Missstand am Bordstein

Lokales
Etzenricht
28.07.2015
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Zunehmender Wildwuchs auf den Gehsteigen erhitzt das Gemüt des Bürgermeister. Wenn sich nichts ändere, werden die Eigentümer zur Kasse gebeten. Doch mit Wasser aus dem eigenen Brunnen werden sie trotzdem nicht versorgt. Ein Leck führte zu Verunreinigungen.

Eine detaillierte Karte aller Grundstücke ließ Bürgermeister Martin Schregelmann erstellen. Darauf hielt er alle Mängel fest wie etwa Einwuchs von Unkraut in die Bordsteine oder zu weit in die Gehwege ragenden Hecken. "Missstände" nennt Schregelmann den Wildwuchs und droht mit harten Konsequenzen. "Alle Grundstücksbesitzer werden in den nächsten zwei oder drei Wochen darauf hingewiesen und bekommen eine zweiwöchige Frist, um die Mängel zu beheben", beschreibt er den Ablauf und will bei Zuwiderhandlung hart durchgreifen. "Sollte nichts geschehen, übernehmen Gemeindearbeiter die Arbeiten. Und die Eigentümer erhalten die Rechnung."

Kein Glyphosat im Wasser

Bei der Wasserversorgung fand das Gemeindeoberhaupt jedoch keine harten Worte. Ein Schaden an der Zuleitung zum Hochbehälter der eigenen Wasserversorgung sorgt für Probleme. Ein Leck führte zu Ausspülungen, so dass Verunreinigungen auftraten. "Seit zwei Wochen speisen wir kein Wasser aus unserem eigenen Brunnen ein." Die Reinigung mit Chlor sei bereits veranlasst, erst danach gehe der Brunnen wieder ans Netz. Die Reparatur ist bereits vollzogen, die Anlage wird gereinigt, so dass sie in etwa 14 Tagen wieder betriebsbereit sein wird. Durch den zeitlich begrenzten Ausfall speist die Gemeinde seine Wasserversorgung über die "Steinwaldgruppe". Der Gemeinderat kalkuliert bereits mit höheren Kosten.

Auf Anfrage von Willy Koegst bestätigten Schregelmann und Hubert Greiner, Bauhofmitarbeiter und zuständig für die Kläranlage und die Wasserversorgung, dass im Gemeindebereich kein Glyphosat eingesetzt werde. Das Mittel wird von Umweltverbänden als krebserregend eingestuft. Laut Greiner gibt es auch keinen Hinweis, dass das Wasser der "Steinwaldgruppe" Belastungen aufweise.

Nachdem in der letzten Sitzung bereits der Kauf einer Eigenfertigung beschlossen worden war, vergab das Gremium die Anschaffung eines Gefahrstoff-Lagercontainers für Lösungsmittel an die Firma Denios aus Bad Oeynhausen. Damit entspricht es der Forderung der Fachstelle im Landratsamt und gibt 3242 Euro aus. Vorgearbeitet hatte der Bauausschuss auch beim Tagesordnungspunkt "Ausstattung des Computerraumes der Schule mit einer neuen Beleuchtung". Für den Preis von 3800 Euro wird auf neueste LED-Technik umgestellt. Den Auftrag erhielt als günstigster Bieter die Firma Elektro Messer & Körber aus Weiden. Eine weitere "Hausaufgabe" für den Computerraum steht an: Der Fußboden des Raums wurde als sanierungsbedürftig gewertet, generelle und energetische Verbesserungen werden in Kürze in die Wege geleitet.

"Willi" bald im Ruhestand

Das Feuerwehrauto mit dem Namen "Willi" hat bis spätestens 2019 ausgedient. Die Beschaffung von Ersatzteilen für das über 20 Jahre alte Auto wird zunehmend schwieriger und teurer. Der Gemeinderat plant die Beschaffung eines neuen und rechnet mit einer Viertelmillion Euro an Eigenanteil bei einer Bezuschussung von 100 000 Euro.

Die Offerte für einen Lade- und Stellplatz für E-Bikes blockte Schregelmann. "Ich sehe keinen geeigneten Platz um diese Station aufzustellen". Der Wert eines Elements für vier Räder liege bei etwa 1000 Euro, die Bezuschussung bei der Hälfte des Preises.
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