Kolpingsfamilie Eslarn feiert 125-jähriges Bestehen
Ein Ofen, der ausstrahlt

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Eslarn
27.06.2016
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Die Kolpingsfamilie in Eslarn blickt auf eine 125-jährige Geschichte zurück. Seit 70 Jahren halten Johann Voit und Johann Schäffer dem Verein die Treue. Sie gehörten zu den Geehrten. Eine besondere Überraschung hielten die Verantwortlichen aber für Kassier Albin Kaiser bereit.

Vorsitzender Gregor Härtl begrüßte unter den vielen Gästen und Mitgliedern auch eine Abordnung vom Heimatverein "Die Eslarner in München". "Die 125 Jahre, eine imposante Zahl, löst Bewunderung und Respekt aus." Präses Pfarrer Erwin Bauer wollte das Jubiläum als neuen Anstoß zum neuen Aufbruch christlichen Glaubens verstanden wissen. Gleichzeitig dankte er allen, die in den Jahrzehnten die bemerkenswerte Leitkultur gelebt haben.

Vermächtnis weiter leben


Jetzt müssen wir das Vermächtnis der christlichen Solidarität nach dem Zitat von Apostel Paulus weiter leben: Einer trage des anderen Last, so könne man das Gesetz Christi erfüllen. Nur so konnten die Menschen im Gründungsjahr das schwere Leben ertragen und eine Aufbruchstimmung aufkeimen lassen. "Wir müssen diese Geschichte mit Solidarität wach und lebendig halten, denn auch heute gibt es noch viele Menschen, die durchs soziale Netz fallen und Hilfe benötigen."

"Es war im Sommer 1891 als der Gesellenverein in Eslarn gegründet wurde und seither haben 17 Präses und 25 Vorsitzende zum Fortbestand beigetragen", stellte der stellvertretende Vorsitzende Josef Sander vom Kolpingbezirk aus Abensberg fest. "Der Eslarner Verein steht nicht nur auf dem Papier, sondern hält 125 Jahre lang die Werte Kirche, Familie, Gesellschaft, Kultur und Solidarität aktiv lebendig. Ich wünsche dem Verein weiterhin Mut und Tatkraft, vor allem Gottvertrauen im Sinne des Kolpingwerkes", fügte er an.

Bürgermeister Reiner Gäbl hob lobend das attraktive Festprogramm und das Engagement zusammen mit dem Familienkreis hervor. In der Bilderausstellung spiegele sich die 125-jährige Geschichte eindrucksvoll wider. Kolping habe wesentlich zur Gründung der Gewerkschaften beigetragen und wirke als Sozialverband in der ganzen Welt. Die Kolpingsfamilien kümmern sich mit ehrenamtlichen Engagement um alle, auch um Flüchtlinge, und geben vielen in der Region eine Arbeit. "Tut jeder in seinem Kreis das Beste, wird's bald in der Welt auch besser aussehen", gab Gäbl der Kolpingsfamilie mit auf dem Weg und wünschte weiterhin treue Mitglieder.

Landrat Andreas Meier baute eine Brücke von der Gründerzeit bis zu den heutigen Brennpunkten. "Die 125 Jahre sind Grund genug, um zu feiern, aber auch Anlass, um in sich selbst hineinzuhorchen und eigene Leitsätze fürs Leben abzufragen." Brennpunkte habe es früher wie heute gegeben. Als Beispiel nannte der Landrat die Bewältigung der Flüchtlingssituation. Stolz sei er auf das dichte Netzwerk mit caritativem und sozialem Hintergrund des Kolpingwerks. Der Landrat bat alle, mit diesem Engagement nicht nachzulassen, denn es gebe immer wieder Menschen die Hilfe brauchen.

Als ein stolzes Alter bezeichnete Bezirkspäses Pfarrer Josef Most die 125 Jahre. Es brauche viele Positionslichter für eine sichere Landung. In den 125 Jahren haben die Eslarner zahlreiche Zeichen gesetzt und die Wichtigkeit der Solidarität und Familie in den Mittelpunkt gestellt. "Wir sind kein Ofen, der sich selber wärmt, sondern der ausstrahlt", beschrieb der Geistliche die Arbeit von Kolping und wünschte dem Verein für eine sichere Zukunft viele jüngere Mitglieder.

An die Fahnenweihe am 11. Juni 1933 erinnerte Vorsitzender Otto Wild vom Heimatverein "Die Eslarner in München". "Die Väter der Kolpingsfamilie sind als Patenverein dem Heimatverein bei der Fahnenweihe in München beigestanden und dafür möchte ich danken", so Wild.

Geschenk für Festleiterin


Festleiterin Agnes Härtl dankte den Ehrengästen mit bestickten Badetüchern und allen Mitakteuren für die tatkräftige Unterstützung. "Soweit Gottes Arm reicht, sind Menschen nicht verlassen und der Arm reicht weit", stellte sie fest. Besonders hob sie das solidarische Zusammenwirken der Frauen und Männer hervor. Der Vorsitzende überraschte Agnes Härtl mit einem Gutschein für einen Aufenthalt im Johannisthal.

Mit klassischen Melodien verlieh das musikalische Ensemble Martina Brenner am Keyboard und Willibald Wirth mit der Geige dem beeindruckenden Ehrenabend eine würdige Note. Die Veranstaltung klang mit dem Kolpinglied "'s war einst ein braver Junggeselle, er lebe ewig hoch!" und dem irischen Segenslied "Möge die Straße uns zusammenführen und der Wind in deinem Rücken sein" beeindruckend aus. Im Anschluss wurden alle Gäste zu einem Imbiss eingeladen.

EhrungenDer Höhepunkt des Ehrenabends war der Dank an die treuen Kolpingmitglieder. Die Silbernadel und eine Urkunde für 25 Jahre erhielten Norbert Reindl und Albert Zierer und eine Erinnerungsurkunde für 40 Jahre Gerhard Brenner und Johann Landgraf. Bereits 50 Jahre in der Kolpingsfamilie vertreten sind Siegfried Sier, Günther Hummer, Karl Kleber aus Passenrieth (Xanten) und dafür gab es zur Urkunde die Anstecknadel in Gold. Die Ehrung für 70-jährige Treue von Johann Voit und Johann Schäffer dürfte in der Vereinswelt einmalig sein und für diese außergewöhnliche Auszeichnung gab es zur Urkunde die Kolpinggedächtnismedaille. Zudem wird der Kolping-Bildband an einige Ereignisse aus den vergangenen 70 Kolpingjahren erinnern.

"Aufgrund seines 36-jährigen ehrenamtlichen Dienstes als Kassier der Kolpingsfamilie wird Kolpingbruder Albin Kaiser einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt", überraschte der Vorsitzende. (gz)
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