Interview mit Laienschauspielern Monika Waldeck und Maximilian Rösch
Von der Kirwa auf die Bühne

Am Wochenende hatte die beiden jungen Laienschauspieler Maximilian Rösch und Monika Waldeck ihr Theaterdebut. Bild: plue
Freizeit
Etzenricht
24.11.2016
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Sie sind beide neu in der Laienschauspielgruppe Etzenricht. Und sie zählen zu den Exoten in der Truppe. Allein wegen ihres Alters. Monika Waldeck (31), Maximilian Rösch (21) sind die Küken in der Laienschauspielgruppe.

Sie kennen sich vom Kirwa Verein. Schwupps sind sie eine Familie. Jedenfalls standen sie als solche am vergangenen Wochenende für drei Vorstellungen im Rampenlicht. In der Komödie "De Ausg'flippten" spielten sie ein Geschwisterpaar. Ein Gespräch über die Bretter, die die Welt bedeuten - und wie man darauf landet.

Monika und Maximilian: Wie seid ihr in die Laienschauspielgruppe gekommen?

Maximilian Rösch: Ich hatte das eigentlich nie vor. Ich bin im Kirwa-Verein. Dort gibt es viele junge Leute. Wahrscheinlich sind wir deshalb angesprochen worden. Als ich die Kirwa moderierte, sprach mich der Vorstand der Laienschauspieler an. Anschließend überlegte ich und hab mir das mal angeguckt.

Monika Waldeck: Ich bin auch im Kirwa-Verein. Als ich hörte, dass die Gruppe noch Schauspieler sucht, habe ich mich angeschlossen. Ich habe in der Schule schon gespielt. Als ich hierher gezogen bin, habe ich nach Anschluss im Ort gesucht. Ich engagiere mich auch im Fußball-Verein. Für mich ist das Theaterspielen eine schöne Abwechslung zur Arbeit.

Wie viel Arbeit und Zeit nimmt der Verein in Anspruch?

Rösch: Ich habe das anfangs sehr unterschätzt. Im August begannen für uns die Proben. Drei Monate hatten wir Zeit, die Texte zu lernen. Zuerst mussten wir ein Mal die Woche kommen für etwa eine Stunde, dann nach etwa zwei Monaten waren es zwei Treffen mit zwei bis drei Stunden. Als Dualer-Student bin ich eigentlich in Amberg und arbeite zudem einmal pro Woche in einem Unternehmen. Es ist schon stressig, aber irgendwie habe ich das schon hingekriegt.

Welche Rollen habt ihr in dem Stück "De Ausg'flippten"?

Waldeck: Wir sind Geschwister und Kinder einer Familie, wo es drunter und drüber geht. Das witzige ist, dass ich in dem Stück die jüngere Schwester von Maximilian bin.

Wie laufen die Proben ab?

Waldeck: Anfangs wird immer viel getratscht. Irgendwer in der Gruppe macht dann den Anfang und wir starten. Das Schöne ist, dass jeder alles sagen darf und Verbesserungsvorschläge machen kann. Wir haben keinen Regisseur und der Ablauf ist nicht total strikt. Wir dürfen uns auch im Gasthof Hermann was zu trinken holen. Das macht den Charme aus.

Rösch: Alle sind wirklich total locker und man fühlt sich schnell wohl und gut aufgehoben.

Fühlt ihr euch gut in der Truppe aufgenommen?

Waldeck: Also wir bekommen immer wieder viele Tipps. Ich fühle mich richtig wohl, obwohl sonst nur Ältere mitmachen. Bevor ich mitgemacht habe, kannte ich fast keinen dort und trotzdem verstehe ich mich mit allen inzwischen super.

Rösch: Bei mir ist das genauso. In der Gruppe sind alle Etzenrichter. Persönlich kenn ich alle, da in Etzenricht jeder jeden kennt.

Warum denkt ihr, machen das nicht mehr junge Leute?

Rösch: Ich denke, viele haben Angst davor. Das brauchen sie hier aber nicht haben. Alle sind total locker.

Waldeck: Vielleicht sind viele auch einfach zu schüchtern. Nicht jeder mag das Rampenlicht.

Was würdet ihr anderen raten, die sich nicht trauen?

Waldeck: Ich würde empfehlen, sich einfach unser Stück anzuschauen und unsere strahlenden Gesichter danach zu beobachten. Vieles wird bei uns auch improvisiert. Im Prinzip kann nicht viel schief laufen.

Zu den PersonenMaximilian Rösch ist Vollblut-Etzenrichter, engagiert sich in mehreren Vereinen als Vorstand und ist im Ort ebenfalls als Moderator der "Kirwa" bekannt. Neben seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten studiert er in einem Dualen-Studiengang Maschinenbau.

Monika Waldeck ist erst vor einem Jahr nach Etzenricht gezogen, da sie hier eingeheiratet hat. Die gebürtige Polin ist mit ihren Eltern nach dem Mauerfall nach Schwandorf gezogen und dort aufgewachsen. Anschließend ging sie für ihr Studium nach Berlin, wo sie Technologie und Innovationsmanagement im Master studierte . (plue)
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