122 Teilnehmer beim größten Turnier Bayerns in Etzelwang
Pokerface verzocke nicht!

Turnierleiter Benjamin Rischkau (rechts) präsentierte nach einem langen Poker-Thriller kurz vor 4 Uhr morgens die drei Besten aus 122 Teilnehmern: Tom McGowan auf dem dritten Platz, Frank Roth auf dem zweiten Platz und Adrian Lutter (von links) als Sieger.
Freizeit
Etzelwang
05.01.2016
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Sie belauern sich; versuchen, im Gesicht des Gegenübers zu lesen, was er vorhat. Zugleich wollen sie ihn natürlich über die eigenen Pläne im Unklaren lassen. Das ist Poker. Die Zeit bis zur nächsten Erhöhung wirft ein Beamer an die Wand. Am Ende gibt es einen Sieger - und das zum zweiten Mal.

3.45 Uhr in der Nacht war es, als am Final Table die Entscheidung fiel. Den rund neunstündigen Pokermarathon sah man allen Beteiligten deutlich an - Spielern, Dealern und Organisatoren. Trotzdem überwog der Spaß beim Pokerturnier der Freiwilligen Feuerwehr Etzelwang. Mit 122 Teilnehmern avancierte es, wie die Veranstalter stolz feststellen, zum größten in Bayern.

Bürgermeister ein Dealer


Zum neunten Mal trafen sich Pokerbegeisterte aus nah und fern in der Schulturnhalle in Etzelwang zum großen Kräftemessen. Organisiert von Benjamin Rischkau, Richard und Robert Pilhofer, genießt das Turnier einen sehr guten Ruf unter den Zockern. Lang war die Schlange bei der Platzauslosung. 13 Tische mit je zehn Plätzen gab es zu besetzen, ausgelost nach dem Zufallsprinzip. In der Halle stieg langsam die Nervosität, bevor die Dealer - darunter auch Etzelwangs Bürgermeister Roman Berr - um kurz nach 19 Uhr die erste Hand an ihren Tischen gaben. Jetzt hieß es: Durchhalten, nicht verzocken und sich mit der richtigen Taktik bis an den Final Table zu spielen.

Gespielt wurde der beliebte Modus "Texas Hold'em No Limit": Jederzeit kann der Spieler alle seine Chips in die Waagschale werfen. Die beste Kombination aus zwei eigenen, verdeckten und maximal fünf aufgedeckten, öffentlichen Karten entscheidet. Zum ersten Mal kam in Etzelwang auch eine spezielle Pokersoftware zum Einsatz, die die Blinds und die verbleibende Zeit zur nächsten Erhöhung über einen Beamer für jeden sichtbar anzeigte.

Nach und nach lichteten sich die Reihen. Die ersten Ausscheider trösteten sich mit kleinen Preisen. Das Ziel für die anderen rückte näher, unter den besten Zehn um den Sieg am Final Table zu spielen. Direkt daneben standen die Preise aufgebaut. Dank vieler Sponsoren aus mehreren Landkreisen summierte sich ihr Gesamtwert auf rund 1500 Euro.

iPad geht nach Lehendorf


Nach einem dramatischen Finale am Final Table triumphierte am Ende Adrian Lutter aus Lehendorf. Der Lokalmatador gewann nach 2011 das Etzelwanger Pokerturnier bereits zum zweiten Mal. Dafür gab's unter anderem ein iPad für ihn. Im Finale setzte er sich gegen die beiden Hersbrucker Tom McGowan und Frank Roth durch.

Hinter den Kulissen des Turniers arbeiteten zahlreiche Helfer, um Spieler und Zuschauer den ganzen Abend mit Getränken zu versorgen. Den professionellen und fairen Umgang miteinander schätzen sowohl die Stammgäste des Turniers als auch die Neulinge, und deshalb werden auch heuer wieder zum Jahresende die Karten neu gemischt.
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