Schützenverein vor 90 und 65 Jahren wiederbelebt
Kartenspielen beim Schießen verboten

Bei der Fahnenweihe 1953 unter Schützenmeister Karl Bauriedl (vorne) übernahm Käthe Zierer das Amt der Fahnenbraut. Fahnenbegleiterinnen waren Sieglinde Frey (daneben links) und Gertraud Lang. Repro: gz
Vermischtes
Eslarn
14.10.2016
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(gz) Die Zimmerstutzen-Schützengesellschaft Eslarn wurde im Oktober vor 90 Jahren wieder gegründet. Nur wenig ist jedoch von der eigentlichen Gründungszeit ab dem 16. März 1884 überliefert. Still um den Schützenverein wurde es im Dritten Reich, so dass es erst wieder ab 1951 bergauf ging.

Gründung 1884


Die Gründung der Zimmerstutzengesellschaft war 1884. Laut Satzung von 1910 war während des Schießens das Kartenspielen verboten und wurde bei Nichteinhaltung mit 10 Pfennig pro Kopf geahndet. Am 1. Oktober 1926 belebten 18 Gleichgesinnte den Schützenverein im Gasthof "Zum Regensburger Hof" und nannten ihn in Zimmerstutzen-Schützengesellschaft um. Noch im Oktober wurde der Verein überraschend wegen zahlreicher Austritte aufgelöst, aber einen Monat später von Hauptlehrer Hans Schlemmer als Zimmerstutzen-Schützenverein "Eintracht" Eslarn neu gegründet.

Nach der Genehmigung durch das Bezirksamt Vohenstrauß bauten 22 Mitglieder um Vorsitzenden Schlemmer im Garten der Brauerei Bauriedl einen neuen Schießstand. Der Monatsbeitrag betrug zehn Pfennig. Ab 1933 wurden die Vereine durch die Nationalsozialisten zum Beitritt in einen Verband gedrängt. Wegen der höheren Beiträge verzichtete der Schützenverein wie viele andere jedoch darauf. Erst am 21. Februar 1951 wurde die Zimmerstutzengesellschaft wieder mit Leben erfüllt. Die Wiedergründung der nun in Schützenverein 1884 umbenannten Organisation unter Leitung des kommissarischen Schützenmeisters Hans Brenner war mit 21 Gleichgesinnten im damaligen Gasthof "Wienerhof". 1970 wurden bei der Brauerei Bauriedl sechs Schießstände errichtet. Der 1988 aufkeimende Traum für ein eigenes Schützenhaus ging mit der Einweihung des in Eigenregie erstellten neuen und modernen Vereinsheimes an der Ludwig-Müller-Straße am 20. September 1993 in Erfüllung. Ein sportlicher Eckpfeiler war 1997 der Aufstieg der ersten Luftpistolenmannschaft in die Bezirksoberliga. Die hervorragende Jugendarbeit zeigte sich in den Meisterschaften im Gau und Bezirk sowie in etlichen Preisen bei Wettbewerben. Ein Höhepunkt war 2007 die Krönung von Florian Wild zum Luftpistolen-Bezirksjungendkönig.

Schmerzlicher Verlust


Einen gewaltigen Schritt in die Zukunft machte der Verein 2014 mit der Anschaffung von zwei computergesteuerten Schießständen. Eine außergewöhnliche Leistung war die Krönung von Anita Bauer-Pfannenstein und Petra Brenner zur Schützenkaiserin, von Florian Frischmann zum Schützenkaiser und Josef Schwarz und Felix Grötsch zum Jugend-Schützenkaiser. Aber auch einen schmerzlichen Verlust mit dem Ableben von Schützenmeister Eddy Hüllenhütter mussten die 1884er im April 2016 hinnehmen. Bis zu den Neuwahlen im Januar führt Matthias Hölzl kommissarisch den Verein.
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