Edeka in den Startlöchern

Noch tragen diese Bäume ein buntes Herbstkleid. Bald schon sollen sie aber einem Edeka-Markt und Wohnhäusern sowie einer Öko-Ausgleichsfläche für Zauneidechsen weichen. Bild: war
Lokales
Etzenricht
29.10.2015
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Die Gemeinde Etzenricht hat die zweite Runde der Einspruchsfrist für die Bebauung des ehemaligen Festplatzes ohne Einwände überstanden. Damit ist die wohl größte Hürde für einen Edeka-Markt übersprungen. Doch bis zum Spatenstich dauert es noch ein Weilchen.

Zunächst muss das Landratsamt den Flächennutzungsplan der Gemeinde genehmigen. Etzenricht hat ihn am 24. August eingereicht. Die Dreimonatsfrist endet am 24. November. Bürgermeister Martin Schregelmann hofft, dass er bereits bis 19. November grünes Licht aus Neustadt bekommt. An diesem Tag hat er eine Gemeinderatssitzung angesetzt. In der würde er gerne sämtliche Baupläne absegnen lassen, die mit dem Festplatz und den umliegenden Straßen zu tun haben.

Das betrifft ein Mischgebiet mit 13 Häusern plus 12 000 Quadratmetern Edeka samt Café und Bäckerei und einem Getränkemarkt auf 400 Quadratmetern. Dazu kommt die Infrastruktur mit Parkplätzen, Straßen, einer zusätzlichen Bushaltestelle und einer neu gestalteten Kreuzung.

Schon zehn Bauanfragen

Schregelmann setzt viel daran, dass Edeka wie angepeilt im Herbst 2017 eröffnen kann. Für die Häuser und Wohnungen außen herum liegen dem Rathauschef schon zehn Anfragen nach Grundstücken vor. "Ohne dass wir Werbung gemacht haben." Interessenten müssen sich aber noch ein Weilchen gedulden, denn der Baubeginn hängt davon ab, ob sich einige Zauneidechsen in der Nachbarschaft wohlfühlen. So will es die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt.

Die Gemeinde hat für den Festplatz Öko-Ausgleichsflächen in unmittelbarer Nähe gekauft. Dort werden Bäume gefällt und größere Büsche entfernt, so dass ein idealer Lebensraum für die kleinen Reptilien entsteht. Sie müssen ihn nur noch annehmen. "Das kann ein bis zwei Jahre dauern", hat sich der Rathauschef erkundigt.

Erst roden, dann auffüllen

Also ist zunächst der Einkaufsmarkt dran. Schregelmann trifft sich in der zweiten Novemberwoche wieder mit Vertretern von Edeka und Architekt Alexander Robl. Vom Spatenstich will er aber lieber nicht reden. "Das ist zweitrangig. Ich hoffe jetzt erstmal auf einen milden Winter." Denn dann könnten bereits zwei Hektar Wald gerodet und anschließend mit 20 000 Kubikmeter Erdreich aufgeschüttet werden. Darauf soll dann der Supermarkt entstehen. Der Grund gehört einem Privatmann. Der Bau erfolgt auf Erbpacht.

Im Zuge dieses Baus will die Gemeinde auch die Weiherhammerer Kreuzung umgestalten. Nicht nur wegen des zu erwartenden Verkehrs, sondern um den Bereich durch ein neues Kanalsystem vor Überschwemmungen zu schützen. Daneben soll die Kreuzung zum Ortsteil Radschin umgestaltet werden. Die Einfahrt zum Radschin wird etwa 75 Meter weiter Richtung Kohlberg verlegt. Hinter dem neuen Edeka knickt die Straße nach rechts ab und fädelt dann links auf die alte Oberwildenauer Straße ein. Zugleich wünscht sich der Gemeinderat eine neue Radschin-Brücke, eventuell bis 2020.

In trockenen Tüchern ist noch nichts, sagt Schregelmann: "Wir wollen zunächst ein Konzept beschließen, genaue Planungen liegen noch nicht vor." Neu dazu kommen soll eine Bushaltestelle bei Edeka. Dort soll eine Linie entferntere Ortsteile wie die Schustergasse sowie Kohlberg bedienen. Der Bürgermeister ist bereits mit der Weidener Firma Kreuzer in Kontakt.
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