Dorferneuerung Lehental
Eine Liste mit zehn Punkten

"So soll es sein", lobte Etzelwangs Bürgermeister Roman Berr den gut besuchten Planungsabend zur Dorferneuerung. Im Gasthof Peterhof in Lehendorf stellte der verantwortliche Planer Karl Spindler (links, stehend) einige Planungsmöglichkeiten der vielen Maßnahmen vor. Bild: csk
Politik
Etzelwang
23.11.2016
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Informationen aus erster Hand gab es für die Bürger vom Planungsbüro Spindler aus Kastl. Es geht um die einfache Dorferneuerung im Lehental. Die ersten Pläne entstehen gerade, Startschuss könnte in 2018 sein.

Lehendorf/Etzelwang. Etzelwangs Bürgermeister Roman Berr freute sich, dass sich so viele Interessierte an der Veranstaltung im Gasthof Peterhof in Lehendorf beteiligten, schließlich gab es erste Planvorschläge zu sehen.

Typische Landschaft


In seiner Präsentation ging Planer Karl Spindler zunächst auf die Ausgangssituation im Lehental ein. Auf Fotos zeigte er die typische Landschaft in Verbindung mit unterschiedlichen Ortsansichten und Problemstellen. "Man dürfe eine Ortschaft nie isoliert betrachten, sondern immer nur in Zusammenhang mit der landschaftlichen Struktur", so der Planer. Schon im Oktober 2014 fand eine erste Ortsbegehung statt, bevor man sich im Januar dieses Jahres zum zweitägigen Dorfentwicklungsseminar traf. Der Maßnahmenkatalog zur Dorferneuerung beinhaltet zehn Punkte: Neugestaltung der Dorfstraße, der Straße nach Neutras, des Dorfplatzes, des Rastplatzes des Heimatvereins sowie Aufwertung des Spielplatzes, Neuanlage eines Zugangs zum Etzelbach, Neugestaltung der Bushaltestelle, Zugang zu den Quellen am Etzelbach, Wanderwege und ein Landschaftspflegekonzept für das Lehental.

Spindler präsentierte für jede Maßnahme einen ersten Planungsvorschlag und erläuterte Vorteile, Möglichkeiten und Problemstellungen. So stelle beispielsweise die Gestaltung des Dorfplatzes ein solches dar, weil man durch die Kreisstraße und viele angrenzende Hofeinfahrten in den Gestaltungmöglichkeiten sehr eingeschränkt sei. Die Dorfstraße soll eine neue Teerdecke bekommen und teilweise gepflastert werden. So auch die Straße nach Neutras, wo man sich am Ortseingang Lehendorf eine gepflasterte, künstliche Engstelle mit Baumtor vorstellen könne, um vor allem den einfahrenden Verkehr abzubremsen.

Auf dem Spielplatz sei angedacht, Geräte auszutauschen und die steile Böschung zum Bach stellenweise abzuflachen, um einen gefahrlosen Zugang oder eine Integration des Baches in den Spielplatz zu ermöglichen. Ähnlich könnte so auch am Etzelbach gegenüber des Spielplatzes ein Zugang geschaffen werden.

Ein Rundwanderweg


Ebenso sei geplant, einen Rundwanderweg um das Lehental anzulegen, teilweise auf bestehenden, teilweise auf neu angelegten Wegen. Der Weg soll auf der Südseite oberhalb des Tals von Lehenhammer bis zum Skilift Etzelwang und auf der Nordseite über die Feil wieder zurückführen. Das ergäbe eine Gesamtstrecke von rund sechs Kilometern, die man auch in kürzere Abschnitte unterteilen könne. Durch ein entsprechendes Landschaftspflegekonzept könnten Hänge freigelegt und so "wunderbare Ausblicke auf das Lehental" geschaffen werden. Der Vorschlag von Karl Spindler, die Konzeption der Landschaftspflege in die Planungen der Dorferneuerung zu integrieren, fand große Zustimmung. Die Konzeption der Landschaftspflege sei zwar eigentlich Aufgabe des Amts für ländliche Entwicklung, aber auf diese Art könne man - mit Absprache des Amts - ein maßnahmenkonformes Konzept entwickeln.

"Wie geht es jetzt weiter?", fuhr Spindler fort. Es wird zunächst ein Treffen des Arbeitskreises Dorferneuerung geben, um die vorgestellten Maßnahmen und Möglichkeiten zu diskutieren. Danach wird es weitere öffentliche Informations- und Planungsveranstaltungen geben, bis das fertige Konzept steht und beim Amt für ländliche Entwicklung zur Prüfung eingereicht werden kann.

Lukas Wiesner vom Amt für ländliche Entwicklung blickte voraus, dass die Umsetzung der Maßnahmen in 2018 beginnen könnten. Ab diesem Zeitpunkt sei es auch möglich, Anträge zur Förderung privater Maßnahmen einzureichen, etwa für Fassaden- oder Gartengestaltungen. Der Fördersatz dafür bewege sich zwischen 10 und 30 Prozent.

StraßenbauGemeinderat Gerhard Pirner informierte die Versammlung zum Abschluss noch über die bevorstehenden Bauarbeiten der Kreisstraße. Diese sollen im März 2017 beginnen und wohl bis November andauern, derzeit laufen die Ausschreibungen. In drei Bauabschnitten wolle man sich zuerst von Etzelwang bis Penzenhof, dann bis zum Neubaugebiet Lehendorf und schließlich zur Dorfmitte vorarbeiten. In dieser Zeit werden Sperrungen und Umleitungen in Kauf genommen werden müssen. (csk)
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