Referat über den Islam
Viele Vorurteile

Anita Weichselmann (links) referierte im Eslarner Pfarrheim über den Islam. Dabei sprach sie viele Gemeinsamkeiten der Religionen an, ging aber auch auf die Probleme ein. Bild: gz
Vermischtes
Eslarn
11.03.2016
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Über die Entstehung des Islam sowie Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu anderen Glaubensgemeinschaften sprach Anita Weichselmann im Pfarrheim. 25 Frauen, überwiegend vom Seniorenkreis "Goldener Oktober", und 6 Männer waren gekommen, darunter Pfarrer Erwin Bauer und Pfarrer Benny. Die ehemalige Markträtin unterstützt Asylsuchende seit Jahren bei Behördengängen, Sprachkursen und der Organisierung einer Kleiderkammer.

75 Moslems in Eslarn


"Die wahren Moslems habe ich in Eslarn getroffen", dankte ein Flüchtling den Helferinnen für die Hilfe. Ein Lob in der Form dürften die Ehrenamtlichen noch von keinem bekommen haben. "Wir haben in Eslarn 76 Asylbewerber, davon 75 Moslems", informierte die ehemalige Sprecherin. "Die vielen Vorurteile waren für mich Grund genug für ein aufklärendes Referat."

Der Islam hat seinen Ursprung in der Verkündigung des Engels Gabriel an Mohammed am Berg Hira in der Nähe von Mekka. Bei den Christen war es Moses, der am Berg Sinai von Gott die zehn Gebote empfangen durfte. Der Islam mit "dem einen Gott" führte bei vielen gerade in Mekka zu Problemen, da dort von allen Pilgern Geld verdient wurde und sich niemand auf eine einzige Gottheit festlegen wollte.

"Nach dem islamischen Glauben hätten die Juden und Christen die Botschaft Gottes verfälscht", stellte Weichselmann fest. Nach dem Koran begehen Christen mit ihrem Glauben an den dreieinigen Gott die schlimmste Sünde überhaupt: die Sünde der Vielgötterei. Der Koran bezeichne Adam, Abraham, Moses und auch Jesus als Propheten. "Im Koran sind viele Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament enthalten, die neu erzählt oder umgedeutet wurden", sagte Weichselmann.

Per Handy zum Gebet


Zu den im Islam festgelegten fünf religiösen Grundsäulen gehören das Glaubenszeugnis, die Pflichtgebete zu fünf bestimmten Tageszeiten, das Fasten im Monat Ramadan, die Armensteuer und die Pilgerfahrt nach Mekka. In arabischen Ländern ruft ein Muezzin vom Minarett aus die Gläubigen zum Gebet, und auf dem Land kommt die Aufforderung heute über ein Kommunikationsmittel (Handy). Da freitags das Gebet grundsätzlich in einer Moschee stattfinden sollte, fahren die Muslime mit dem Bus von Eslarn zu einer der drei Gebetsstätten nach Weiden.

Nicht unerwähnt ließ die Referentin die vielen Probleme zwischen den verschiedenen Religionen, Hasspredigten und Konflikte. "Der Islam als Religion ist der unseren nicht allzu unähnlich, aber eine Annäherung ans Christentum wird es von islamischer Seite kaum geben", befürchtet Weichselmann.
Der Islam als Religion ist der unseren nicht allzu unähnlich, aber eine Annäherung ans Christentum wird es von islamischer Seite kaum geben.Anita Weichselmann
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