Tier bereitet Landwirt Erhard Bauer-Pfannenstein finanzielle Nachteile
Biber nagt an den Nerven

Der Landwirt Erhard Bauer-Pfannenstein zeigt auf gefällte Bäume und das vom Biberdamm gesäuberte Gewässer. Bild: gz
Vermischtes
Eslarn
27.04.2016
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Der Biber erschwert im Fahrbachtal die Bemühungen um den Erhalt der natürlichen Lebensräume, vor allem für Schwarzerlen. Dies belastet Grundeigentümer Erhard Bauer-Pfannenstein mit Kosten und Arbeit. Er bezeichnet das seit 2000 ausgewiesene Schutzgebiet nach den Richtlinien Flora-Fauna-Habitat (FFH) als Paradies.

Bei einem Rundgang schwärmt der Landwirt aus dem Ortsteil Kreuth von einem herrlichen Landschaftsbild, wenn da nicht dieser Nager wäre. "Ich habe grundsätzlich nichts gegen die Tier- und Pflanzenwelt, auch mit dem Biber könnte ich leben, aber einen finanziellen Nachteil für den Grundeigentümer sollte es nicht geben."

Dass sein Entgegenkommen nicht grenzenlos ist, zeigt der Waldbesitzer anhand der inzwischen 65 gefällten Bäume und der am Bachufer aufgestapelten Äste, die von den Biberdämmen stammten. In dem Zusammenhang zitiert Bauer-Pfannenstein aus der Gründerversammlung vor 16 Jahren: "Die betroffenen Landwirte haben keine betriebswirtschaftlichen Nachteile zu erwarten, und für die spezielle Erhaltung werden Finanzmittel fließen."

Ausgleich zu gering


Dieses Verschlechterungsverbot habe sich laut Bauer-Pfannenstein nicht bewahrheitet. Für keinen angemessenen Ausgleich halte der Landwirt die 4 Euro für eine Birke mit 20 Zentimetern Durchmesser, 13 Euro für eine Erle mit 20 Zentimetern und die 11 Euro für eine Fichte mit 30 Zentimetern. Da es vorher keine Biber hier gegeben hat, glaubt er an eine gewollte Ansiedelung des Nagers.

Damit das Fahrbachtal nicht komplett unter Wasser steht, musste der Grundeigentümer des Öfteren den Bach von den angelegten Biberdämmen befreien. Die vor Ort wachsende Schwarzerle sollte nach Meinung des Naturschutzes vor allem wegen der möglichen Ansiedelung der Kraniche erhalten bleiben.

Doch der Nager scheint wenig Interesse daran zu finden. "Entweder, der Biber nagt die Erlen an, oder setzt sie unter Wasser, was den Schwarzerlen auch nicht gut tun." Die Erle mag zwar "nasse Füße", aber sicherlich keine Dauerbewässerung.

"Mir geht es nur um einen gerechten Ausgleich", macht der Eslarner deutlich. Ihm sei auch die Klausel der freiwilligen Leistung durch den Freistaat bekannt, aber gleichzeitig verweist er auf das Verschlechterungsverbot. Auf eine Anfrage teilte die Behörde mit: "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass in Bereichen, in denen wiederholt mit Biberschäden zu rechnen ist, künftig vorkehrende Maßnahmen zu treffen sind, um diese möglichst zu vermeiden, bevor eine weiter Ausgleichszahlung gewährt werden kann."

Empfohlen wurde ihm ein teures Schälschutzmittel, das den Biber von Bäumen abhalten sollte. Allerdings müsste Bauer-Pfannenstein es teilweise selbst zahlen. Inzwischen stehen auf seinem Grundstück nur noch vereinzelt Bäume, und der Mann befürchtet, dass als nächstes die Bäume im angrenzenden Wald angeknabbert werden und dadurch noch mehr Schaden entsteht.

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Weitere Informationen im Internet:

www.onetz.de/1657648
Ich habe grundsätzlich nichts gegen die Tier- und Pflanzenwelt, auch mit dem Biber könnte ich leben, aber einen finanziellen Nachteil für den Grundeigentümer sollte es nicht geben.Erhard Bauer-Pfannenstein
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