Einfach "planen und bauen"

Lokales
Etzenricht
13.12.2014
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"Volles Haus" beim Informationsabend. Die Etzenrichter freuen sich auf den Edeka-Markt. Die Bürger stellten viele Fragen, skeptische Stimmen blieben gänzlich aus.

Das Projekt "Am Festplatz" mit großflächigem Einzelhandelsbetrieb" bekommt öffentlich viele Vorschusslorbeeren. 150 Besucher im Heim St. Nikolaus verfolgten die Präsentation mit Wohlwollen. Hoch erfreut zeigte sich Bürgermeister Martin Schregelmann: "Der überwältigende Zuspruch zeigt, dass die Menschen hinter der Maßnahme stehen." 1,3 Millionen Euro wird die Gemeinde für die Erschließung aufbringen müssen. Christine Bruckner brachte es in ihrer Wortmeldung auf den Punkt: "Planen, bauen, und dann passt es."

Zunächst machte Claus Hellbach, Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft, die rechtlichen Grundlagen, Abläufe und Etappen der Behördenwege transparent. Im September hatte der Gemeinderat einstimmig den Aufstellungsbeschluss für die Ausweisung des Sondergebiets auf den Weg gebracht. Die "vorgezogene Bürgerbeteiligung" war nun der zweite Schritt. Zur Zeitschiene äußerte sich Günther Fröber von der Edeka-Grundstücksgesellschaft: "Das Baurecht sollte bis Herbst oder Winter nächsten Jahres bestehen, die Realisierung folgt 2016, und als erreichbares Ziel für die Fertigstellung des Marktes gilt Weihnachten 2016".

Wie in Weiden

Planer und Architekt Alexander Robl präsentierte in Bildern das komplette Vorhaben. Der geplante Markt hat die gleichen Dimensionen wie der in der Schirmitzer Straße in Weiden. Das komplette Terrain von der Kohlberger Straße würde in Richtung Staatsstraße aufgefüllt. Im oberen Bereich, im Anschluss an die Wohnbebauung, werden neun Parzellen mit 650 bis 750 Quadratmeter für Privathäuser ausgewiesen. Mittig auf dem Terrain käme ein Mischgebiet (vier Grundstücksformate von 1000 bis 1800 Quadratmeter) als Puffer zur Wohnbebauung.

Die Zufahrt zum "Radschin" aus Richtung Staatsstraße würde neu eröffnet, etwa 50 Meter weiter in Richtung Kohlberg als die alte Kreuzung. Mit einer Kurve würde die Einfahrt Mitte des Geländes in das bestehende Teilstück der Wildenauer Straße eingebunden. Zum Konzept zählt ein Fuß- und Radweg aus Etzenricht, unter dem die Leitungen für Strom, Gas, Wasser und Abwasser verlaufen. Gottfried Blank widmete sich als Planer den naturschutzrechtlichen Anforderungen, sondierte Flora und Fauna.

Eidechse zieht um

Auf dem teils als Festplatz genutzten Gelände war vor Jahrzehnten schon einmal Sand und Kies ausgebeutet worden, es haben sich "sekundäre Lebensräume" entwickelt. So steht die Zauneidechse unter Artenschutz. Die Gemeinde bietet vier Ausgleichsflächen mit 2,2 Hektar an. Rund 1,4 Hektar werden aufgeforstet.

"Sie wollen wissen, warum wir nach Etzenricht gehen? Wir haben lange überlegt, denn beim Einzugsgebiet rechnen wir mit minimal 6000 bis 8000 Menschen", wandte sich Edeka-Sprecher Fröber an die Versammlung. Die Entscheidung pro Etzenricht basiere auf der zentralen Lage im Einzugsgebiet Mantel, Kohlberg, Weiherhammer und Luhe-Wildenau sowie auf der Fahrzeugfrequenz von 5000 auf der Staatsstraße.

Der Manager zeigte die Ausrichtung des Unternehmens auf, unter anderem die Bindung der Gewerbesteuer vor Ort. In diesem Fall steht die voraussichtliche Betreiberin, Regine Götz, hinter dem Projekt. Sie will von Weiherhammer nach Etzenricht wechseln.
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