Informationen rund um den Harvester-Einsatz
Wald-Werkzeug

Jörg Berendes zeigte an Baumscheiben die Entwicklung zweier gleichaltriger Bäume, die kleine Scheibe ohne Waldpflege und die größere nach regelmäßiger Auslichtung. Bild: ds
Lokales
Etzelwang
06.05.2015
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Die Aktionsgruppe "Heimat neu erleben" griff unter dem Titel "Harvester - Teufelszeug oder Werkzeug" ein Thema auf, das nicht nur bei Waldbesitzern, sondern auch bei Naturfreunden auf großes Interesse stieß. Philipp Wagner aus Ziegelhütten plant, seinen Wald zwischen Ermhof und Erkelsdorf auszuforsten. Die ein Hektar große Fläche befindet sich an einem Steilhang.

Maßnahme begleiten

Für dieses Vorhaben holte er sich Rat und Unterstützung bei der Bayerischen Forstverwaltung und bei der Waldbauernvereinigung. Wagner gab "Heimat neu erleben" die Möglichkeit, diese Maßnahme zu begleiten und Kenntnisse zu erlangen über den Einsatz der Holzerntemaschinen Harvester. Vor allem aber wollte er dabei dem Unmut in der Bevölkerung beim Einsatz dieser Maschinen durch fachliche Informationen entgegenwirken.

Die Exkursion in das vorgesehene Waldstück begleiteten Forstrevierleiter Volker Binner von der Bayerischen Forstverwaltung und Jörg Berendes, Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Sulzbach-Rosenberg. Binner erläuterte zunächst anhand der Standort-Kartierung die Bodenbeschaffenheit dieses Waldes mit den typischen Jura-Merkmalen. Er appellierte an alle Waldbesitzer, vor der Ausforstung fachliche Hilfe anzufordern.

Wagner ließ sich beraten, welche Bäume gefällt werden sollten. Besonderes Augenmerk erhielten sogenannte Biotopbäume. Dadurch, dass zum Beispiel nicht alle kernfaulen Fichten entfernt werden, bleibt Lebensraum für die Artenvielfalt erhalten. Der Förster biete Beratung an, die Entscheidungskraft habe aber trotzdem der Waldbesitzer, betonte Binner. An zwei unterschiedlich großen Scheiben von Bäumen, beide vor 50 Jahren gepflanzt, verdeutlichte Jörg Berendes die Entwicklung ohne und nach erfolgreicher Waldpflege.

Wagner erklärte die Gründe für den Einsatz von Holzerntemaschinen. Forstarbeit mit dem Harvester nehme weit weniger Zeit für den Waldbesitzer in Anspruch als die herkömmliche Arbeitsweise. Vor allem biete diese Holzernte mehr Sicherheit in schwierigem Gelände. Auch die Belastung des Waldbodens werde durch breitere Reifen minimiert. Durch die Nutzung von Rückegassen würden kaum Schleifschäden an anderen Bäumen verursacht.

Kritische Stimmen

Unter den rund 25 Gästen wurden auch kritische Stimmen laut, die mit der Anlage von breiten Rückewegen in den Wäldern den Verlust des Charmes der Region beklagten. Wenn nach der Durchforstung Äste und Kronen liegen bleiben, würden Wanderwege unpassierbar. Wagner sah in den Ästen und Zweigen wertvolle Biomasse für den Waldboden. Berendes bekräftigte diese Haltung mit dem Hinweis, dass die Wanderer Gäste in den Wäldern von Privatbesitzern sind. "Jeder Besitzer kann seinen Wald so bearbeiten wie er es für erforderlich hält."
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