Keine Lust auf Ehrenamt

Seit mehr als zwei Jahrzehnten führt Manfred Herrmann die Fußballabteilung des SV. In zunehmendem Ausmaß wirkt sich nun der Geburtenrückgang auf die Vereinsarbeit aus. "Es ist gibt Schwierigkeiten, alle Juniorenteams zu besetzten. Dazu kommen freie Stellen im Betreuerstab", beklagt der Leiter. Bild: war
Lokales
Etzenricht
07.10.2014
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Die demografische Entwicklung macht sich bei der Fußballabteilung des Sportvereins bemerkbar. Im Juniorenbereich wird der Mangel an Nachwuchskickern durch Spielgemeinschaften mit der TSG Weiherhammer abgefedert.

Aber nicht nur bei den Spielern besteht ein Engpass. Selbst in der Spielgemeinschaft (SG), die grundsätzlich gut funktioniere, fehlt es an Trainern und Betreuern. "Wir brauchen junge Leute, die sich engagieren, wir brauchen frisches Blut", machte Abteilungsleiter Manfred Herrmann in seinem Jahresbericht deutlich. Er will gemeinsam mit der Jugendleitung die Eltern der Spieler und junge Erwachsene motivieren, Ämter zu übernehmen. Zur Spielgemeinschaft sagte er: "Die Zusammenarbeit mit der TSG gilt es zu forcieren und zu unterstützen".

Platzierungen zweitrangig

Gegen den Trend bestand bei den D-Junioren ein Überhang an Spielern, für die allerdings zu wenige Übungsleiter zur Verfügung stünden. Platzierungen seien zweitrangig, es gehe darum, die Teams zu besetzen und den Kindern und Jugendlichen den Spaß am Fußball zu vermitteln. Detailliert informierte Jugendleiter Udo Scharnagl über die sechs Teams. Es gelang, wieder eine F-Jugend zu stellen. Sie wurde von Kai Scharnagl geleitet, der seinen Junioren-Trainerschein erwarb und das Team inzwischen an Stefan Vogt abgab. "Fortschritte sind erkennbar, wir habe eine gute Truppe", äußerte sich Michel Schmid für die E-Junioren, die vom fundierten Training von Klaus Herrmann profitieren.

Die D-Jugend coachten Joachim Borchert und Tobias Paulus. Paulus wechselt mit zahlreichen Spielern in den C-Bereich, den vorher Dominik Schießl betreute. Michael Lorenz widmet sich den B- und A-Junioren und gleicht Lücken bei den Ältesten mit Anleihen aus der B-Jugend aus. Er wird vom ehemaligen Aktiven aus der "Ersten", Thomas Zupfer, unterstützt. Die Frauen-Mannschaft löste ihr Trainerproblem selbst. Madelaine Schätzler übernahm als Aktive den Trainingsbetrieb für ihre Kolleginnen, nachdem sich in einem Trainingslager unüberbrückbare Differenzen mit dem Vorgänger entwickelt hatten.

"Der Spaß ist nach dieser Veränderung wieder zurück", berichtete sie über die Stimmung im Team, das auf 25 Spielerinnen angewachsen ist. Inzwischen konnte Michael Rösch, im Vorjahr Co-Trainer der Landesliga-Elf, dauerhaft für den Trainerstab gewonnen werden, Reiner Smola betreut die Frauen. Über die Relegation verblieb die "Zweite" in der Kreisklasse. "Bei Saisonbeginn verließen uns Leistungsträger. Ohne fünf A-Jugendliche ging es nicht", begründete Spielleiter Alexander Greitzke den schwachen Start.

Hochzufrieden war Manfred Herrmann mit dem Abschneiden der Landesliga-Truppe in der Saison 2013/2014. "Die Trainergeschichte hat mich etwas überrascht, enttäuscht bin ich, dass einige feste Zusagen nicht eingehalten wurden", äußerte er sich zum Wechsel des ehemaligen Trainers Faruk Maloku nach Hof und zu der in dieser Anzahl nicht einkalkulierten Fluktuation bei der Landesliga-Elf.

Engagement würdigen

Mit Bernd Rast, Tim Haberl, Peter Romeis, Marco Haag und Armin Goschler sei die Mannschaft auf allen Ebenen in besten Händen. "Unser Saisonziel lautet 40 Punkte. Bei noch ausstehenden 3 Spielen und 12 Zählern besteht ein gewisser Nachholbedarf", räumte Herrmann ein. Vorsitzender Martin Auschner appellierte an die Mitglieder, Ämter im Verein zu übernehmen.

Er wies auf Arbeitseinsätze im ehemaligen Heizraum und in der Schiri-Kabine hin. Zweiter Bürgermeister Hans Beutner forderte die Eltern auf, sich einzubringen. Er will sich für die politische Würdigung der Vereinsarbeit stark machen: "Ehrenamtliche Arbeit gehört zeitnah, nicht erst nach 25 Jahren Tätigkeit gewürdigt."
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