Geschichte der Kolpingsfamilie Eslarn
Verein schreitet gegen Tanzgelüste ein

1946 ließen zahlreiche Altmitglieder die Kolpingsfamilie um Pfarrer Johann Wagner (vorne, Dritter von rechts) und Präses Benefiziat Josef Winkelmann (Mitte) wieder aufleben. Sie begeisterten viele Männer und Frauen zum Beitritt. 1947 wurde die Gerberwerkstatt von Mitglied Eichermüller als neues Heim bezogen. Repro: gz
Vermischtes
Eslarn
15.06.2016
54
0

Die Kolpingsfamilie blickt auf 125 Jahre zurück und feiert vom 24. bis 26. Juni dieses Jubiläum. Mit der Geschichte der Organisation befassten sich bis 1991 Martin Frischmann und bis 2016 Kassier Hans-Jürgen Schnappauf.

In der ersten Sitzung am 8. August 1891 wurden der Schneidergeselle Johann Zimmermann, Privatier Michl Bauriedl und Webergeselle Johann Braun zu den ersten Ehrenmitgliedern ernannt. Die Fahnenweihe feierte der Gesellenverein am 20. Mai 1894 und den Vorsitz hatte 1898 Präses Pfarrer Alexius Sperl und Aushilfspfarrer Joseph Salbek. Geschrieben wird von jährlichen Kirchenparaden an Josefi und von Theateraufführungen an Josefi und Stefani.

Musik unterbrechen


1905 verpflichtete sich die engagierte Musikkapelle bei Paraden, bei "eventuellen Tanzgelüsten" der Gäste die Musik zu unterbrechen. "Der Herbergsvater erhält den Auftrag, die Anwesenden darauf aufmerksam zu machen, dass bei einer vom Gesellenverein veranstalteten Unterhaltung das Tanzvergnügen grundsätzlich ausgeschlossen ist", ließ der damalige Vorstand um Präses Kooperator Joseph Ott und Ehrenpräses Pfarrer Georg Baier verlautbaren.

Am Ersten Weltkrieg nahmen 51 Aktive und 22 Ehrenmitglieder von Altkolping teil. 14 kehrten nicht mehr nach Hause zurück, 5 wurden vermisst und 6 gerieten in Gefangenschaft. Zum Präses ernannt wurden 1926 Benefiziat Johann Gnogler, 1931 Benefiziat Karl Sagstetter und zum Ehrenpräses Pfarrer Pöllath.

"Am 8. Juni 1933 wurde der Gesellentag in München von SA-Angehörigen gestört, einen Tag später das Vereinsvermögen beschlagnahmt und die Tätigkeit der Gesellenvereine eingestellt", steht in den Aufzeichnungen. Die Leitung hatte Gaupräses Pfarrer Johann Wagner. Da viele junge Mitglieder der Deutschen Arbeiterpartei betraten, mussten 1933 die Tätigkeiten des katholischen Gesellenvereins eingestellt werden.

Quartier in Gerberwerkstatt


17 Altmitglieder ließen den Verein am 14. April 1946 wieder aufleben. Wegen der erneuten Aktivitäten traten um Präses Benefiziat Josef Winkelmann und Vorsitzenden Eduard Voit im Vereinslokal "Elisabethenheim" 29 Neumitglieder dem Gesellenverein bei. 1947 wurde in der Gerberwerkstatt von Mitglied Eichermüller Quartier bezogen.

Unter dem neuen Vorsitzenden Hans Kleber wurde 1949 Eduard Voit zum Vizepräses bestellt und im Juli das 60. Gründungsfest mit Diözesanpräses Karl Böhm gefeiert, der das neue Banner segnete. 1950 folgte Benefiziat Johann Hildebrand als Präses, Eduard Voit als Vorsitzender und ein Jahr später Benefiziat Franz-Xaver Aufschläger als Präses. Der Vorsitz wechselte 1953 erneut zu Hans Kleber, 1955 zu Michl Rückerl und Benefiziat Albert Zahnweh wurde neuer Präses.

