Gemeinderat Etzelwang
Zu klein für große Fahrzeuge

Bei der zu niedrigen Bahnunterführung an der Auffahrt zum Sportgelände in Etzelwang möchte der Gemeinderat, wenn die Deutsche Bahn die Brücke restauriert, durch eine Absenkung der Fahrbahn auch für größere Fahrzeuge eine Durchfahrtsmöglichkeit schaffen. Bild: ds
Politik
Etzelwang
21.04.2016
25
0

Die Befürchtungen über gesundheitsschädliche Auswirkungen des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat gerieten zu einem kontrovers diskutierten Thema im Gemeinderat Etzelwang. Es standen aber noch viele andere Themen an.

Das Gremium befasste sich außerdem mit der Widmung des Gemeindestadels, mit einer Klarstellung zum Gasthaus Pürner und dem Wunsch nach Beschleunigung der Dorferneuerung Kirchenreinbach. Die restaurierte und kürzlich fertiggestellte Gemeindescheune als neues Kommunikationszentrum diente dem Gemeinderat Etzelwang als Raum für die öffentliche Sitzung.

Die Beratungen eröffnete das Baugesuch von Simone Kellner und Ralf Eisele, Weigendorf, die in Gerhardsberg den Bau eines Wohnhauses mit einer Doppelgarage anstreben. Der Gemeinderat stimmte dem Vorhaben zu. Von der Fraktion der Grünen lag ein Antrag vor, die Verwendung von Glyphosat zu verbieten. Regina Kliem äußerte Sorgen, dass dieses Unkrautvernichtungsmittel im Verdacht stehe, Krebserkrankungen beim Menschen zu verursachen. Die Gemeinde sollte ihre Mitarbeiter durch ein Verwendungsverbot vor dieser Gefahr schützen und die Landwirte, die Gemeindeflächen gepachtet haben, zu einem Verzicht auf diesen Giftstoff anhalten. Markus Wagner sprach sich dagegen aus, die landwirtschaftlich genutzten Flächen in den Verwendungsstopp einzubeziehen, da dies ein schiefes Bild auf die Landwirte werfen könnte.

Günther Renner favorisierte eine Anwendung dieses Spritzmittels nur im Herbst, damit erübrige sich eine Behandlung im Frühjahr und es werde die Belastung der Erntefrucht vermieden. An die Landwirte sollte appelliert werden, Glyphosat vorsichtig einzusetzen. Regina Kliem bezeichnete eine Verwendung als Spiel mit dem Feuer, weil keine Klarheit über die Auswirkungen herrsche. Die Verunreinigung des Grundwassers sei nicht auszuschließen. Gerhard Pirner empfahl, Bürger auf die Gefahr im Garten aufmerksam zu machen.

Lydia Zahner gibt die hohe Zahl an Krebserkrankungen in der Region zu denken. Sie mahnte deshalb ebenfalls zur Vorsicht beim Einsatz dieser Chemikalie. Das Gremium beschloss einstimmig, auf die Verwendung von Glyphosat durch die Bauhofmitarbeiter zu verzichten, die Pächter von Gemeindeflächen auf einen vorsichtigen Einsatz zu verpflichten und für die Privatpersonen auf die möglichen Gefahren im nächsten Gemeindebrief hinzuweisen. Bürgermeister Roman Berr kündigte an, dass der restaurierte Gemeindestadl künftig auch für Trauungen genutzt werden könne. Bei der Neugestaltung der Kreisstraße zeige das Planwerk, dass der Radweg ohne Querung der Kreisstraße gebaut werde, erklärte Berr.

Bei der Bahnbrücke über der Zufahrt zum Sportvereinsgelände besteht der Wunsch, mit der von der Deutschen Bahn angestrebten Erneuerung die Durchfahrtshöhe zu verbessern, da derzeit keine größeren Fahrzeuge den Tunnel passieren können. Entgegen bisheriger Meinung, dass bei Änderungswünschen der Gemeinde die Kosten des Umbaus von der Kommune zu tragen seien, wurde inzwischen klargestellt, dass die Gemeinde nur die Tieferlegung der Fahrbahn bezahlen müsste.

Gasthaus-Umbau


Günther Renner legte eine schriftliche Darstellung vor, wie der Investor die Nutzung des Gasthauses Pürner vorsehe. Daraus war zu erkennen, dass keineswegs daran gedacht war, für 75 Asylbewerber Raum bereitzustellen. Vielmehr sollte der Umbau des Gasthauses in Räumlichkeiten für 30 bis 40 bleibeberechtigte Flüchtlinge vorgenommen werden. Bürgermeister Roman Berr versicherte, mit dem Investor bisher keinen Kontakt gehabt zu haben, sondern seine Informationen vom Immobilienmakler erhalten zu haben.

AnfragenWegen des Gestanks aus dem Abwasserkanal erkundigte sich Gemeinderat Karl Adelmann, ob bald mit dem Filtermaterial gerechnet werden könne. Der Bürgermeister betonte, dass eine Bestellung abgegeben wurde. Adelmann erkundigte sich gleichzeitig über den Sachstand beim Schusterhaus und erfuhr, dass vom Amt für Denkmalschutz noch keine Stellungnahme eingegangen sei. Die Anschlussmöglichkeit für Ladegeräte der Elektro-Fahrräder befindet sich im Freibad. Um auch außerhalb der Öffnungszeiten die E-Bikes aufladen zu können, wäre ein Anschluss an der Außenseite sinnvoll.

Klaus-Dieter Schurath bat den Bürgermeister, die Informationsveranstaltung für die Bürger zur Dorferneuerung Kirchenreinbach zu beschleunigen, damit nicht für die weiteren Schritte die Zeit zu knapp werde. Zur Beseitigung der Schäden an den Gemeindestraßen nach Neutras und nach Kirchenreinbach drängte Markus Wagner. Gerhard Pirner schlug vor, einen weiteren Hotspot am Gelände des Sportvereins Etzelwang installieren zu lassen. Bürgermeister Roman Berr informierte darüber, dass für den kommunalen Gedankenaustausch beim Bayerischen Gemeindetag die von der Gemeinde Etzelwang vorgesehene Abordnung noch mit engagierten Bürgern aus dem öffentlichen Leben erweitert werden könne.

Ernst Scharr sprach die Forderung nach einer Befestigung des Bachufers in Lehendorf an. Laut Bürgermeister Roman Berr fehlt noch immer die Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes. (ds)
Weitere Beiträge zu den Themen: Gemeinderat Etzelwang (5)Glyphosat (27)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.