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Lokales
Etzenricht
30.11.2015
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Die Bürgerversammlung am Freitag im Nikolausheim der katholischen Kirche in Etzenricht sprengte Rekorde. Zweieinhalb Stunden und rund 80 Personen verdeutlichten dies.

"Die Thematik gibt das heute her", traf Bürgermeister Martin Schregelmann den Nagel auf den Kopf, denn der Saal musste vor Beginn mit Stühlen nachgerüstet werden. Den Auftakt machte der "Vortrag zum Kanalgutachten". Dieser Tagesordnungspunkt überlagerte den Rechenschaftsbericht des Bürgermeisters und seinen Ausblick auf anstehende Projekte.

Günter Schwab vom Ingenieurbüro Zwick aus Weiden schilderte, unterstützt von Grafiken, den Status des örtlichen Kanalnetzes. Das hydrodynamische Gutachten hatte der Gemeinderat vor allem wegen den bei Starkregen und Gewittern gelegentlich überfluteten Kellern im Ortsteil Radschin auf den Weg gebracht. "Wir wollen, dass Sie sehen, dass der Rat klare und ehrliche Erkenntnisse gewinnen kann und aus den Untersuchungen weitere Maßnahmen ergreift", erklärte Schregelmann den Bürgern die Zielsetzung.

Auf der Grundlage des Einzugsgebietes, der Befestigungen und von Regendaten erläuterte der Ingenieur den Istzustand, daraus zu ziehende Schlüsse und mögliche Maßnahmen, Vorschläge für eine Verbesserung. Die am Rechner erzielten Resultate aus unterschiedlichen Szenarien, abgeleitet aus Stärke der Regenfälle, wurden bildlich präsentiert, neuralgische Punkte im Kanalnetz aufgezeigt. Für die Schwachpunkte im Netz, vor allem im "Radschin" um den Bereich Gartenstraße, wurden Vorschläge für eine Auswechslung bestimmter Kanäle unterbreitet, Wege für hilfreiche neue Verbindungen gezeigt. Die in der Computersimulation erzielten Ergebnisse über die Problemzonen bestätigten die am 7. Juni 2015 von der Feuerwehr dokumentierten Einsatzstellen in den Zonen im Ortsteil. Die Wehr wurde wegen zahlreiche überfluteter Keller zu Hilfe gerufen. "Wir können die Engpässe aufzeigen, neuen Anforderungen Rechnung tragen. Wunder bringt auch eine Sanierung nicht", sagte Schwab.

Hausbesitzer in der Pflicht

Wiederholt wies er auf den notwendigen Eigenschutz hin, zeigte dazu die Grenzen auf, die sich an einer wirtschaftlich vertretbaren Lösung orientieren. "Tragen Sie Eigenverantwortung, sichern Sie sich gegen Rückstau bis zur Rückstauebene ab, dazu sind Sie verpflichtet", appellierte er an die Hausbesitzer. So seien Rückstauklappen häufig mehr Fluch als Segen, wenn die Planung und die Wartung nicht stimmig seien. Oft reichen einfache Hilfsmittel, wie das Ummauern von gefährdeten Kellerschächten aus, um das Oberflächenwasser fernzuhalten. Eine Lösung, gestützt mit einer Pumpe, bezeichnete der Fachmann als einzig wirksam und sicher. "Wir beginnen im Zuge der Anbindung des Gebietes "Festplatz" mit dem Kreuzungsbereich am Pumpenhaus, Weiherhammerer Straße, Eingang "Gänsbühl", Kohlberger Straße bis zum Anwesen Birner", kündigte Schregelmann an.

Orientiert an den Finanzen wird das in den nächsten Monaten im Rat erarbeitete Konzept sukzessive abgearbeitet. Der Gemeinderat wird darüber beraten, ob die Kosten in einem einmaligen Betrag auf alle Bürger umgelegt oder ob das Projekt über die Wasser- und Abwasserpreise finanziert werden soll. Vor einer Auftragsvergabe soll sondiert werden, wann und in welcher Höhe staatliche Förderprogramme möglich sind.

Das Thema war auch Gegenstand der ersten Anfragen und Anträge der anwesenden Bürger. Ulrich Danzer forderte dazu auf, die Sanierung auf einen Teil der Gartenstraße auszudehnen. "Ein Effekt tritt mit der Einbeziehung dieses zusätzlichen Stücks nicht ein", bekam er als Antwort. Einzelne Maßnahmen hätten sich dem Gesamtkonzept unter zu ordnen.

Willi Wittmann regte an, die Kapazität des Regenüberlaufbeckens zu überprüfen. Die Frage "Reicht das aus?" quittierte Schwab mit der Zusage eines Checks und fügte hinzu: "Während früher 200 Liter pro Einwohner und Tag verbraucht wurden, sind es heute 100, so dass ich eher davon ausgehe, dass das Volumen des Beckens ausreicht." (weiterer Bericht folgt)
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