"Im Januar 1956 wurde mit Senior Martin Frischmann, Schriftführer Wilhelm Zach, Kassier Max Grießl, Altsenior Michl Voit und Max Kaiser eine neue Führungsriege verpflichtet." 1958 folgte die Fahnenweihe. Als neues Vereinsheim wurde 1960 unter Präses Anton Kiener das Jugendheim an der Poststraße (Brennerfranzl-Stodl) eingeweiht.

Auszeichnung für Regisseur


Sechs Jahre später begrüßte Senior Zach die beiden Geistlichen Räte Pfarrer Johann Wagner und als Präses Pfarrer Hugo Wagner. Geehrt wurden Ehrenmitglied Hauptlehrer Johann Faltenbach für 15-jährige Tätigkeit als Theaterregisseur. Präses wurde Benefiziat Josef Schart. 1969 folgte als Senior Ludwig Kleber und 1971 Josef Forster.

Beim 80. Gründungsfest 1971 hielt der damalige Diözesanpräses und heutige Weihbischof Wilhelm Schraml die Festpredigt und Kolpingsohn MdB Franz Weigl am "Kuch"-Saal die Festrede. Nach Auflösung des Benefiziums 1972 übernahm erneut Pfarrer Hugo Wagner für weitere 20 Jahre das Amt des Präses. Als neue Aktionen angeboten wurden das Johannisfeier, Altkleidersammlung und ein Preisschafkopf.

Den Vorsitz übernahm 1977 Johann Kleber aus Roßtränk. 1981 traten 27 Mitglieder, darunter erstmals 19 Mädchen, dem Gesellenverein bei. Ein Höhepunkt war 1982 die Einweihung des Pfarr- und Jugendheims St. Marien durch Weihbischof Karl Flügel. Ab 1983 übernahm Johann Grießl den Vorsitz, und mit Gisela Wolf führte erstmals eine Frau die Jugendgruppe.

Am 20. November 1985 wurde das von Kolpingsmitgliedern und Helfern am Kalvarienberg installierte Gipfelkreuz und der Kreuzweg eingeweiht. Ein besonderes Ereignis war 1989 die 300-Jahrfeier der Pfarrkirche mit Diözesanpräses Robert Hüttner. Das 100-Jährige und die Seligsprechung Adolph Kolping feierte Kolping mit dem Patenverein Neustadt/WN unter der Schirmherrschaft von MdL Ernst Michl.

Neue Aktion: Kinderfasching


Am 1. Juli 1993 verbreitete sich die Nachricht vom Tod des erst 34-jährigen Vorsitzenden Grießl, der zehn Jahre den Gesellenverein geführt hatte. Nachfolger wurde Gregor Härtl, der bis heute an der Spitze des Vereins steht.

Am 5. Oktober 2003 kam Pfarrer Erwin Bauer nach Eslarn und wurde Präses. Bereits 2004 organisierte der neu formierte Familienkreis um Sprecherin Waltraud Rupprecht einen Kinderfasching, dem in den Jahren weitere Aktivitäten folgen sollten. 2006 war von der Einweihung der St.-Antonius-Kapelle geprägt. Die Kolpingsfamilie führte 2009 Vorsitzender Gregor Härtl erstmals mit den gleichberechtigten Stellvertretern Agnes Härtl und Georg Bauer.

Der Herbergsvater erhält den Auftrag, die Anwesenden darauf aufmerksam zu machen, dass bei einer vom Gesellenverein veranstalteten Unterhaltung das Tanzvergnügen grundsätzlich ausgeschlossen ist.Vorstand des Gesellenvereins im Jahr 1905
Weitere Beiträge zu den Themen: Jubiläum (365)Kolpingsfamilie Eslarn (11)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.