Hermann-Saal muss saniert werden
Obdachlose Laienspieler

Der Hermann-Saal ist quasi das Zuhause der Etzenrichter Laienspieler. Sie proben dort und lagern ihre Requisiten unter der Bühne. Vor allem präsentieren die Theaterspieler im Saal aber ihre Stücke, wie 2013 die Komödie "Wer is da schwanger, von wem, warum und überhaupt?". Bild: war
Vermischtes
Etzenricht
19.04.2017
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Seit Ende Februar ist der Hermann-Saal in Etzenricht geschlossen. Für die Laienspieler ist das ein Problem. Sie führen dort nicht nur ihre Stücke auf, sondern proben auch im Saal und lagern dort ihre Requisiten.

Wann der Hermann-Saal wieder nutzbar ist, ist unklar. "Das kann sich noch Monate hinziehen", erklärt Betreiber Roland Schmid. Er und sein Mitbetreiber befinden sich noch in der Entscheidungsfindung. "Von der Stilllegung bis zum Umbau kann alles passieren." Eines ist aber sicher: Das Gasthaus im Erdgeschoss wird bleiben.

Geschlossen ist der Saal, den es seit den 1950er Jahren gibt, seit Ende Februar. Damals ging ein anonymes Schreiben beim Landratsamt ein, der Saal wurde anschließend durch das Bauamt kontrolliert. "Es wurde festgestellt, dass gravierende Brandschutzprobleme bestehen", erklärt die Sprecherin des Landratsamts, Claudia Prößl.

Fehlender Rettungsweg


Der erste Rettungsweg über das Holztreppenhaus sei nicht sicher. Wegen erheblicher Brandlasten und Türen ohne entsprechende brandschutztechnische Ausführung weise er mehrere Mängel auf. Einen zweiten Rettungsweg gebe es nicht. Aus diesen Gründen habe der Saal, der für Veranstaltungen mit bis zu 150 Personen genutzt werden, sofort geschlossen werden müssen.

Das Bauamt habe den Betreibern zudem schriftlich mitgeteilt, welche Maßnahmen nötig seien, um den Saal wieder nutzen zu können. "Zum Beispiel müssten die Türen feuerhemmend, rauchdicht und selbstschließend sein und Rauchmelder angebracht werden. Vor allem wäre ein zweiter baulicher Rettungsweg erforderlich", fährt Prößl fort.

Für die Etzenrichter Laienspieler würde ein Umzug einen erheblichen Aufwand bedeuten. Gemeinsam mit Betreibern und der Gemeinde suchen sie nach einer Lösung. Bürgermeister Martin Schregelmann betont aber auch, dass die Gemeinde - vor allem finanziell - nichts machen könne, dass es sich dabei um ein privates Grundstück handle. "Wir lagern unsere Kulissen im Saal unter der Bühne und auf dem Dachboden", erklärt Maria Smola, Vorsitzende der Laienspieler. Zudem seien die Teile an den Hermann-Saal angepasst. Eine andere Bühne bedeute, dass neue Kulissen angefertigt werden müssen.

Mögliche Alternative


"Wir wollen auf jeden Fall im Hermann-Saal bleiben", betont Smola. Die Gruppe sei den Raum gewohnt. "Auch in der letzten Reihe sieht man etwas. die Akustik ist gut." Der Saal sei ideal. "Aber wenn alle Stricke reißen, ist eine Alternative da." Welche das ist, will Smola noch nicht verraten. Aber: Der Raum befindet sich in Etzenricht und hat eine Bühne. Noch hoffen die Laienspieler aber, dass es für den Hermann-Saal eine Lösung gibt, damit sie im Herbst dort spielen können. Sie proben zwar auch dort, haben aber vorerst Ausweichmöglichkeiten.

"So lange es nur Sprechproben sind, können wir in die Gaststube ausweichen", erklärt die Vorsitzende. Erst wenn der Text Mitte/Ende September sitzte, gehe es auf die Bühne. Spätestens bis dahin sollte feststehen, wo die Etzenrichter Laienspieler im Herbst auftreten. "Wir würden aber sehr gerne im Hermann-Saal bleiben", betont Smola noch einmal.
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