Gemeinde dreht Geldhahn auf

Lokales
Etzelwang
20.06.2015
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Seit Jahren schwört der Gemeinderat Etzelwang in finanziellen Fragen auf Diät. Er baut Schulden ab und lässt die Finger von neuen Krediten. Aber heuer gönnt er sich mal eine Pause und geht schlemmen.

Dorferneuerungen in Etzelwang und Kirchenreinbach, die Neugestaltung des Gemeindestadls, der Breitbandausbau, die Sanierung von Schloss Kirchenreinbach und die Kanalerneuerung lassen den Haushalt 2015 anschwellen. Kämmerin Ingrid Plickert stellte dem Gemeinderat die genauen Zahlen vor.

Der Plan schließt im Verwaltungshaushalt mit 1 847 450 Euro und im Investitionshaushalt mit 1 830 850 Euro ab. Um die Lücken zu schließen, bedarf es einer Kreditaufnahme in Höhe von 400 000 Euro. Die Gemeinde Etzelwang beschäftigt einen ehrenamtlichen Bürgermeister und vier Mitarbeiter.

113 250 Euro Überschuss

Nach Abzug der Ausgaben von den Einnahmen bleiben im Verwaltungshaushalt 113 250 Euro übrig, die dem Vermögenshaushalt zugeführt werden. Er listet hauptsächlich die vorgesehenen Baumaßnahmen auf.

So werden für die Dorferneuerung Dorfmitte Etzelwang 400 000 Euro Ausgaben sowie 70 000 Euro für Nebenkosten vorgesehen. In den Breitbandausbau steckt die Gemeinde heuer 320 000 Euro. Für die Sanierung des Gemeindestadls wendet sie 172 800 Euro sowie Nebenkosten von 51 000 Euro auf.

Erneuerungen am Kanalnetz sind mit 153 000 Euro eingeplant. Für den Start der Dorferneuerung Kirchenreinbach stehen 150 000 Euro bereit. Nebenkosten fordern weitere 20 000 Euro. Die Restarbeiten am Schloss Kirchenreinbach schlagen noch mit 146 500 Euro und 20 200 Nebenkosten zu Buche. Der Aufwand für die Tilgung der Darlehen beläuft sich auf 106 000 Euro.

Arbeitsgeräte und Maschinen für die Abwasserbeseitigung schlucken 100 000 Euro. Neues Gerät für die Feuerwehren ist mit 15 500 Euro eingeplant. Der Umbau des Gerätehauses Etzelwang kostet 15 000 Euro. Die Dorferneuerung im Lehental wird mit 10 000 Euro für Nebenkosten anfinanziert. Die Beschaffung neuer Arbeitsgeräte für den Bauhof lassen Ausgaben in Höhe von 6550 Euro erwarten.

Diese happigen Ausgaben muss die Gemeinde Etzelwang nicht allein stemmen. An Zuschüssen erwartet sie für den Breitbandausbau 272 900 Euro, für den Gemeindestadl 227 900 Euro, für die Sanierung von Schloss Kirchenreinbach 175 850 Euro und für den Digitalfunk der Feuerwehren 12 650 Euro. Zudem überweist der Freistaat eine pauschale Investitionszuweisung von 135 350 Euro.

Aus dem Verkauf von Grundstücken erhofft sich die Gemeinde 70 000 Euro Einnahmen. Straßenausbaubeiträge, die nach der Dorferneuerung fällig werden, bringen 55 000 Euro in die Kasse. Für Herstellungsbeiträge zur Abwasserbeseitigung sind 17 000 Euro angesetzt. An sonstigen Zuschüssen und Spenden erwartet die Gemeinde 5000 Euro.

Keine Gegenstimme

Alle geplanten Maßnahmen abzuwickeln, verlangt eine Entnahme aus den Rücklagen von 345 950 Euro und die Aufnahme eines Kredits von 400 000 Euro. Der Schuldenstand würde nach Abzug der Tilgung auf 2 416 000 Euro ansteigen. Das sind rund 1760 Euro Schulden pro Kopf. Der Gemeinderat stimmte dem Haushalt für 2015 ausnahmslos zu.
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