Die Pfarrstelle nur kurz verwaist

Lokales
Etzelwang
16.03.2015
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Markus Vedder kennt schon einige Ecken Deutschlands. Freiwillig hat er sich jetzt in die Oberpfalz beworben und in Etzelwang einen Arbeitsplatz gefunden. Dort empfingen ihn zum Dienstantritt am Sonntag Glockengeläut und Posaunenklänge.

"Auf dem Land ist es schön, besonders hier in den Hügeln der Pfarrei Etzelwang", versicherte Dekan Karlhermann Schötz dem neuen Seelsorger. Gemeinsam mit vielen Geistlichen aus dem Dekanat Sulzbach-Rosenberg führte er ihn in sein Amt ein.

Pfarrer Andreas Utzat eröffnete den Gottesdienst. Die Seniorin des Pfarrkapitels im Dekanat Sulzbach-Rosenberg, Pfarrerin Birgit Schwalbe-Eberius, verlas den Wortlaut der Ernennungsurkunde der evangelischen Landeskirche in Bayern für Markus Vedder. Sie gilt zum 1. März.

Vier Gemeinden warten

Sehr zur Freude von Dekan Karlhermann Schötz hat sich Vedder, der bereits verschiedene Regionen von Deutschland erkundet hat, "freiwillig" in die Oberpfalz beworben. Die Vakanz war so kurz, "dass wir es gar nicht geschafft haben, das Pfarrhaus komplett fertig zu stellen." Während dieser Zeit betreute Andreas Utzat die Pfarrei mit den vier Kirchengemeinden Etzelwang, Kirchenreinbach, Ernhüll und Högen. Um die Konfirmanden kümmerte sich Diakonin Irene Elsner.

Musikalisch wirkten die vier Kirchenchöre unter der Leitung von Marco Brunner und Martina Späth, der Posaunenchor Kirchenreinbach mit Dirigentin Claudia Vogel sowie Martina Späth an der Orgel mit. Am Altar der St. Nikolauskirche erbat Dekan Karlhermann Schötz, assistiert von Pfarrer Dr. Roland Kurz und den Sprechern der vier Kirchgemeinden, den Segen Gottes für den neuen Geistlichen. Pfarrer Markus Vedder antwortete mit einem deutlichen Ja auf die Frage, ob er bereit sei, seine gesamte Kraft für die Pfarrei und ihre Menschen einzusetzen. Auch die Kirchenvorsteher versicherten, Pfarrer Vedder gut aufzunehmen.

Offen sein für Neues

Aus seiner ersten Predigt klang die Ankündigung heraus, dass in den Kirchengemeinden nicht alles weitergehen werde wie bisher. Sie sollten offen sein für Neues. Das Streben der Menschen sei oft ausgerichtet auf Macht und Einflussnahme. Wer nicht loslassen kann vom Herkömmlichen und seinen Lebenskonsum erhalten will, habe das Leben verloren. Wer das Leben akzeptiert, wie es ist, werde es sich bewahren.

Vor der St.-Nikolauskirche sagten die Kleinen aus dem Kinderhaus und die Kindergottesdienstbesucher dem neuen Pfarrer ihr Willkommen. Etzelwangs Kirchenvorsteherin Elisabeth Kellner lud zu einem Empfang ins Gemeindehaus ein.

Gebürtiger Badenser

Bürgermeister Roman Berr begrüßte den Seelsorger auch im Namen seiner Kollegen aus Neukirchen und Weigendorf, Winfried Franz und Reiner Pickel. Mit dem Kindergarten und der Kinderkrippe bestünden Berührungspunkte zwischen Kirche und Kommune. Berr versicherte dem Badenser, der sich mit Wein auskenne, in der Oberpfalz Erfahrungen mit Bier sammeln zu können.

Gespannt auf neue Ideen im Pfarrkapitel des "schönsten Dekanats in der Oberpfalz" zeigte sich Pfarrerin Birgit Schwalbe-Eberius. Für die katholische Pfarrei Neukirchen-Etzelwang wünschte sich Angelika Gleiß eine gute Zusammenarbeit und ein Wiederaufleben der ökumenischen Kinderbibeltage. Die Kirchenvorstände aus den vier Gemeinden versprachen in Liedform: "Wir wollen aufstehn, aufeinander zugehen, voneinander lernen".
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