Nur keine Angst

Für die neue Leitung des Ostbayernrings soll zwischen 2018 und 2020 das Umspannwerk in der Rothenstädter Straße umgebaut werden. Bild: war
Lokales
Etzenricht
05.12.2014
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Vertreter des Stromnetzbetreibers Tennet stellten vor der Bürgerversammlung ihre Pläne für den Ostbayernring vor. Dabei erklärten sie auch die Funktion des Etzenrichter Umspannwerks.

Gunnar Tschiersch ist Projektleiter für den Abschnitt zwischen Etzenricht und Melchenreuth südlich von Hof. Er skizzierte das Projekt des 185 Kilometer langen "Ersatzneubaus" des Ostbayernrings. Die Trasse führt von den Umspannwerken Redwitz in Oberfranken über Melchenreuth und Etzenricht nach Schwandorf. Nach der geplanten Abschaltung der Kernkraftwerke übernimmt der Ring den Transit regenerativer Energien und über das nachgelagerte 110-kV-Verteilnetz die Versorgung der Oberpfalz und Oberfrankens.

Zweimal 380 Kilovolt

Kapazitätsgrenzen und Schwankungen erfordern eine Erhöhung des Transportvolumens und stärkere Eingriffe. Daher werden die bestehenden Systeme mit 380 kV plus 220 kV auf zwei 380 kV-Systeme erhöht. Die Teilabschnitte von Schwandorf und nach Melchenreuth wurden 1975 und 1974 in Betrieb genommen. Da die vorhandenen Masten von der Statik her nicht so verstärkt oder aufgerüstet werden können, dass sie die neue Leitung tragen, kommt nun eben ein "Ersatzneubau".

Das heißt, dass in 65 Meter Entfernung zur jetzigen Trasse eine neue angelegt wird. Ist sie fertig, kommen die alten Masten weg. Tennets Pläne sehen vor, dass 2014 bis 2016 das Raumordnungsverfahren und danach das Planfeststellungsverfahren laufen. 2018 bis 2020 wird gebaut.

In der anschließenden Diskussion fragte Franz Maier, warum die Leitungen nicht unter die Erde verlegt werden. Dazu verwies Tschiersch auf die Gesetzeslage. "Es laufen wohl Pilotverfahren, der Ostbayernring zählt aber nicht dazu." Überdies seien die Ansprüche hoch, beispielsweise würden 30 Meter breite Trassen benötigt.

"Laut Ministerpräsident Seehofer braucht es keine neuen Trassen", wandte Helmut Bruckner ein. "Das Projekt wurde von der Bundesnetzagentur als vorrangig bestätigt", lautete die Antwort.

Kritisch äußerte sich Hans Kick aus Grünau. "Die neue Trasse verursacht Klimaveränderungen, verstärkten Windbruch in den Wäldern und Sie müssen sich auf den Widerstand von Waldbesitzern einstellen, die auf die Barrikaden gehen", kündigte der Landwirt an. Der Tennet-Sprecher zeigte wohl Verständnis, berief sich aber auf den Nachweis, "geringstmögliche Eingriffe vorzunehmen".

Umbau im Umspannwerk

Auf Wunsch der Gemeinderäte erklärte Tennet-Mitarbeiter Alexander Chambour das Umspannwerk an der Rothenstädter Straße. Es sei ein Netzknoten, eine Schnittstelle für das Übertragungs- und Verteilnetz. Auch in dieser Anlage würde den Schwankungen entsprochen und Veränderungen, die beispielsweise durch die Abschaltung des Kernkraftwerkes Grafenrheinfeld erfolgen, Rechnung getragen. "Für die Veränderungen brauchen wir im Umspannwerk keinen zusätzlichen Platzbedarf", stellte Chambour klar.

Auf Rückfrage von Franz Maier wegen der Lärmbelästigung für den benachbarten Aussiedlerhof bekam Maier die Zusage, dass die Emissionen geprüft und die geltenden Grenzen eingehalten würden.
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