Heimatverein "Eisendorf und Umgebung" besetzt Posten neu
„Fremde ist Heimat geworden“

Im Beisein von Heimatkreisbetreuer Peter Pawlik, Pfarrer Gerhard Hettler und Josef Hoffmann dankte Vorsitzender Waldemar Hansl dem neuen Fahnenträger Ernst Meindl (von links) für die Unterstützung. Bild: gz
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Eslarn
08.07.2016
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Der 1993 gegründete Heimatverein "Eisendorf und Umgebung" hat mit Ernst Meindl einen neuen Fahnenträger. Das Ehrenamt übernahm ab der Gründung generationsübergreifend die Familie Hansl. Der Verein hat aber ein wachsendes Problem.

"Leider müssen wir feststellen, dass die Mitglieder und Teilnehmer in den letzten Jahren kontinuierlich weniger werden", stellte Vorsitzender Waldemar Hansl bei der Jahresversammlung fest. Beim Treffen im Café Karl (Boderbeck) begrüßte Hansl 22 Mitglieder und Gäste.

Ein Gruß galt Vorgänger Josef Hoffmann, der sich nach einer Herzoperation und einem Schlaganfall wieder erholt habe. Die Fahrten von dessen Wahlheimat Niefern-Öschelbronn in Baden-Württemberg zu seinem ehemaligen, über 300 Kilometer entfernt liegenden Heimatort Eisendorf, dem heutigen tschechischen Zelezna, waren für "Beppe" Hoffmann stets eine Pflicht. Der Ortsvorsitzende dankte dem Vorgänger für seine unermüdliche Arbeit.

"Du hast mit deinen Anregungen und Aktivitäten deinen Heimatverein stets unterstützt und die Heimatgeschichte wach gehalten." Beim Totengedenken erinnerte Josef Hoffmann besonders an Josef Wild (Gougl-Beppe) und an Gründungsmitglied Josef Hildwein.

Neuer Fahnenträger


Nach dem Kassenbericht informierte der Vorsitzende, dass sich Ernst Meindl als neuer Fahnenträger zur Verfügung stellt. Die Mitglieder stimmten dem Vorschlag einstimmig zu. In diesem Zusammenhang erinnerte Hoffmann an den Spender der Kirchenfahne Franz Sachs und den ersten Fahnenträger Waldemar Hansl, dem verstorbenen Vater des heutigen Vorsitzenden. Das Ehrenamt übernahm anschließend Josef Hansl und nach dessen Tod bis zur Wahl als Ortsvorsitzender Bruder Waldemar Hansl.

Der langjährige Vorsitzende Hoffmann blickte in die Geschichte und erinnerte ans Dorfleben in der ehemaligen Heimat Eisendorf und die Aussiedelung. Die meisten Bewohner, wie auch seine Eltern Karl und Walburga Hoffmann (geborene Ziegler), hatten ihren Lebensunterhalt mit einer kleinen Landwirtschaft verdient. Nach der Zwangsaussiedelung verstreuten sich die Bewohner in ganz Deutschland und Josef Hoffmann kam in den Schwarzwald, wo er in seiner Wahlheimat Niefern-Öschelbronn eine Familie und Firma gründete. Bei einem Heimatbesuch gründeten die Vertriebenen mit Eslarnern 1993 im Café Karl den Heimatverein "Eisendorf und Umgebung". Der Club zählte zu Beginn rund 200 Mitglieder. Nach Jahren der Isolation führte die Grenzöffnung 1989 schon zu gemeinsamen Unternehmungen und freundschaftlichen Treffen mit den tschechischen Nachbarn.

Inzwischen hat Josef Hoffmann den 81. Geburtstag gefeiert und wiederholt festgestellt: "Die Fremde ist unsere Heimat geworden, doch die Heimat darf nie zur Fremde werden" Der Vereinsabend endete mit einem gemütlichen Beisammensein.
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