Im Namen der Eidechse

Lokales
Etzenricht
13.10.2014
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Die Gemeinde bessert beim Bebauungsplan für den "Festplatz" und der damit erhofften Ansiedlung eines Edeka-Marktes nach. Das will die Untere Naturschutzbehörde. Den Gemeinderatsbeschluss dazu hat ein possierliches Reptil erzwungen.

Konkret bedeutet dies, dass auf dem Baugebiet ein Hang an der bestehenden Bebauung hinter dem Anwesen Steiner erhalten wird, weil dort Eidechsen leben. Um die Tierchen zu schützen, kauft die Gemeinde außerdem eine angrenzende Fläche mit rund 4000 Quadratmetern. Sie will das Gelände optimal für die Eidechsen mit Verstecken und Steinhaufen präparieren und dazu auch Büsche und Bäume entfernen.

Als Nebeneffekt werden zwei Grundstücke für Wohnbebauung verkleinert. Statt der ursprünglich von Architekt Alexander Robl vorgesehenen durchgängigen Stichstraße ist ein Wendehammer vorgesehen. "Ein Kompromiss, mit dem wir leben können", sagte Rudolf Teichmann (SPD). Willy Koegst verteidigte die Anforderungen der Behörde: "Es ist nun einmal ein Eingriff in die Natur und erfordert eine Entscheidung mit Augenmaß."

"Damit ist nicht gesagt, dass wir die Zustimmung bekommen", bremste Bürgermeister Martin Schregelmann die Erwartungen. Schließlich stimmten alle Fraktionen einstimmig dafür. Heftiger diskutierten sie über einen Bauantrag. Ein Anwohner will gegenüber seinem Wohnhauses auf seinem Grundstück "Am Steigacker" zwei Carports mit je drei Stellplätzen bauen. "Ich würde empfehlen, die Carports anders anzuordnen, so dass später noch Wohnbebauung auf der Parzelle möglich ist", sagte Reinhard Kleber (CSU). Er wies auf die Abweichungen gegenüber dem Bebauungsplan hin: "Es wäre das erste Walmdach am Steigacker."

Knappes Ja für Carports

Teichmann lehnt das Vorhaben ab. Die Carports würden das Gesamtbild stören. Kompromissbereiter ist Hans Beutner (UPW). Er verwies auf die vorliegenden Unterschriften der beiden Nachbarn und die nicht vorhandene Pflicht zur Bebauung. Das sieht Rathauschef Schregelmann ähnlich. Mit sechs Gegenstimmen (vier aus der CSU und zwei aus der SPD) gab es die Genehmigung (7:6). Einstimmig befürwortete der Rat ein Baugesuch für den Anbau eines Zwerggiebels mit Balkon in der Rosenstraße 10. Einziger Vorbehalt: Das nachbarschaftliche Einvernehmen soll nachträglich eingeholt werden.

Das Ingenieurbüro Zwick aus Weiden erhält den Auftrag, ein Kanal-Gutachten für den "Radschin" zu erstellen. Damit soll zum einen die Grundlage für die Anbindung des neuen Baugebiets "Festplatz" ermittelt werden, zum anderen hoffen die Räte, dass so die Ursachen für überschwemmte Keller im Ortsteil ans Licht kommen.

Die Ermittlung des Bedarfs für Ferienbetreuung im Kindergarten läuft derzeit. Schregelmann informierte, dass die VG eine Ausbildungsstelle schafft und er Bewerbungen für das Archiv vorliegen habe. Er will die bis 1938 vorliegende Ortschronik bis 2020 aktualisieren lassen. Auch hier sei er auf der Suche nach geeigneten Mitarbeitern und Quellen. Er will dazu Kontakt zu Hochschulen und Studenten knüpfen.

Bessere Grundstückspflege

Aktuell laufen die Sanierungen der Ortsstraßen, parallel werden in der Wiesenstraße Schieber ausgetauscht. Das Entfernen der ominösen Aufkleber "Rothenstadt ist nicht Weiden" kostete 250 Euro.

Auf Anfrage von Gabriela Bäumler (UPW) beurteilte der Bürgermeister die Resonanz auf die in der Presse veröffentlichte Aufforderung zur Pflege der Grundstücke als "sehr groß und wirkungsvoll". "Einige schwarze Schafe gibt es noch, nach einer Schonfrist werden wir hartnäckig nachfassen", lautete die Antwort.
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