Harter Kern alleine reicht nicht

Bei der Scheckübergabe für die Bezuschussung zum Erhalt des Freibades: Bürgermeister Roman Berr (links) und Vorstandsvorsitzender Ernst Scharr (rechts). Bild: sre
Lokales
Etzelwang
08.04.2015
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Ein Freibad braucht nicht nur eitel Sonnenschein von oben. Damit sich die Gäste wohlfühlen, müssen auch die Zutaten, sprich das Umfeld, stimmen. Das wurde in der Hauptversammlung des Fördervereins deutlich.

In deren Mittelpunkt standen jedoch Neuwahlen. Mit umfangreichen Berichten erhielten die Mitglieder einen Überblick über die Aktivitäten sowie einen Ausblick auf die Freibadsaison. Es gab aber auch kritische Worte.

Geringe Nachfrage

Zunächst sprach der Vorstandsvorsitzende Ernst Scharr unter anderem das Entenrennen zur Saisoneröffnung an, erwähnte eine Dirndlschau, die einem plötzlichen Starkregen zum Opfer gefallen war, sowie die Teilnahme am örtlichen Weihnachtsmarkt. Er bedauerte, dass die Nachfrage hinsichtlich sportlicher Angebote gering war: Ein Aqua-Zumba-Kurs wurde daher wieder eingestellt.

Scharr bat um neue Ideen und Anregungen. Ferner ging er auf die vom Verein gestemmten Leistungen zum Betrieb und zur Pflege des Bades ein. Der Verein stehe auf drei Säulen: Unterstützung des Badbetriebes, Ausrichtung von Veranstaltungen und finanzielle Unterstützung durch Mitglieder und Spender.

Stellvertretender Vorsitzender Swen Kellner erwähnte die Badpflege ebenso wie bauliche Maßnahmen. Er nannte das Rasenmähen und die laufende Reinigung des Beckens sowie Umbauarbeiten an der Bachbrücke und am Kiosk, der ein neues Verkaufsfenster erhalten hat. Sein besonderer Dank galt Reiner Steger, Nick Buchner und Andreas Fenzel für deren Unterstützung.

Nicht mehr zur Verfügung

Kritisch äußerte sich Kellner über die Anzahl der Helfer zur Saisonvorbereitung: Sechs bis acht an den drei erforderlichen Wochenenden seien zu wenig. Hier müsse eine deutliche Steigerung eintreten, um das Freibad rechtzeitig zur Eröffnung fertig hergerichtet zu haben. Abschließend teilte er mit, aus beruflichen Gründen zur Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

Reiner Steger, im Verein zuständig für technische Belange des Freibades, monierte ebenfalls die Helferzahl beim Herrichten, was zu Startschwierigkeiten geführt habe. Zur Beheizung des Bades warb er um Verständnis, dass unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten gerade bei unbeständigen Wetterlagen nicht immer 23 Grad gehalten werden könnten. Seine Zählung ergab 80 Badetage.

Kassiererin Birgit Weigert war es erneut gelungen, genügend Freiwillige für Kassen- und Putzdienste zu gewinnen. Sie waren mit 630 Stunden die gesamte Saison über gewährleistet. Obwohl teils weniger Besucher kamen, sei ein durchschnittliches Jahresergebnis erzielt worden.

Ernst Scharr übergab an Bürgermeister Roman Berr einen 5500-Euro-Scheck für den Erhalt des Freibades. Danach dankte er Swen Kellner und der ebenfalls nicht mehr kandidierenden Schriftführerin Edith Pickel für langjähriges Engagement.

Nur der harte Kern

Bürgermeister Berr dankte namens der Gemeinde für die finanzielle Unterstützung und die Tätigkeit des Vereins, ohne die der Erhalt des kommunalen Freibades nicht möglich sei. Es sei aber auch ihm nicht entgangen, dass sich die Helfer mehr und mehr auf einen harten Kern reduzierten. Deshalb appellierte er, im Kampf um das Freibad nicht nachzulassen, denn: "Ein Selbstläufer ist das nicht." Berr kündigte an, dass mit dem Breitbandausbau das Bad ein kostenloses öffentliches W-LAN erhalten werde.

Mit Blick auf die kommende Saison erinnerte Scharr an die Vorbereitungsarbeiten und die Samstags-Termine am 11., 18. und 25. April, jeweils ab 9 Uhr. Er rief dazu auf, bei der laufenden Badpflege mitzuhelfen. An baulichen Vorhaben habe er ein Gerätehaus, eventuell gemeinsam mit der Wasserwacht, im Auge.

Außerdem wies er auf die Veranstaltungen hin: 3. Mai, Entenrennen; 27. Juni, Konzert im Freibad; 1. August, Badfest; 29. November, Weihnachtsmarkt Etzelwang. Zum Badfest merkte er an, mit einem "Neptun-Fest" für Kinder neue Wege beschreiten zu wollen. Organisatorin Juliane Fiegel stellte die Idee in groben Zügen vor.

Der Antrag von Irmgard Kaula, das Schwimmerbecken mit Motiven einer fantastischen Unterwasserwelt zu bemalen, fand nach längerer kontroverser Diskussion keine Mehrheit. Mit der dankbar aufgenommenen Anregung, wegen des geplanten Gerätehauses eventuell Ausstellungsstücke bei Baumärkten ins Visier zu nehmen, endete der offizielle Teil.
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