Bürgerversammlungen in der Gemeinde Etzelwang
Einwohnerzuwachs auch dank Flüchtlingen

Politik
Etzelwang
30.12.2015
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Viele Gemeinden klagen über Verluste bei ihren Einwohnerzahlen. Etzelwang macht da eine Ausnahme: Innerhalb eines Jahres legte man von 1446 auf 1497 Bürger zu. Das erklärt Bürgermeister Roman Berr mit Zuzügen, unter anderem auch von Flüchtlingen.

/Gerhardsberg. Aktuelle Entwicklungen standen bei zwei Bürgerversammlungen auf der Tagesordnung. Bürgermeister Roman Berr gab zunächst einen Überblick über statistische Werte. Die Einwohnerzahl stieg seit vergangenem Jahr um 51 auf 1497 Menschen an. Zwölf Geburten stehen 17 Todesfällen gegenüber. Der Schuldenstand betrage insgesamt 2 026 557 Euro, was pro Kopf 1354 Euro entspricht. Der Landesdurchschnitt lag 2014 bei rund 1000 Euro.

Zurzeit laufen drei Dorferneuerungen in der Gemeinde. Kirchenreinbach solle 2016 abgeschlossen werden; ebenso die Maßnahmen in der Dorfmitte und der Gemeindestadel in Etzelwang. Der Kirchweihplatz und die Kirchengasse in Etzelwang seien die nächsten Kandidaten.

Investor abgesprungen


Im Zuge des Ausbaues der Kreisstraße 38 im Lehental durch den Landkreis sind eine neue Wasserleitung für die Bachetsfeld-Gruppe und ein Kanalneubau geplant. Ein potenzieller Investor für das Schusterhaus sei abgesprungen. Falls die Zwischendecke nicht sanierbar ist, könnte vom Landesamt für Denkmalpflege eine Abbruchgenehmigung in Aussicht gestellt werden.

Der Winterdienst ist gekoppelt mit dem Maschinenring. "Das funktioniert sehr gut", betonte der Bürgermeister. Die Straßenausbaubeiträge sollen neu geregelt werden. Es bestehe dann in Zukunft die Möglichkeit, anfallende Beiträge auf alle Bürger umzulegen.

"20 Flüchtlinge hat die Gemeinde aufgenommen, drei mehr als die vom Landratsamt geforderten 17", erläuterte Roman Berr. Eine Familie lebe in der ehemaligen Scheiblich-Wohnung. Dafür waren brandschutztechnische Maßnahmen nötig, zum Beispiel neue Fenster.

Pläne für Gasthaus Pürner


Das Gasthaus Pürner stehe zum Verkauf. Ein Interessent erwäge, es zu renovieren und rund 75 Flüchtlinge aufnehmen. Nach der Renovierung wäre eine Vermietung an den Landkreis möglich.

"Das neue Baugebiet Schlossblick II ist gut angelaufen", erklärte Berr. Ein großer Teil der Parzellen sei schon verkauft. Bei der Ausweisung eines neuen Baugebietes drohten Probleme mit dem Naturpark "Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst". Neue Ausgleichsflächen wären dafür Voraussetzung.

Breitband für alle Ortsteile


, das Lehental und Kirchenreinbach haben zwischenzeitlich Zugang zum Breitband. Mit der Firma Amplus gebe es zum Teil noch Schwierigkeiten, die aber zeitnah mit dem Betriebsleiter geklärt würden. In einem zweiten Förderabschnitt folge der Anschluss aller übrigen Ortschaften der Gemeinde bis Ende 2016.

"Das Energiekonzept der Gemeinde steht", teilte der Bürgermeister mit. Es liefen Überlegungen, wie der Austausch von alten Heizungspumpen in Privathaushalten gefördert werden könne. Die neuen Energiebeauftragten gingen zwischenzeitlich an die Arbeit: Stefan Vomasta ist für den elektrischen Teil zuständig, Andreas Ertel für Kläranlage, Pumpwerke und das Freibad.

Gutes Jahr fürs Freibad


Der Bauhofumzug nach Lehendorf ist abgeschlossen. Zusammen mit dem unmittelbaren Nachbarn Andreas Fenzel baute die Gemeinde eine Umzäunung samt Tor. Das Freibad sei dieses Jahr sehr gut angenommen worden. "Der Förderverein leistet enorm viel", fügte Berr hinzu.

Die Bahnbrücken werden ab 2017 erneuert. Eine höhere Durchfahrt für die sehr niedrige Sportplatzbrücke würde zulasten der Gemeinde gehen. Es werden deswegen Gespräche mit der Bahn geführt.

Schule & Kindergarten"Im Schulverband sind nur noch die 5., 8. und 9. Klassen vertreten. Die weitere Nutzung des Schulhauses Neukirchen ist zu überlegen. Die Kosten für den Besuch der Mittelschulkinder in der Krötenseeschule in Sulzbach-Rosenberg sind berechenbarer", erläuterte Bürgermeister Roman Berr.

Die Schulturnhalle in Etzelwang solle erhalten werden. Für das Schulhaus Etzelwang komme möglicherweise ein kommunales Investitionsprogramm in Frage. Eine energetische Sanierung werde angestrebt.

Die zwölf Plätze in der Kinderkrippe sind ausgebucht. Eine Erweiterung ist nicht geplant. (sre)
20 Flüchtlinge hat die Gemeinde Etzelwang aufgenommen, drei mehr als die vom Landratsamt geforderten 17.Bürgermeister Roman Berr

Die Sparkasse habe der Raiffeisenbank angeboten, gemeinsam in Etzelwang einen Geldautomaten zu betreiben, berichtete Bürgermeister Roman Berr in der Bürgerversammlung. Diese winkte jedoch ab. Die Sparkasse versuche nun, Geschäftsleute für eine Geldauszahlung zu gewinnen.

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