Stockbahn verworfen, neue Kompromisse
Wogen um Dorfplatz geglättet

Bis 2018 soll die 1100 Quadratmeter große Fläche als Dorfplatz für die Allgemeinheit gestaltet werden. Seit 12 Jahren ist die Gemeinde Eigentümer, zurzeit wird das Gelände als Parkplatz genutzt. In einem Gespräch mit den Anliegern versuchten Bürgermeister und Gemeinderat gemeinsam, einzelne Vorbehalte zu entkräften, bestehende falsche Einschätzungen zu beseitigen.
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12.09.2016
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Eine Stockbahn soll auf dem neuen Dorfplatz wohl doch nicht kommen. Wenn die EU Fördergeld bewilligt, soll das umgestaltete Areal beim Dorffest 2018 Premiere feiern. Bild: war

An den Ausbauplänen des Dorfplatzes entzündete sich eine Leserbriefschlacht zwischen Anwohnern und Gemeinderäten. Bei einer Aussprache im Rathaus fanden beide Seiten in vielen Punkten zu einem Konsens.

10 von 15 Anwohnern waren der Einladung von Bürgermeister Martin Schregelmann gefolgt. Gerhard Riebel und Charlotte Pham hätten sich von Anfang an eine umfassende Bürgerbeteiligung gewünscht. "Kein Dorfbewohner will diesen Platz, die Entscheidung dafür beruht auf dem guten Willen des Gemeinderats, das Maß ist überschritten", kritisierte Riebel. "Man hätte uns früher mal fragen müssen."

Pham legte nach: "Die Anwohner haben ein Recht auf Ruhe, der Platz sollte in mehr Natürlichkeit belassen werden." Sie favorisiert einen eher parkähnlich angelegten Bereich auf dem gemeindeeigenen Grundstück mit mehr Grün und eventuell einem Teich.

Angst vor Lärm


Mit Ausnahme Riebels fand die Nutzung der geplanten 240 Quadratmeter großen gepflasterten Teilfläche als Stockbahn keine Gegenliebe bei den Anliegern. Sie befürchten Lärm. Dass der vorgesehene Pavillon mit Wlan Jugendliche anlocken und zu nächtlichen Belästigungen führen könne, hält Herbert Kern für möglich. Christa und Gerhard Riebel monierten, dass sie vor dem Juni-Gemeinderatsbeschluss bereits am 8. Mai mit fertigen Plänen vom Bürgermeister um Zustimmung gebeten worden seien. "Mir wurde vorgeworfen, dass meine Entscheidung der Gemeinde 20 000 Euro kostet", klagte der Gastwirt. Dem widersprachen SPD-Fraktionsvorsitzender Rudolf Teichmann und UPW-Sprecher Hans Beutner. Die entscheidungsreife Planung des Architekten sei erst nach intensiven Gesprächen mit den Fachstellen des Landratsamts im Juni vorgelegen. "In summa wohl wertvoll", urteilte Josef Konrad nach dem Abwägen der Nachteile, wie dem Entfernen von Bäumen und den Vorteilen für die Dorfgemeinschaft. Riebel schlug vor, auf der zentralen Magergrasfläche eine Landestelle für den Rettungshubschrauber einzurichten.

Rathauschef Schregelmann erinnerte daran, dass die grundsätzliche Entscheidung, den Dorfplatz zu erstellen, bereits am 15. Februar 2015 fiel, um die Ortsmitte attraktiver zu gestalten. Zusätzlichen Anreiz bieten EU-Mittel, die im Paket mit der Sanierung des Kirchsteiges und des treppenförmigen Wegs zum Gasthaus Riebel in Aussicht stehen.

Renate Müller (CSU) wies darauf hin, dass der früher für Veranstaltungen genutzte Festplatz am Radschin durch die schon laufende Bebauung künftig ausfallen werde. "Wir wollen nicht, dass hier jede Woche Remmidemmi abläuft, aktuell gehe ich davon aus, dass jährlich drei Veranstaltungen stattfinden, dazu alle zwei Jahre das Dorffest", sagte Schregelmann. Vorerst seien nur das Maibaumaufstellen des OWV und das Fischerfest geplant. Nächtliche Störungen seien ohnehin kein Thema, da keine ständige Beleuchtung vorgesehen sei.

Platz für Brettspiele


Die Pflasterfläche diene in erster Linie für das passgenaue Aufstellen des Zelts der örtlichen Vereine. Der Allwetterplatz könne aber auch für Schach, Halma oder andere Brettspiele oder für Tänze im Mai Verwendung finden. "Wenn die Fläche als Stockplatz Probleme macht, dann streichen wir diese Möglichkeit", räumte Schregelmann ein. Das sehen auch die Gemeinderäte so. "Auch den Satz mit den 20 000 Euro nehme ich zurück", räumte Schregelmann in Richtung Gerhard Riebel entschuldigend ein. Der Vorschlag, einen Art Dorfweiher einzurichten war bereits im Zuge der Dorferneuerung mehrheitlich verworfen werden.

Der Antrag auch EU-Förderung soll nun termingerecht im Oktober gestellt werden, Wenn alles klappt, soll der neue Platz bis zum Dorffest 2018 fertig sein.

Schon viele VorschlägeVor 12 Jahren erwarb die Gemeinde das seither sogenannte Gmeiner-Grundstück und ließ das alte Gebäude abreißen. Ältere Vorschläge wie ein Saalbau mit Schießanlage oder ein Ärztehaus setzten sich nicht durch. Im Februar 2012 beschloss der Gemeinderat, einen Dorfplatz anzulegen. Die Fläche umfasst 1100 Quadratmeter, eine 30 mal 8 Meter gepflasterte Fläche, ein zweigeschossiges Mehrzweckgebäude im Oberpfälzer Baustil mit Toiletten und Behinderten-WC für Feste der Dorfgemeinschaft, Technikeinrichtungen und Lagerplätzen, einen festen Pavillon mit Wlan, Ladestationen für E-Bikes und Platz für Infotafeln sowie einer versenkbaren Basis für den Maibaum, eine freie Magergrasfläche mit Rasengittersteinen und Ruhebänken. (war)
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