Festival zum Reinheitsgebot abgebrochen
Nur kurze fröhliche Feier

Am Freitagnachmittag war die Stimmung am Eslarner Stand noch prächtig. Nach der Nachricht von dem Amoklauf im Olympiaeinkaufszentrum beendeten der Veranstalter aber das Festival zum Reinheitsgebot. Bild: buc
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Eslarn
25.07.2016
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Das Festival "500 Jahre Bayerisches Reinheitsgebot" in München hätte zum Fest der Superlative werden können. Am frühen Freitagabend, wo beste Stimmung auch um den Eslarner Stand herrschte, zerriss die Nachricht vom Amoklauf im Olympiaeinkaufszentrum jäh das fröhliche Feiern.

Eslarn/München. Der Markt Eslarn hatte geplant, das komplette Wochenende seine Kommunbrauerei auf dem Festivalgelände rund um den Odeonsplatz zu präsentieren. Noch bevor Landwirtschaftsminister Helmut Brunner die Veranstaltung Freitagmittag offiziell als eröffnet erklärte, schlenderten zahlreiche Menschen sämtlicher Nationalitäten durch die "Bierstraßen" mit den Spezialitätenständen.

Zoigl ein Renner


Zielsicher fanden auch viele ehemalige Eslarner, die in München und Umgebung wohnen, den meist dicht besuchten Stand unterhalb des Reiterstandbilds von König Ludwig I. Der Rebhuhnzoigl wurde für seinen besonderen Geschmack sehr gelobt, da durfte das Team um Bürgermeister Reiner Gäbl die Jubiläumsgläser mehrmals nachfüllen.

Hingucker war auch die lebensgroße Plakatdarstellung des Kommunbraumeisters Georg Zierer senior. Zweitem Bürgermeister Georg Zierer, Sohn des Braumeisters, wurde ganz oft die Ähnlichkeit bestätigt. Ausführlich erklärten die Standbetreuer die Besonderheiten des Zoigls- beziehungsweise Kommunbieres und unterstrichen die Wichtigkeit des bayerischen Reinheitsgebots.

Ein altes Gesetz, das bis heute nichts an Aktualität verloren hat. Die Tafel mit der Aufschrift "Ein Tag ohne Bier ist ein Gesundheitsrisiko" dürfte an diesem Freitag der am meisten fotografierte Spruch gewesen sein.

Starkes Polizeiaufgebot


Die Nachricht vom Amoklauf im Olympiaeinkaufszentrum beendete die fröhliche Feier. Angst und Entsetzen verbreiteten sich rasend, als es gegen 19.30 Uhr hieß, dass am Stachus und Marienplatz ebenfalls Schüsse gefallen seien. Ein starkes Polizeiaufgebot sicherte in der Innenstadt die Lage und forderte die Aussteller auf, sofort die Stände zu schließen und sich den großen Plätzen fernzuhalten. Das Eslarner Team wurde zeitweilig in das Innenministerium evakuiert.

Nachdem am Samstag der Brauereiverband beschlossen hatte, das Fest aus Pietätsgründen abzusagen, bauten auch die Eslarner ab. Wie eine Geisterstadt fühlte sich die sonst so quirlige Metropole an. Plätze, Straßen, U- und S-Bahnen waren nur wenig frequentiert. Aus der Sicht von Bürgermeister Gäbl ist es schockierend und unbegreiflich, dass solche Taten dieses friedliche Miteinander jäh beendeten.
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