Spur führt nach Russland
Hausdurchsuchung in Eslarn: Staatsanwalt geht von Geldwäsche aus

Ein ganzes Warenlager stellte die Polizei in dem Eslarner Wohnhaus sicher. Bild: hfz
Vermischtes
Eslarn
04.03.2016
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Die Staatsanwaltschaft Weiden geht von Geldwäsche aus: Bei einer Hausdurchsuchung in Eslarn stellte die Polizei umfangreiche Waren sicher, die betrügerisch erworben wurden. Die Spur führt nach Russland.

Bereits Ende vergangenen Jahres erstattete ein Mann aus Baden-Württemberg Anzeige bei seiner Polizeidienststelle, nachdem er mehrere unberechtigte Abbuchungen von seinem Konto festgestellt hatte. Die ersten Ermittlungen ergaben, dass Kriminelle offensichtlich fremde Kontodaten erbeutet hatten und damit auf Einkaufstour gingen.

Die Betrüger schickten alle Produkte an eine Adresse in Eslarn. Daher wurde die Polizeiinspektion Vohenstrauß eingeschaltet. Das Gericht erließ auch sofort einen Durchsuchungsbeschluss, und direkt nach erneuter Zustellung weiterer Pakete rückten die Beamten am Dienstagnachmittag mit großem Aufgebot an. Sie staunten nicht schlecht, als sie in der Wohnung auf umfangreiche Erzeugnisse aller Art stießen. Der Großteil war noch mit Originaletiketten versehen oder original verpackt. Darunter befanden sich Werkzeug, Fotoapparate, Brillen, Spielwaren, Kosmetik, Kleidung, Audio- und Haushaltsgeräte.

Insgesamt schätzt die Polizei den Wert auf 4000 Euro. Wie hoch der Schaden ist, den die Täter über Monate angerichtet haben, kann noch nicht gesagt werden. Er dürfte aber beträchtlich höher sein, vermutete am Freitag Inspektionsleiter Erster Hauptkommissar Martin Zehend.

Nach momentanem Stand haben Unbekannte die Gegenstände bestellt und über unberechtigt erlangte Kontodaten bezahlt. Zwei seit letzten Jahres in dem Gebäude wohnende 32-jährige Frauen fungierten lediglich als Umpacker. Die Russinnen sind zu diesem Zweck angestellt worden. Sie wussten offenbar nicht, dass sie für Betrüger arbeiteten. Der Arbeitgeber gab entsprechende Zusammenstellungen der Waren in diversen Paketen in Auftrag und organisierte das Versenden an russische Adressen.

Die Polizei Vohenstrauß hatte alle Hände voll zu tun, die Waren zunächst zu katalogisieren. Gleichzeitig stehen intensive Ermittlungen ins Haus, um die Auftraggeber festzustellen. Die Staatsanwaltschaft Weiden geht von Geldwäsche aus. Zudem kommen die Tatbestände des Betrugs und der Fälschung beweiserheblicher Daten sowie das Ausspähen von Daten in Frage.

Die Polizei glaubt, dass die zwei Frauen in gutem Glauben die Arbeit aufgenommen haben. Sie wurden offensichtlich für die betrügerischen Handlungen missbraucht.
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