Etzenricht ist gerüstet

Lokales
Etzenricht
06.05.2015
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Mit einer Änderung des Flächennutzungsplanes für den ehemaligen Festplatz schuf der Gemeinderat eine weitere Voraussetzung: Er wird entgegen der bisherigen Nutzung als Grünfläche in ein Misch- und Sondergebiet für die Ansiedlung eines großflächigen Einzelhandelsbetriebes umgewandelt.

(war) Bei der Sondersitzung behandelte das Gremium die Stellungnahmen aus der frühzeitigen Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange, unter anderem der Nachbargemeinde Weiherhammer. Im nächsten Schritt liegt der neu modifizierte Flächennutzungsplan für vier Wochen in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) und im Rathaus Etzenricht aus. "Unser Ziel ist es, dass das Baurecht möglichst rasch erteilt wird", äußerte sich Bürgermeister Martin Schregelmann.

In der Sitzung präsentierte der Leiter der VG, Claus Hellbach, die Gutachten, die abgeleiteten Maßnahmen und die geprüften Stellungnahmen. So wurde dem vom Landratsamt vorgegebenen Abstimmungsgebot mit den Nachbargemeinden wegen der Ansiedelung eines Einzelhandelsbetriebes mit einer Auswirkungsanalyse Rechnung getragen. Laut Gutachten ist keine Gefährdung ansässiger Wettbewerber zu erwarten. Die Funktionsfähigkeit zentraler Versorgungsbereiche sei nicht beeinträchtigt. Dem vom Gemeinderat Weiherhammer Vorwurf eines Verstoßes gegen das "Zentrale-Orte-System" wurde widersprochen. Weiherhammer überschreitet als zentraler Ort der Grundversorgung auch ohne Etzenricht mit dem verbleibenden Einzugsbereich die Mindestzahl von 7500 Einwohnern deutlich. Betriebsaufgaben würden nicht erwartet, es ist lediglich von einer Wettbewerbsverschärfung auszugehen.

Die vom Landratsamt vorgeschlagenen Alternativstandorte wurden geprüft. Bei keinem bot sich die Grundlage einer angemessenen Bebauung. Die Anbindung an das Wohngebiet "Radschin" erklärt die Stellungnahme als "städtebaulich vorteilhafter". Dem Naturschutz entspricht die Planung damit, dass die Eingriffe mit vier Grundstücken und der Einrichtung von Schutzzonen kompensiert würde. Die Räte beschlossen die Änderung des Flächennutzungsplans einstimmig.

Kirchenpfleger Karl Schreglmann erläuterte Fragen nach den gestiegenen Stromkosten bei der Kindergarten-Schlussabrechnung. Die Steigerung lag an dem ausnahmsweise von 12 auf 16 Monate erhöhten Abrechnungszeitraum, zum Teil an der in dem Mehraufwand für die Schulkinderbetreuung und nicht zuletzt an dem für die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen entnommenen Baustrom. Einstimmig genehmigte der Gemeinderat als Nachbarkommune den Bebauungsplan der Stadt Weiden für die Stadtgalerie. "So stelle ich mir interkommunale Zusammenarbeit vor, bei der nicht in die Souveränität der Planer eingegriffen wird", bemerkte der Bürgermeister mit Blick auf das eigene Projekt.
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