"Schlutupers vom Böhmerwald" und "Jesse-James vom Sportheim" ziehen durch den Markt
Keine Musik aus der Konserve

Auch heute vereinen sich die beiden Musikgruppen wieder vor dem Rathaus und spielen auf. Archivbild: gz
Vermischtes
Eslarn
04.02.2016
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(gz) "Dou is Musi und dou san Maschkerer dahoum." Das gesamte Jahr über bereichern Musikkapellen, Musikschulen und Chöre das gesellige und kulturelle Leben im Markt, aber nur in der närrischen Zeit - speziell am "Naschn Pfinsta" (Donnerstag) und "Naschn Irta" (Dienstag) oder abschließend am Aschermittwoch - treten zwei Combos mit ihren maskierten Fans öffentlich in Erscheinung.

Fischfabrik aus Lübeck


Die begeisterten Faschingsmusiker von "Schlutupers vom Böhmerwald" und der Band "Jesse James vom Sportheim" stammen aus den unterschiedlichsten Gruppen und bereichern das närrische Treiben nur an diesen Tagen. Die Sportheim-Combo entwickelte sich aus Freude an der Musik bei humorvollen Treffen einiger Musiker in der Fußballerhochburg.

Dagegen entwickelte sich der Begriff "Schlutupers" aus einer gemütlichen Runde beim Brotzeitmachen im Böhmerwald, bei der sich die Teilnehmer beim Anblick der leeren Bratheringdose an ein urzeitliches Instrument erinnerten. Der Ausdruck "Blechdose" wandelte sich zum "reinen Blech", einer positiven Bewertung des musikalischen Könnens, und aus der Fischkonserve entstand irgendwie die Band "Schlutupers". Im übrigen existiert bei der Hansestadt Lübeck ein Ort und eine Fischfabrik mit diesem Namen.

Am heutigen Weiberfasching werden die leidenschaftlichen Tonkünstler mit ihrer kostümierten Fangemeinde die örtliche Faschingswelt mit Klängen und tollen Masken bereichern. Da die Musikgruppen der "Islouer Fosnd" keine führenden Leitfiguren kennen und alle gleich gut und total motiviert sind, wird das Augenmerk eher auf das närrische Geschehen "Asgrom" mit einem Holzpflug gelegt.

Mit dem landwirtschaftlichen urzeitlichen Gerät geht es symbolisch zum "Fosnd asgrom" durch Eslarn. Nach einem "feuchten" Einstimmen in den Stammlokalen marschieren die "Schlutupers" aus südlicher und die "Jesse-James-Band" aus westlicher Richtung von Gaststätte zu den Geschäften und Banken und machen die Bevölkerung lautstark auf den Brauch am "Naschn Pfinsta" aufmerksam. Im Schlepptau haben beide Gruppen zahlreiche Maschkerer.

Am Rathaus verschmelzen die beiden Formationen für kurze Zeit zu einem stimmigen Klangkörper und bieten dem Publikum mit böhmisch-bayerischer Musik sowie Dixieland-Jazz ein gemeinsames Konzert. Wie alle Jahre erhoffen sich die Bandmitglieder trotz des kostenlosen Melodien-Reigens als Gegenleistung von den Ratsherren einen kostenlosen Umtrunk und von den Zuhörern eine freiwillige Gabe in den Klingelbeutel.

Beschwerliche Tour


Nach der beschwerlichen Tour lassen es die Teilnehmer in ihren Hochburgen gemütlich ausklingen und feiern die Weiberfasnacht. Zum Endspurt blasen "Jesse James" am Dienstag, 9. Februar, und die "Schlutupers" am Aschermittwoch, 10. Februar, beim "Fosnd-Agrom".
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