Auch Kathrin Pentner wirbt für Typisierungsaktion
Nach Leukämie wohlauf

"Ich bin für jeden Spaß zu haben", sagt Kathrin Pentner, die bis Ende 2013 an Leukämie litt und seitdem als rückfallfrei gilt. Für diesen Schnappschuss ließ sie sich von der dreijährigen Tochter einer Freundin stylen. "Aber machen Sie den Lesern bitte klar, dass ich nicht immer so aussehe." Bild: hfz
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Etzenricht
24.05.2016
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Kathrin Pentner ist gut drauf. Und vor allem sie ist wohlauf. 2013 lief für die Etzenrichterin eine der größten Typisierungsaktionen in der Nordoberpfalz. Sie selbst benötigte dann zwar keine Stammzellenspende. "Aber durch die Aktion für mich kann jetzt einem anderen Menschen geholfen werden."

Von ihrem Vater hat die 28-Jährige erfahren, dass ein Teilnehmer der Typisierungsaktion vor gut zwei Wochen Knochenmark für einen Leukämiekranken in Dresden gespendet hat. "Es ist ein schöner Gedanke, dass die Hilfsaktion für mich jetzt für einen anderen Menschen großen Nutzen hat." 1915 Menschen kamen damals allein in die Weidener Mehrzweckhalle, um sich Blut abzapfen zu lassen. Und auch in Regensburg brachte die Erkrankung der damaligen Lehramtsstudentin jede Menge hilfsbereite Menschen auf die Beine.

Aktionstag gegen Leukämie


"Diese Aktionen sind wichtig. Denn sie mobilisieren sicher viele Leute, die sich sonst vermutlich nicht typisieren hätten lassen." Genau dieses Ziel verfolgt auch die Stiftung "Aktion Knochenmarkspende Bayern", die gemeinsam mit dem Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes den 25. Mai 2016 zum ersten Aktionstag "Bayern gegen Leukämie" ausgerufen hat. In Weiden und Umgebung werden in der kommenden Woche drei Blutspendetermine angeboten, bei denen es auch möglich ist, sich als Stammzellenspender registrieren oder typisieren zu lassen (siehe Hintergrund).

Kathrin Pentner selbst hat - wie gesagt - letztlich keine Stammzellenspende erhalten. "Im Juli 2013 lief die Typisierungsaktion. Im August meinten die Ärzte nach einem genetischen Test, dass sie meine Leukämie-Erkrankung vielleicht doch mit Chemotherapie in den Griff bekommen." Es ist tatsächlich geglückt. Aber leicht war das nicht. Ein halbes Jahr lang musste die damals 25-Jährige die anstrengende Behandlung auf sich nehmen.

Seit Dezember 2013 gilt sie als "rezidiv-frei". Das heißt: "Ich hatte bisher keinen Rückfall. Alles schaut gut aus." Trotzdem muss sie recht häufig zur medizinischen Kontrolle. Kathrin Pentner litt an einem sehr seltenen Subtyp der Leukämie, für den es kaum Vergleichsfälle gibt. Ausgelöst wurde er übrigens durch die vorausgehende Behandlung von "Morbus Hodgkin", einem bösartigen Lymphdrüsen-Tumor, der bei ihr im April 2012 überraschend festgestellt worden war (wir berichteten). Eine Diagnose, die ihr Leben damals auf den Kopf gestellt hat.

Mittlerweile hat die 28-Jährige ihren Abschluss für das Lehramt in Englisch und Geschichte an Gymnasien gemeistert. "Erfolgreicher als gedacht", fügt sie strahlend hinzu. Aktuell absolviert sie ein Zusatzstudium an der Uni Regensburg. Dort wird sie auch ab 1. Juli als Mitarbeiterin beginnen. Sie hätte zwar im September als Referendarin anfangen können. Aber: "In einer Schule ist das Ansteckungsrisiko sehr hoch, und mein Immunsystem ist noch nicht so gut." Trotzdem versucht sie, so "normal" wie möglich zu leben. "Ich bin für jeden Spaß zu haben und versuche, das Leben zu genießen." Auch wenn das natürlich nicht immer möglich sei. "Gerade liegt eine Freundin von mir, die ich durch die Krankheit kennengelernt habe, im Sterben."

Blutspenden lebenswichtig


Vielen Menschen sei nicht bewusst, wie wichtig für Leukämiepatienten auch Blutspenden seien: "Ich habe während der Therapie 25 bis 30 Blutkonserven gebraucht. Ohne die wäre ich auch gestorben", sagt Kathrin Pentner. Sie hofft außerdem, dass sich weiterhin viele Menschen typisieren lassen. "Es kommen ja immer wieder junge Leute nach, die bei meiner Aktion damals noch nicht mitmachen durften." (Hintergrund)

Blut spenden und typisieren lassen

Weiden/Tännesberg. (ps) In drei Kommunen hält das Bayerische Rote Kreuz in der kommenden Woche Blutspendetermine ab. Dabei ist es zugleich möglich, sich als Stammzellenspender registrieren oder typisieren zu lassen. Von dieser Möglichkeit wird nach Auskunft des BRK-Gebietsreferenten für Blutspenden, Rainer Endres, bisher noch relativ selten Gebrauch gemacht.

Die Termine: Das Blutspendemobil macht am Dienstag, 31. Mai, von 10 bis 15 Uhr an der OTH in Weiden Station. Blutspender und Typisierungswillige können das BRK außerdem am Mittwoch, 1. Juni, von 17 bis 20 Uhr, in der Volksschule Tännesberg aufsuchen und am Freitag, 3. Juni, von 17 bis 20 Uhr in der neuen Schule in Eslarn.
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