Happy End auf der Aiderbichl-Filiale in Eslarn
„Zeus“ setzt sich durch

Das Stierkalb und die Mutterkuh fühlen sich unter der Rinderherde bei Aiderbichler Michael Meckl in Eslarn bestens aufgehoben. Bild: gz
Vermischtes
Eslarn
10.08.2016
196
0

Eine tierisch ernste Geschichte mit einem Happy End für ein Stierkalb und der voneinander getrennten Fleckvieh-Kuh ereignete sich in Franken. In der Aiderbichl-Filiale in Eslarn fanden beide nach dem Sprichwort "Totgesagte leben länger" wieder vereint eine Bleibe.

Sie genießen mit weiteren Artgenossen, darunter dem Stier "Gershwin" als Herr der großen Weide, die Freiheit und bei der Familie Meckl eine gute Pflege. Die rührige Geschichte von einem Stierkalb mit dem Namen "Zeus" spielte in einem Ort am Brombachsee.

Das erst drei Monate junge Rind wurde wegen einer anstehenden Hofaufgabe von der Mutterkuh "Helga" getrennt und kam zu einem rund 500 Meter entfernten Nachbarbauern. Die Kuh dagegen sollte in wenigen Tagen zum Schlachter. Durch die spontane Trennung brüllte "Helga" ständig nach ihrem Kälbchen. Das Rufen der Mutter aus der Ferne hörte "Zeus" und antwortete unruhig und voller Sehnsucht.

Zurück zur Mutter


Der kleine Stier sprang über die Boxenmauer und büchste immer wieder aus dem Stall aus. Dabei ging es im Stier-Galopp durch den Wald, auf die Straße und durch das Dorf. Letztendlich führte der Weg zu seiner Mutter. Dieses Verhalten bewegte nicht nur viele Menschen, sondern auch verschiedene Medien und die Verantwortlichen von Gut Aiderbichl. Die Aufnahme weiterer Tiere in einer Filiale musste laut den Verantwortlichen gut überlegt sein, da mit mehr als 550 Rindern, die unter dem besonderen lebenslangen Schutz von Gut Aiderbichl stehen, eine große Verantwortung übernommen wurde.

Durch die Hilfe der Aiderbichler und einiger Tierfreunde, die auf einen Hilferuf im Internet reagierten, lösten sich die Ketten der Mutterkuh, und "Helga" war nach einem Ausgleich für den veranschlagten Schlachtpreis dem Tod noch rechtzeitig entgangen.

Beim ersten Wiedersehen genoss es "Zeus", liebevoll von seiner totgesagten Mutter abgeleckt zu werden und stärkte sich am Euter mit Milch. Vereint mit ihrem Stierkalb trat die Fleckvieh-Kuh die Reise zur Aiderbichl-Filiale nach Eslarn an. Das ruhige Verhalten der beiden Rinder im Viehtransporter verfolgte der Fahrer über eine Kamera.

47 Tage im Wald versteckt


Die Kühe und vor allem der große vierjährige Bullen "Gershwin" schlossen die beiden Neuankömmlinge wurden auf der großflächigen Weide bei Michael Meckl gleich ins Herz. Auch der große Stier hatte sich vor dem Schlachter instinktiv 47 Tage im Wald versteckt und mit seiner Aktion den Bauern überzeugt, dass er weiterleben wollte.

Ein Happy End, das nur mit der Unterstützung von Gut Aiderbichl und einiger Tierfreunde zustande kam. Bei Familie Meckl genießen verletzte, vernachlässigte und todgeweihte Tiere eine Lobby und vor allem einen schönen Lebensabend.

Der Gnadenhof in Eslarn ist allerdings kein Besucherhof wie das Hauptgut Aiderbichl "Henndorf" bei Salzburg. Da der Unterhalt für die Mutterkuh und das Stierkalb erst zu einem Drittel abgedeckt ist, sind Patenschaften notwendig. "Bitte begleiten sie den Lebensweg der beiden und helfen Sie uns dabei, den lebenslangen Unterhalt für 'Helga' und 'Zeus' zu tragen", lautet der Aufruf von Dieter Ehrengruber von Gut Aiderbichl.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.