihm ganz direkt: Ich brauche dich, auch unperfekt."

Menschen retten


So wie Fischer Petrus mit den Jüngern keine Fische, sondern Menschen fangen und zum Glauben bewegen sollte, ergeht auch an die weltlichen Menschenfischer und das tüchtige Bodenpersonal die christliche Order. "Denn Menschen fangen, das heißt retten, dass sie frei von allen Ketten in der Liebe Gottes fröhlich schwimmen, nicht in Elend, Not nur dahinsimmern."

Für wichtig erachtete es der Prediger, dass jeder noch über den Unsinn lachen kann, den er selber verursacht hat. "Denn Humor und Heiterkeit machen die Herzen groß und weit." Mit der Erinnerung an den Beginn der 40-tägigem Fastenzeit und Vorbereitung auf das Osterfest ab Aschermittwoch schloss Bauer seinen Vortrag. "Damit ist die Predigt für heut' aus, bleibt noch gern in Gottes Haus." Dafür gab es spontanen Applaus.
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