Operation an der abgebrochenen Spitze - Etzelwanger feiern unverdrossen weiter
Die Stunde der Baum-Chirurgen

"Uuuund Schub!" - so klangen die Kommandos von Marco Brunner, unter dessen Leitung die Etzelwanger ihren 32-Meter-Baum aufstellten. Mit geflickter Spitze ging es dann im zweiten Anlauf reibungslos in die Höhe.
Lokales
Etzelwang
21.07.2015
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Ein langes Wochenende liegt hinter den Etzelwangern: Vogelsuppe, Rockabend, Baumaustanzen - für jeden Tag hatte der Kirwaverein ein attraktives Programm zu bieten, das sich zahlreiche Besucher nicht entgehen ließen.

Schon am Donnerstag begann die Kirwa mit der traditionellen Vogelsuppe im Gasthof Peterhof in Lehendorf. Der Rockabend am Freitag lockte vor allem junge Leute nach Etzelwang. Der Skiverein versorgte sie mit allerhand Fest- und Flüssignahrung. Zum ersten Mal präsentierten sich dann auch die Etzelwanger Kirwapaare der Öffentlichkeit, als sie ins Festzelt einzogen.

Auf der Bühne stand Rokit; eine Coverband aus Franken mit einem breiten Repertoire an Rock-Klassikern, aktuellen Hits und Partykrachern. Damit brachten sie das Festzelt zum Kochen und hielten durch bis tief in die Nacht.

Stattliches Exemplar

Dementsprechend ruhig und verschlafen ging es im Dorf am Samstagmorgen zu. Doch die Kirwaleut waren mit ihren Helfern schon wieder unterwegs, um den Baum aus dem Wald zu holen. Am Nachmittag brachten sie ein stattliches Exemplar von 32 Metern - gespendet von Robert Hollederer aus Lehendorf - auf den Platz. Mit reiner Muskelkraft und musikalischer Unterstützung der Kirchenreinbacher Spitzboum gingen die Burschen ans Werk. Doch weit kamen sie nicht: Der Baum hatte sich gerade ein paar Meter erhoben, da knackte es. Wenige Sekunden später baumelte die geschmückte Spitze senkrecht vom Stamm, nur noch gehalten von den Girlanden. Es blieb nichts anderes übrig, als ihn langsam herunterzulassen. Geschickte Baum-Chirurgen verarzteten die Spitze, und Marco Brunner übernahm erneut das Kommando. Im zweiten Anlauf stellten sie das Wahrzeichen ohne weitere Zwischenfälle auf. Jetzt konnte wieder gefeiert werden: Die Moosbüffel hielten die Stimmung am kochen. Während im voll besetzten Zelt der Tanzboden glühte, genossen viele Gäste auch draußen die laue Sommernacht in Etzelwang.

Der Wecker am Baum

Ganze Scharen warteten am Sonntagnachmittag, um das Austanzen mitzuerleben. Kurz vor 17 Uhr zogen die Moidln und Boum lautstark auf den Platz ein. Schleiderer, Schottischer, Walzer, Boarischer - die Kirchenreinbacher Spitzboum gaben den Takt vor. Als nach 20 Minuten der Wecker am Baum klingelte, hielten Florian Pürner und Laura Pößel den Strauß in der Hand und wurden somit zum Oberkirwapaar gekürt.

Auch ein kurzer Sommer-Regen nach dem Austanzen trübte die Stimmung nicht. Und so feierten die Kirwapaare mit ihren Gästen und dem Musikzug Burgfarrnbach im und um das Zelt bis in die Nacht hinein.
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