Traditionsfest am Wochenende
Zweifaches Jubiläum am Beutner-Hof

Hans Beutner (links), neben ihm seine Mutter Frieda und deren Schwester Aline (Zweite von rechts), erkannte für seinen Famlienbetrieb die Zeichen der Zeit in einem veränderten Markt für die Landwirtschaft. Die in solchen Holzkisten präsentierten Zucchini waren vor 30 Jahren ebensowenig auf Speisekarten zu finden, wie Ess-Kürbisse. Trotz der schweißtreibenden Feldarbeit hatten der Landwirt und seine "Vorarbeiterin" Maria Wildenauer (rechts) immer gute Laune bei der Ernte. Repro: war
Vermischtes
Etzenricht
20.09.2016
81
0

Tausende Besucher strömen jedes Jahr zum Hoffest der Familie Beutner. Am Sonntag ist es wieder soweit. Diemal steht es im Zeichen eines Doppeljubiläums. Es ist das 15. Fest und das 60. Jahr des Gemüsebaus in dem Familienbetrieb.

Dahinter stecken jede Menge Arbeit, aber auch Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Ideen in drei Generationen. "Mein Vater hat die Entwicklung des Marktes für die Landwirtschaft frühzeitig erkannt", zollt Hans Beutner seinem Vater Walter tiefen Respekt. Der Senior starb 1994 an einem Herzinfarkt.

1956 gab er Viehhaltung und Geflügelzucht nach und nach auf und stellte auf Gemüsebau um. "Dabei hatte er einen Vorzeigebetrieb, Interessenten kamen aus ganz Bayern", erinnert sich sein Sohn. Die letzten Kühe standen 1968 im Stall. Anfangs nutzte Beutner senior noch Lagerstätten im alten Pfisterhof, die positive Geschäftsentwicklung, die Enge im Stammsitz Weidner Straße und die Risikobereitschaft forderten 1962 den Umzug in die Rothenstädter Straße heraus.

Zugleich knüpfte Beutner Kontakt zum Handelspartner Olfko, der 1974 eine große Lagerhalle in Etzenricht baute. " Doch schon ab 1980 sanken die Preise für die Erzeuger, kleine Händler gaben auf, und die Discounter diktierten mehr und mehr die Konditionen. Hans "Hanno" Beutner, der ab 1981 im elterlichen Betrieb mitarbeitete und ihn 1989 zusammen mit seiner Frau Irene übernahm, kann ein Lied von dem Druck singen.

Übergabe steht an


Mehr Erfolg versprach die Direktvermarktung und die Gründung des Vereins "Weidener Bauernmarkt" vor 25 Jahren. Beutner ist derzeit zweiter Vorsitzender und beschickt den Unteren Markt von Juni bis in die Adventszeit mit eigenen Produkten. Er freut sich, dass sich bei den Verbrauchern mittlerweile zuvor kaum verlangte Gemüsesorten wie Zucchini, Pasternaken oder Kürbis durchsetzten. Neben dem Weidener Markt verkaufen die Beutners auch in Tirschenreuth.

Stolz sind Irene und Hans auf die Mitarbeit ihrer zwei Töchter und Söhne, die sich neben Schule und Studium kräftig im Verkauf und im Betrieb einbringen. Sohn Mathias (25) strebt den Master in Agrarmanagement in Weihenstephan an, Tomi (20) studierte dort Gartenbau und sammelt derzeit fachliche Erfahrung in Australien. "Über kurz oder lang steht die Übergabe an", sagt Vater Hans.

Nicht zu vergessen ist die Leistung von Mutter Frieda im Hofverkauf. Vor wenigen Tagen feierte sie 83. Geburtstag.

15 Jahre HoffestVisitenkarte des Beutner-Hoffests ist der 1909 im fränkischen Fachwerkstil erbaute Fachwerkhof in der Ortsmitte. 2011 erhielt die Familie für die Sanierung den Bayerischen Staatspreis. Der historische Backofen von 1830 ist immer noch funktionstüchtig. Seit dem ersten Fest 2002 koppelte die Familie Sanierungsschritte an die Termine, und stellte Schritt für Schritt neu hergerichtete Gebäudeteile vor, zuletzt den Keller. Erfolgsgarant ist auch der Freundeskreis mit 20 bis 30 Helfern. Am Sonntag, 25. September, geht es um 11.30 Uhr los. Am Mittag gibt es Braten, Bratwürste, Kürbissuppe, am Nachmittag Pizzabrot, Zwiebelkuchen und zum Kaffee oder Tee zahlreiche selbstgebackene Kuchen und Torten. Dazu wird frisches Obst und Gemüse verkauft. Bekannt sind die bunten Zier- und Halloween-Kürbisse. Erlesen Weine und aus Almkräutern kreierte Liköre kredenzt ein Winzer im "Zwitscherkeller". Im Festzelt, in der Halle und im Außenbereich gibt es überdies regionale Biere und andere Getränke. Dazu spielt die "Neistädter Zoiglmusi" auf. Für die Kinder steht eine Hüpfburg bereit. Fahrräder können in der Nähe des Hofs abgestellt werden, Parkplätze sind in der Umgebung der Weidner Straße ausgewiesen. (war)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.