Polizei geht von Geldwäsche aus
Wohnung Umschlagplatz für Waren aller Art

Beschlagnahmte Gegenstände. Bild: Polizeiinspektion Vohenstrauß
Vermischtes
Eslarn
04.03.2016
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Begonnen hat es mit einer Betrugsanzeige wegen unberechtigter Abbuchungen über das Konto eines Mannes aus Baden-Württemberg. In Eslarn konnten Polizeibeamte nun umfangreiche, rechtswidrig erlangte Gegenstände sicherstellen.

Ende letzten Jahres erstattete ein Mann aus Baden-Württemberg Anzeige bei seiner Polizeidienststelle, da er mehrere unberechtigte Abbuchungen von seinem Konto feststellte. Die ersten dortigen Ermittlungen ergaben, dass mehrere Waren unter rechtswidriger Nutzung seiner Kontodaten erfolgten. Da alle Waren an eine Adresse in Eslarn gesandt wurden, wurde die Polizei Vohenstrauß um weitere Ermittlungen gebeten.

Nachdem ein Durchsuchungsbeschluss für diese Adresse erwirkt wurde, durchsuchten Polizistehn schließlich direkt nach erneuter Postzustellung die Wohnung. Die Beamten staunten nicht schlecht, als sie umfangreiche Waren aller Art in der Wohnung fanden. Der Großteil war noch mit Originaletiketten versehen und original verpackt. Darunter befanden sich unter anderem Werkzeug, Fotoapparate, Brillen, Spielwaren, kosmetische Erzeugnisse, Bekleidung, Audiogeräte sowie Haushaltsgeräte. Insgesamt schätzt die Polizei den Wert der Waren auf circa 4000 Euro.

"Nach momentanen Stand der Ermittlungen dürfte die Gegenstände von noch Unbekannten bestellt und über unberechtigt erlangte Kontodaten bezahlt worden sein", berichtet Polizeihauptkommissar Norbert Kellner. Die im Anwesen wohnhaften zwei 32-jährigen Frauen fungierten hierbei lediglich als Umpacker dieser Waren. Alle zwei wurden zu diesem Zweck „angestellt“, wobei sie wohl nicht wussten, dass die Waren betrügerisch erlangt wurden. Der „Arbeitgeber“ gab entsprechende Zusammenstellungen der Waren in diverse Pakte in Auftrag und organisierte das Versenden dieser an russische Adressen.

Die Polizei Vohenstrauß hatte alle Hände voll zu tun die Waren zunächst zu katalogisieren. Gleichzeitig stehen intensive Ermittlungen ins Haus, um den Auftraggebern dieser Zwischenstation festzustellen. Die Staatsanwaltschaft Weiden geht in diesem Fall von Geldwäsche aus, wobei der Gesamtablauf zusätzlich die Tatbestände des Betrugs und der Fälschung beweiserheblicher Daten, sowie das Ausspähen von Daten beinhaltet. Fest stehen dürfte, dass die zwei Frauen in gutem Glauben eine Arbeit aufnehmen wollten. Sie wurden offensichtlich für betrügerische Handlungen missbraucht.
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